•         *[Home] *[Fernsehen] *[Bücher] * [Comics] *[Musik] *[Alltag] * [Zeitgeschichte]

    Sie sind nicht angemeldet.

    1

    Mittwoch, 20. Mai 2015, 19:46

    Kleine Chronik der 60er Jahre - 1960

    1. Januar: Das Bundesvertriebenenministerium gibt bekannt, daß seit 1950 für die Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen 48 Mrd. DM aufgewendet wurden.
    1. Januar: In der Bundesrepublik tritt das Atomgesetz zur friedlichen Verwendung der Kernenergie in Kraft.
    5. Januar: Nach einem Bericht des Bundesverteidigungsministeriums verfügt die Bundeswehr gegenwärtig über 240.000 Soldaten. Sie hat damit zwei Drittel der für 1963 vorgesehenen Stärke von 350.000 Mann erreicht.
    8. Januar: Bundespräsident Heinrich Lübke setzt sich bei seinem ersten Neujahrsempfang für eine verstärkte Unterstützung der Entwicklungsländer durch die Bundesrepublik ein.
    13.Januar: Bei Durchschnittstemperaturen um minus 12 Grad liegt die Bundesrepublik unter einer festen Schneedecke.
    15.Januar: Die großen Erdölgesellschaften senken die Benzinpreise um 4 Pfennig auf durchschnittlich 59 Pfennig für Normalbenzin und 66 Pfennig für Super- Kraftstoff.
    29. Januar: Erich Mende wird in Stuttgart zum neuen Bundesvorsitzenden der FDP gewählt.
    1. Februar: Seinen ersten Sieg als Radprofi erringt Rudi Altig aus Mannheim bei dem Grand Prix- Rennen in Narbonne.
    2. Februar: Der Verband deutscher Filmproduzenten in Frankfurt beklagt einen Rückgang der Besucherzahlen in den Kinos und führt diesen Umstand auf die zunehmende Beliebtheit des Fernsehens zurück.
    4. Februar: Marika Kilius und H.-J. Bäumler werden in Garmisch- Partenkirchen Europameister im Eiskunstlauf der Paare.
    11. Februar: Für das Baugewerbe in der Bundesrepublik wird ein neuer Tarifvertrag mit einer Lohnerhöhung von 5,6 % abgeschlossen. Der Bundesecklohn steigt vom 1. Mai an auf 2,82 DM/ Stunde.
    19. Februar: In der Bundesrepublik wird eine Gagen- Höchstbegrenzung von 100.000 DM für Filmschauspieler eingeführt.
    26. Februar: Das Präsidium der Dt. Bundesbahn teilt mit, daß die Bahnsteigsperren in den Bahnhöfen erhalten bleiben. Ein Wegfall der Bahnsteigkarten würde Einnahmeverluste für die DB bedeuten und die Zugkontrolle erschweren.
    5. März: Das Abkommen über den gemeinsamen Nachbau des "Starfighters" F-104 G wird von Belgien, den Niederlanden und der Bundesrepublik unterzeichnet.
    7. März: Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilt mit, daß sich die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr mit 13539 gegenüber 1958 um rund 13 % erhöht hat.
    12. März: Bundeskanzler Konrad Adenauer trifft zu einem zwölftägigen Besuch in New York ein. Er wird u.a. mit US- Präsident Eisenhower und UNO- Generalsekretär Hammarsköld zusammentreffen.
    16. März: Das VW- Werk in Wolfsburg wird nach einem Beschluß des Bundestages privatisiert.
    18. März: Hans Günter Winkler auf "Romanus" gewinnt in Dortmund den Großen Preis der Bundesrepublik im Springreiten.
    23. März: Das Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht Ergebnisse eine Untersuchung über Herzkrankheiten bei Männern über fünzig Jahren. Die Zahl der Todesfälle hat sich danach in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Ursachen sind berufliche Belastung, Nachwirkungen von Kriegsschäden und falsche Ernährung.
    25. März: Nach der Ausstrahlung der 111. Folge wird die beliebte Fernsehserie "Familie Schölermann" eingestellt.
    31. März: In einer Waldlichtung bei Frankfurt wird das erste Autokino der Bundesrepublik eröffnet.
    5. April: In Hollywood werden die "Oscar"- Filmpreise für 1959 vergeben. Die deutsche Produktion "Serengeti darf nicht sterben" von Bernhard Grzimek wird als bester dokumentarischer Film ausgezeichnet.
    14. April: Die Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft der DDR ist abgeschlossen.
    14. April: Nach einer Meldung der "FAZ" wurde im März mit 193738 Fahrzeugen ein neuer Produktionsrekord in der bundesdeutschen Autoindustrie aufgestellt. Im ersten Vierteljahr 1960 wurden 30,8 % mehr Fahrzeuge hergestellt als im gleichen Vorjahreszeitraum.
    22. April: Die Grenzorgane der DDR verstärken die Kontrollen an den Übergängen zur BRD, nachdem die Flüchtlingszahlen seit dem Abschluß der landwirtschaftlichen Kollektivierung sprunghaft angestiegen sind.
    27. April: Bundeskanzler Konrad Adenauer wird wieder als Kanzlerkandidat seiner Partei (CDU) nominiert.
    1. Mai: Rund 750.000 Menschen demonstrieren in West- Berlin für Ihr Selbstbestimmungsrecht.
    3. Mai: Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer tritt wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein, zurück.
