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    Dienstag, 8. November 2011, 11:03

    Wie wir in den 60er Jahren, auch ohne viel Taschengeld auskammen

    Um fast täglich an etwas Geld zukommen, waren wir sehr erfindungsreich.

    Es gab die Möglichkeit für ältere Leute einzukaufen, den Hund auszuführen usw.

    Hierfür bekam man , obwohl man immer wieder beteuerte das gerne umsonst getan zu haben, ein paar Pfennige.

    Die ersten Trinkhallen in Frankfurt und auch Geschäfte mit Ladenfensterverkauf, hatten unter dem Verkaufsfenster sehr oft tiefere Lichtschächte.
    Da fiel beim bezahlen desöfteren mal Geld hinein. Da aber keiner in den Keller gehen konnte um das Geld wieder zu holen, blieb es dort liegen.
    Mit einem langen geraden Stock, der mit einer Klebstoffpaste bestrichen war, angelten wir abends das Geld dann heraus. Manchmal war sogar ein 2- oder 5 Markstück dabei. So hatten wir 5-10 solcher Geldquellen.
    Auch Flaschen einsammeln brachte etwas Geld. Hauptsächlich an Baustellen, durften wir die leeren Flaschen der Arbeiter wegbringen.

    Bei uns in der Nähe war die Großmarkthalle für Obst und Gemüse. Wenn die Steigen mit dem Obst verladen wurden, kam es täglich vor das ganze Kisten aussortiert wurden, weil etwas Obst angedrückt war. Die armen Leute warteten dann schon darauf und für uns blieb auch noch jede Menge übrig.
    Als Beispiel 15 Orangen pro Kind war keine Seltenheit.
    Von hier aus bezogen die Obsthändler, die mit einem Drückkarren durch Frankfurt zogen auch ihre Ware. Da von hier aus in die Randgebiete,der Weg bergauf
    ging wurden wir zum mitschieben angeheuert. Da gab es eine Tüte Süßkirschen oder Trauben als Lohn.

    Bei einer Großkonditorei, die riesige Blechkuchen backte, konnten wir für unser erworbenes Geld Kuchenränder billig kaufen. Der Kuchen wurde dort in Stücke geschnitten und alles was abgeschnitten wurde bekamen wir . Eine Tüte voll 2 Kilo schwer für eine Mark. Da wurde zusammengelegt und so hatten wir ofenwarmen Kuchen.
    Wenn uns der Sinn nach Pommes Frittes stand (Pommes gab es noch selten im Straßenverkauf) hatten wir einen lieben Koch ,in einer Gaststätte ,der uns auch durchs Küchenfenster für eine Mark eine riesen Tüte Pommes verkaufte. Dafür erledigten wie auch kleinere Einkäufe für ihn oder zerkleinerten Pappkisten Mülltonnengerecht.

    Wir hatten also immer Geld für Lutscher und sonstige Annehmlichkeiten.

    Da auch der Zoo, mit dem im Zoo befindlichen Jugendkino in der Nähe war, gingen wir auch oft Sonntags in die Jugendvorstellungen.Jule Verne Filme hatten es uns angetan. Nach dem Kino konnte man dann noch umsonst im Zoo bleiben.

    Die älteren Jungs trugen damals die Abendpost-Nachtausgabe aus, da blieben immer ein paar Exemplare übrig, die wir dann an arme ältere Mitbürger verschenkten und dadurch auch bei manchen ein Stein im Brett hatten.
    So gab es eine Frau, die früher mit ihrem Mann in Afrika lebte.
    Ihre ganze Wohnung war voll Afrikanischer Mitbringsel. Für uns faszinierend.
    Sie erzählte uns sehr viel über ihre Reisen und schenkte uns auch manche Münze
    oder Briefmarke. Das tollste war, sie hatte ein Monopoly-Spiel, das wir bei schlechtem Wetter stundenlang bei ihr spielen durften.

    Außerhalb des Elternhauses eine tolle Zeit.

