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    Freitag, 2. August 2013, 17:59

    Büdchen im Privathaus und Gaunereien am Kaugummiautomaten

    In den 60ern hatten wir Kinder am Rand einer westdeutschen Kleinstadt "unter der Woche" keinen Zugang zu freistehenden, gut sortierten Kiosken, bei uns nannte man die "Büdchen". Die gab´s nur in der Innenstadt oder in der benachbarten Großstadt.
    "Unser" Büdchen am Wald war ein kleiner Raum, der in einem Privathaus eingerichtet wurde, mit Schiebefenster für die Warenausgabe. Frau Fuchs betrieb diesen nur nebenbei, daher mußten wir erst klingeln, bevor sich die Dame hinunter bemühte und uns mit unfreundlichem Blick musterte.
    Da wir damals noch kein Taschengeld erhielten, reichte es meist nur für ein paar Süßigkeiten oder ein bis zwei der berühmt- berüchtigten Winnetou- Wundertüten zum Preis von 20 Pfennig.
    In diesem Lädchen gab es die genannten Süßigkeiten, Bonbons damals auch noch einzeln, Zeitungen und Zeitschriften sowie eine begrenzte Auswahl an Comicheften. Die bekam ich aber nur gelegentlich an Sonntagen, wenn ich für meinen Vater eine Tube "Brisk" oder "Fit" zur Haarverschönerung aus dem Büdchen holen mußte.
    Hochinteressant waren für uns auch die an diversen Gebäuden angebrachten Kaugummiautomaten, meist mit runden Kugeln und diversen sonstigen Einlagen bestückt, die besonders begehrt waren. Und das ganze zum Preis von 10 Pfennigen. Da der Groschen aber bei uns oft einfach nicht vorhanden war, dachten wir uns etwas Besonderes aus. Mit etwas Kniffelei schluckte die Drehvorrichtung des Automaten nämlich auch einen schnöden Pfennig in Verbindung mit einem abgebrochenem Streichholz.
    Dies klappte eine Weile ganz gut, bis die Hersteller eine neue Generation von Automaten aufstellten, bei denen dieser plumpe Trick nicht mehr verfing.
    Einzelne Privathäuser in der Nachbarschaft unterhielten auch eine Tiefkühltruhe mit Eisangeboten. Erinnern kann ich mich noch an die Marke "Gelati Motta", für die mit einem Fähnchen am Haus geworben wurde. Reich geworden wird die "Eismutti" damit nicht sein, da wir an der nahe gelegenen Durchgangsstraße eine Eisdiele hatten, in der es die Kugel für 10 Pfennig gab. Gelegentlich gab´s auch mal ein leeres Hörnchen umsonst, wenn der notwendige Kapitaleinsatz beim besten Willen von uns nicht aufgebracht werden konnte.
    Auch einen mobilen Eismann gab´s damals schon genauso wie heute.

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    Samstag, 3. August 2013, 10:23

    bzgl. Kaugummiautomaten fällt mir die Geschichte ein, wie wir an der Schule einen Kaugummiautomaten hatten und gern mal was da kauften. Meine Schwester entdeckte einmal, daß wenn man verkehrt herum dreht, kommen kostenlos die Süßigkeiten raus! Das war ein Segen, wir leerten den ganzen Kasten, sammelten alles in den T-Shirts und verteilten es innerhalb unserer Gruppe. Um uns herum bildete sich eine Traube Kinder, die daran teilhaben wollten, jedoch nur die "starken" einige Pseudofeuerzeuge ergatterten, die man in dem Kaugummiautomaten auch kriegen konnte.

    Als wir stolz damit heimkamen, gab es ein Donnerwetter. Unsere Mutter sagte, es sei Diebstahl. Wir müßten bei dem Besitzer (der Name stand auf dem Automaten) anrufen. Meine Schwester, die ältere von uns, gerade mal 11, sollte die Nummer heraussuchen und sie rief da heulend an. Der Besitzer jedoch meinte, er käme die Kaugummis abholen, sei er jedoch nach 4 Wochen nicht dagewesen, ist es unseres. Er kam nie. Wir hatten die kleinen Spielzeuge (Flummi, Bildchen, Kreisel..) noch viele Jahre.

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    Samstag, 3. August 2013, 18:08

    Kaugummiautomatenspezialisten

    Abgesehen von uns minderjährigen "Kleinkriminellen" gab es auch Spezialisten, die zuwarteten, bis wertvollere Beilagen in die Nähe des Ausgabeschachtes nachgerutscht waren und die Chance bestand, diese "Schätze" für ´nen Groschen zu ergattern.
    Allerdings war der Konkurrenzdruck hier relativ groß. Auf diesen Trichter waren auch andere Kinder gekommen, weshalb es bisweilen um diese Dinge heftige Verteilungskämpfe gab.
    Begehrt waren vor allem die kleinen Flummis und bei den Mädchen die Schmuckutensilien wie Ringe und Kettchen.
    Wenige Jahre später hatten wir für derartigen "Tinneff" nur noch ein müdes Lächeln übrig ;) .

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    Freitag, 23. August 2013, 13:19

    Man konnte mit Schütteln und Draufhauen die Kugeln in den Automaten so verschieben, dass die Chance an eines der Dinge zu kommen etwas größer war. Die kostbarste Beute war mal ein Miniaturfeuerzeug für das man dann aber Benzin zum füllen brauchte. Außerden durfte von den erwachsenen niemand wissen, dass man so etwas besaß, denn dann wäre ein Feuerzeug ganz schnell weg gewesen.

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    Freitag, 23. August 2013, 20:40

    Kaugummiautomaten gestern und heute

    Ganz genau, deshalb waren die Automaten auch recht robust gebaut und oft an Häuserwänden befestigt.
    Vor einigen Jahren sah man noch gelegentlich derartige, unbefüllte "Skelette" als Relikt der 60er in den Straßen.
    Heute sind sie praktisch verschwunden. Die Automaten der neuen Generation stehen oft vor Geschäften, Eisdielen usw., und sind auf "spezielle" Wünsche ausgerichtet (Flummies, Kinderschmuck etc.).
    Der große Renner scheinen sie bei den heutigen Kids aber nicht mehr zu sein, dafür haben die Lütten zu viele andere Alternativen. :|
    Im Netz kann man neben zahlreichen Nostalgienachbauten auch noch Originale aus den 60er/ 70er Jahren erwerben. Die Preise dafür scheinen sich in erträglichen Grenzen zu halten. Für Hardcore- Nostalgiker oder Leute mit Kellerbar sicher eine reizvolle Idee. :)

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    Sonntag, 1. September 2013, 18:50

    Jo, wobei das Bild aus den 50ern stammt und keinen Kaugummiautomaten, sondern wohl einen Spender von Toffees o.ä. zeigt, ähnlich den PEZ- Automaten aus den 60ern.
    Einen alten Doppelrahmen habe ich heute während unseres Stadtfestes noch entdeckt, darin gab´s spezielle Sachen zum Preis von 1,- Euro. Besonders einladend sah das Ganze nicht aus, da der Blister recht verschmutzt und/ oder verkratzt daherkam. Damit dürfte man heute kaum noch Kiddies zum Kauf animieren können.