    16. Mai: Nach einer Mitteilung der Bausparkassenverbände gibt es in der Bundesrepublik über 3 Mio. Bausparer bei einer Gesamtsparsumme von fast 46 Milliarden DM.
    2. Juni: Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit steht den gegenwärtig 22.000 Lehrstellenanwärtern ein Angebot von 261.000 Ausbildungsplätzen gegenüber. Der Jahrgang der Schulentlassenen des Jahres 1959/60 ist der bisher schwächste seit Kriegsende.
    7. Juni: Die BA für Arbeit gibt bekannt, daß die Arbeitslosenzahl mit 153.161 erwerbslosen Personen auf den tiefsten Stand seit 1945 gesunken ist. Die Zahl der offenen Stellen beträgt 487.746.
    14. Juni: Die Gesellschaft für Konsumforschung veröffentlicht die Ergebnisse einer Umfrage, in der die Bundesbürger zu ihren Wünschen befragt werden. Die Mehrzahl der Befragten gab an, daß sie weniger arbeiten, mehr schlafen und gesünder essen wolle.
    25. Juni: Im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft besiegt der HSV im Frankfurter Waldstadion den 1. FC Köln mit 3:2.
    8. Juli: Die Tarifpartner der Metallindustrie einigen sich auf die schrittweise Einführung der 40- Stunden- Woche.
    12. Juli: Das SED- Zentralorgan "Neues Deutschland" berichtet über Mängel bei der Nahrungsmittelversorgung in der DDR. Die vom Großhandel vertriebenen Waren erreichen die Verbraucher gar nicht oder nur auf Umwegen.
    9. August: Das Jugendarbeitsschutzgesetz wird im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Es legt das Mindestalter für eine Beschäftigung auf 14 Jahre fest und verbietet für Jugendliche die Akkord- und Fließbandarbeit.
    18. August: In einem Nachtclub auf der Hamburger Reeperbahn tritt die Beatgruppe "The Beatles" erstmals außerhalb Großbritanniens auf.
    25. August: In Rom beginnen die 17. Olympischen Sommerspiele. Sie dauern bis zum 11. September.
    30. August: Das Statistische Bundesamt teilt mit, daß männliche Angestellte gegenwärtig einen duchschnittlichen Bruttoverdienst von 709 DM pro Monat erhalten.
    7. September: In München wird der Deutsche Taschenbuch- Verlag (dtv) gegründet.
    12. September: Walter Ulbricht wird Vorsitzender des DDR- Staatsrates.
    28. September: Als erstes Bundesland zahlt Niedersachsen die Gehälter für seine 12.000 Landesbeamten mit Hilfe einer Datenverarbeitungsanlage aus.
    4. Oktober: Der deutsche Reisebüroverband in Kiel teilt mit, daß in der Reisesaison 1960 70 % der 13 Millionen
    deutschen Urlauber ihre Ferien in der Bundesrepublik verbracht haben.
    6. Oktober: Der Mainzer Universitätsprofessor Karl Holzamer erklärt sich bereit, Intendant des umstrittenen Zweiten Fernsehprogramms zu werden.
    18. Oktober: Das "Informationsblatt der evangelischen Kirche" in Bielefeld teilt mit, daß innerhalb der Bundesrepublik seit 1949 knapp eine Million Vertriebene aus strukturschwachen Gebieten in Industrieregionen umgesiedelt wurden.
    28.Oktober: Deutschlandfunk und Deutsche Welle werden als bundeseigene Radioanstalten zugelassen.
    28. Oktober: Die "silbernen" und "goldenen" Sonntage werden zugunsten von verkaufsoffenen Samstagen abgeschafft.
    29. Oktober: Uwe Seeler vom Hamburger Sportverein wird von den bundesdeutschen Journalisten zum "Fußballer des Jahres" gewählt.
    1. November: Mit 7,43 Millionen Hektolitern wurde 1960 eine deutsche Rekord- Weinernte erzielt, die aus Platzgründen teils in Schwimmbädern gelagert wird.
    5. November: Nach einer Mitteilung des Gesamtverbandes gemeinnütziger Wohnungsbauunternehmen verfügen 48 % der Wohnungen in der Bundesrepublik über ein Bad oder eine Dusche. In kleineren Gemeinden gibt es diesen Komfort nur in 25,8 % aller Wohnungen.
    8. November: Bundesarbeitsminister Theodor Blank gibt in Bonn bekannt, daß die Sonntagsarbeit für alle Produktionszweige, mit Ausnahme der Stahlindustrie, beseitigt werden soll.
    24. November: Nach einem Bericht der "FAZ" hat die Mode der Teakholz- Möbel ihren Höhepunkt überschritten. Verstärktes Kaufinteresse fänden nun altdeutsche Stilmöbel und helle skandinavische Einrichtungsgegenstände.
    25. November: Die SPD nominiert Willy Brandt als ihren Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 1961.
    4. Dezember: Nach einem Anstieg der Fluchtwelle von Akademikern fordern Pastoren in beiden Teilen Deutschlands "Reisewillige" zum Verbleib in der DDR auf.
    13. Dezember: Nach Mitteilung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt werden ab 1961 neue Banknoten in den Verkehr gebracht.
    24. Dezember: In der Bundesrepublik tritt die Kennzeichnungspflicht für Fremdstoffe in Lebensmitteln auf Verpackungen und Speisekarten in Kraft.
    24. Dezember: Zum Heiligen Abend gibt es in der Bundesrepublik nur in Süddeutschland und in den Bergen Schnee.