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    Dienstag, 8. November 2011, 16:44

    Als Kind bekam ich kein Taschengeld. Meine Großmutter und meine Tante wohnten auch in unserem Dorf. Auf einem Berg. Da war ich dann öfter einkaufen und habe die Sachen den Berg hochgeschleppt.Im Sommer bin ich dann abends mit dem Fahrrad zum Friedhof gefahren und habe das Grab meines Großvaters gepflegt. Dafür bekam ich hin- und wieder mal etwas Geld zugesteckt. Oder an besonderen Tagen wie Geburtstag oder wenn wir Besuch hatten. Auch wurde das Geld für die Schulmilch schon mal in was anderes als Schulmilch investiert. Irgendwelche anderen Geldquellen gab es auf dem Dorf kaum. Wir mussten halt sehen wir wir auch ohne viel Geld auskamen.

    Dafür blühte vor allem der Verleih- und Tauschhandel und das Glückspiel (Klicker, Murmeln). Bücher wurden häufig verliehen und Comics fleißig getauscht. Auf die wenigen Spielsachen, die man hatte, mußte man eben gut aufpassen. Kaputte Sachen wurden nicht wie heute gleich am nächsten Tag ersetzt. Und den teuren Elektronikkram von heute gab es auch noch nicht.

    In den Wäldern, auf den Hügeln, an den Bächen gab es genügend Spielmöglichkeiten, wo man statt Geld nur etwas Phantasie benötigte.

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    Dienstag, 8. November 2011, 18:49

    Erwerbsquellen in den 60ern

    Mein Haupterwerb bis zum zarten Alter von 12 (ab da bekam ich Taschengeld) bestand im Einsammeln von Bierflaschen auf den damals bei uns zahlreich vorhandenen Baustellen. Immerhin gab´s pro Flasche -,20 Pfennige beim Büdchen, die wir dann sofort wieder in Comics, Wundertüten oder Süßigkeiten umsetzten. Später spezialisierten wir uns auf das Einsammeln von Altmetallen insbesondere aus Abbruchhäusern, wofür wir später zwecks Einschmelzung sogar eine Art "Hochofen" konstruierten. Daß eingeschmolzenes Blei auch giftige Dämpfe aussendet, wußten wir damals noch nicht. Für unser Altmetall gab´s immerhin einige Mark beim Schrotthändler.

    Leider wurden wir dann in späteren Jahren auch gelegentlich "kriminell" und machten schon mal lange Finger in den Geschäften und im Kaufhaus (in unserer Kleinstadt gab´s nur eins) . Nachdem wir dann aber zwei- bis dreimal erwischt wurden und großen Ärger mit den Eltern bekamen, ließen wir das.

    Ab ca. 1969/ 70 bekam ich dann regelmäßig Taschengeld und nutzte dies eifrig zum Erwerb von Airfix- Flugzeugmodellen (1 : 72) und Briefmarken. An anderer Stelle hierzu mehr.

    Lupo911

    unregistriert

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    Dienstag, 15. September 2015, 12:37

    RE: Wie wir in den 60er Jahren, auch ohne viel Taschengeld auskammen

    Die ersten Trinkhallen in Frankfurt und auch Geschäfte mit Ladenfensterverkauf, hatten unter dem Verkaufsfenster sehr oft tiefere Lichtschächte.
    Da fiel beim bezahlen desöfteren mal Geld hinein. Da aber keiner in den Keller gehen konnte um das Geld wieder zu holen, blieb es dort liegen.
    Mit einem langen geraden Stock, der mit einer Klebstoffpaste bestrichen war, angelten wir abends das Geld dann heraus. Manchmal war sogar ein 2- oder 5 Markstück dabei. So hatten wir 5-10 solcher Geldquellen.
    Auch Flaschen einsammeln brachte etwas Geld. Hauptsächlich an Baustellen, durften wir die leeren Flaschen der Arbeiter wegbringen.

    Bei einer Großkonditorei, die riesige Blechkuchen backte, konnten wir für unser erworbenes Geld Kuchenränder billig kaufen.


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