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    Dienstag, 20. September 2016, 19:20

    Mato, der Indianer / Les Indiens

    Obwohl diese französische Jugendserie aus den 60ern damals wie gemacht für einen Jungen meines Alters schien, ist sie dennoch aus unerfindlichen Gründen an mir vorbeigegangen. Das mag mit schulischen Pflichten oder ganz einfach mit der Tatsache zusammenhängen, daß das "Fernsehen am Nachmittag" in meinem Elternhaus nicht allzu gern gesehen wurde :wacko: .
    "Mato" war eine 1964 in Frankreich enstandene Produktion der besonderen Art, die sich über 26 Episoden zu jeweils nur 13 Minuten besonders an Kinder und Jugendliche richtete. Bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, daß sich die Reihe aufgrund der fast identischen Staffage zumindest optisch an den deutschen Karl May- Verfilmungen der frühen 60er Jahre orientierte. Daher überrascht es auch nicht, daß die Ehefrau des für diese Serie verantwortlichen Regisseurs, Pierre Viallet, niemand geringerer als "Nscho-tschi" alias Marie Versini war. Viallet dürfte sich über Pierre Brice & Co. respektive seine Ehefrau sicher die eine oder andere Anregung für "Mato" angeeignet haben. Was den Wert der Serie aber in keinster Weise schmälert ;) .
    Dennoch war "Mato" inhaltlich in entscheidenden Punkten anders. Die Reihe war eine Mischung aus Abenteuer- und Liebesgeschichte, die das Leben der Indianer ausschließlich aus der Sicht der amerikanischen Ureinwohner erzählt. Ähnlich wie bei den "Kindern von Bullerbü" gibt es praktisch kaum Dialoge, sondern Handlungserläuterungen aus dem "Off", die in der deutschen Version kongenial von Hans Paetsch aus dem Französischen übertragen wurden. Kolportiert wird, daß mit Ausnahme der Hauptdarsteller alle mitwirkenden "Indianer" tatsächlich indianischen Ursprungs gewesen sein sollen und die Serie dadurch an Authentizität gewann. Ich lasse diese Aussage, die u.a. von Pidax stammt, hier einmal unkommentiert so stehen :S .
    Die Außenaufnahmen wurden in der malerischen Landschaft der Camargue durchgeführt, aus der auch die in der Serie auffallend häufigen weißen Pferde stammten.
    Bei uns in Deutschland lief "Mato" zwischen 1965 und 1968 im Nachmittagsprogramm der ARD mit einem ca. 14- tägigen Ausstrahlungsrhytmus.
    Worum ging es ? Mato (Alain Emery) ist der Protagonist und gleichzeitig ein junger Krieger des Tanka- Stammes, der die hübsche Häuptlingstochter Wany (Rosenda Monteras) heiraten möchte. Vor dem eigentlichen Hochzeitsritual muß jedoch erst Häuptling Tanka (Robert Mottura) durch einen riskanten Pferdediebstahl beim Nachbarstamm von dem Mut des jungen Kriegers überzeugt werden. Mato´s bester Freund ist Paco (Paco Camarero), der dem jungen Paar in jeder Gefahr beisteht.
    Wie fast jeder Indianerstamm haben auch die Tankas Erbfeinde. In diesem Fall sind es die Warapas, von denen insbesondere ihr Häuptling (Jean Sandras) und der Krieger Wakomo den Tankas immer wieder zusetzen.
    Erst ab Episode 11 treten die ersten "Bleichgesichter" meist in Form französischer Einwanderer in das Leben der Tankas. Zunächst gestalten sich die Kontakte friedlich, nachdem jedoch das Barmädchen Caroline (Catherine Desmarets) in den Stamm aufgenommen wird, bahnt sich der Konflikt mit dem Besitzer der Bar, Latimore (Daniel Martin Caille) an...
    Im Dezember 2012 veröffentlichte Pidax Film die komplette Serie als DVD- Farbedition, so daß für Fans der Reihe keine Wünsche offen bleiben sollten. Auch auf www.youtube.com finden sich einige Clips zur Reihe inklusive des Originaltrailers, die erste Eindrücke vermitteln.
    "Mato, der Indianer" war eine Wildwestserie französischer Provenienz, die das Leben der Prärieindianer für damalige Verhältnisse erstaunlich realistisch widerspiegelte und zahlreiche jugendliche Fans dazu motivierte, das Gesehene auf der Straße nachzuspielen. In den 60ern enstanden darüber hinaus zahlreiche von Jugendlichen gegründeten Wild West- Clubs, die zwar u.a. auch auf den Boom der Karl May- Verfilmungen zurückzuführen und oft eher kurzlebiger Natur waren, aber recht anschaulich den Westernboom der 60er Jahre wiedergeben, der sich auch in zahlreichen Büchern und Comics widerspiegelte.
    Die Serie bringt viele Jugenderinnerungen zurück und ist nicht nur aus nostalgischen Gründen auch heute noch sehenswert :thumbup: .

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    Montag, 30. Januar 2017, 19:16

    Antwort von Marie Versini

    Etwa 2010 oder 2011 schrieb ich per snail mail an Marie Versini, um mich zu erkundigen, ob "Les Indiens" aka "Mato" auf DVD herauskommen wuerde. Sie schrieb freundlicherweise zurueck, und gab mir die Auskunft, es sei nicht geplant.
    Ihr koennt Euch meine grosse Ueberraschung vorstellen, als es wenige Monate danach doch auf DVD erschien! :thumbup:
    Ich vermute, zu dem Zeitpunkt, als ich hinschrieb, war die DVD Veroeffentlichung laengst geplant, aber es dauert ja oft 5 bis 6 Jahre, ehe alle Rechte unter Dach und Fach sind.

    Marie Versini Fans moechte ich ihre Autobiographie "Ich war Winnetou's Schwester" ans Herz legen. Das Buch hat mehr Fotos als Text, darunter sehr viele Farbfotos, und die Anschaffung lohnt sich wirklich!