    2

    Sonntag, 24. Mai 2015, 11:34

    Erstmal danke für die Mühe so eine Chronik aufzustellen.
    Neben den vielen Informationen tauchen dann doch wieder Erinnerungen an längst Vergessenes wieder auf (z.B. Bahnsteigkarten). Interessant ist auch wenn man sich die Entwicklung der Daten bis heute ansieht. So brauchte man sich, wenn man das Verhältnis Lehrstellenanwärter/Arbeitslose zu Ausbildungsplätzen/offenen Stellen ansieht, keine große Sorgen um einen Arbeitsplatz zu machen. Und mit einem Ecklohn von 2,82 DM/Stunde konnte ein Alleinverdiener eine Familie mit mehreren Kindern versorgen. Dafür war der Wohlstand aber noch wesentlich geringer (ein eigenes Auto war noch die Ausnahme, über die Hälfte der Wohnungen hatte kein Bad/Dusche). Urlaub war noch nicht gleichbedeutend mit verreisen, sondern eher mit Erholung zu Hause oder Verwandtenbesuch innerhalb von Deutschland. Der Urlaubsanspruch lag zu dieser Zeit bei 16-17 Tagen, das waren, wegen der 6-Tage-Woche, nicht einmal 3 Wochen Urlaub und die Wochenarbeitszeit lag bei etwa 45 Stunden.
    Einiges hat sich im Vergleich zu heute auch so gut wie nicht verändert (Kein Schnee zu Heilig Abend).

    3

    Sonntag, 24. Mai 2015, 18:48

    Danke für das Danke. Ich habe mich bemüht, aus der Fülle von Informationen neben den Eckdaten der "Haupt- und Staatsaktionen" vor allem Infos herauszufiltern, die für den "Otto Normalverbraucher" Bedeutung hatten oder erhalten würden.
    Wichtig waren für mich auch die Fakten über die Entwicklung in der DDR, da einige meiner Verwandten just in diesem Jahr über Berlin "in den Westen gemacht" sind und andere dort blieben. Meine Mutter kam aus Stendal.
    Ich eröffne für jedes Jahr einen eigenen Thread, so daß ihr in der Lage seid, euch noch wichtig erscheinende Infos aus den jeweiligen Jahren an dieser Stelle hinzuzufügen.