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    Montag, 29. August 2011, 13:20

    Einkaufen zu früheren Zeiten

    In meiner Kindheit gab es zwar noch Tante-Emma-Läden, aber es gab auch schon die ersten Geschäfte mit Selbstbedienung. In dem Vorort, in dem ich groß geworden bin, gab es damals den Konsum, später wurde er in Coop umbenannt. Im Vergleich zu den heutigen Supermärkten war die Konsum-Filiale bei uns richtig klein und überschaubar. Es gab dort auch nur drei Verkäuferinnen, eine an der Obsttheke, eine für Fleisch und Wurst, und die dritte saß an der Kasse. Es gab in dem Laden nur eine einzige Kasse. Diese mechanischen Kassen waren echt laut, gar nicht wie später die elektronischen Kassen, die Ende der 70er Jahre aufkamen. Statt Einkaufswagen hatte man damals ausschließlich Körbchen, in die man seine Waren reinlegte. Damals gab es auch Rabattmarken für jeden Einkauf. Die klebte man in ein Heft, und wenn man es voll hatte, bekam man einen bestimmten Geldbetrag auf den Einkauf gutgeschrieben. Leere Pfandflaschen gab man ebenso bei der Kassiererin ab, es gab damals keine extra Pfandannahme, und natürlich erst recht keinen Leergutautomaten. Außer den Bier- und Limonadenflaschen waren das auch die Milch- und Kakaoflaschen.

    Ferner gab es auch Kaiser´s Kaffee bei uns, der war anfangs wirklich noch ein Kaffee-Geschäft, allerdings gab es dort auch Tee, Kakao, Gebäck und Schokolade. Später wurde die Filiale aber zu einem Supermarkt vergrößert, ebenso auch der Coop. Da gab es dann auch schon mehrere Kassen in einer Filiale und Ladenhilfen, die die Regale auffüllten und einem auch weiterhalfen, wenn man etwas suchte.

    Aber im Vergleich zu den heutigen Supermärkten, wie beispielsweise Real oder Kaufland oder auch die Rewe-Märkte waren diese Geschäfte immer noch klein. Insbesondere war auch das Sortiment an abgepackten Wurstwaren, abgepacktem Käse und Milchprodukten noch nicht so groß wie heutzutage. Fertige Puddings im Becher zum Beispiel gab es noch nicht, man kochte Pudding damals noch selber. Wurst kaufte man an der Wursttheke, oder man ging in die Metzgerei. Auch die Tiefkühltruhen in den Geschäften waren noch nicht so groß wie später. Sie enthielten hauptsächlich Eis, Tiefkühl-Geflügel und Gemüse, diese ganzen Fertiggerichte gab es alle noch nicht. Auch so viele Brotsorten wie heutzutage gab es dort noch nicht, weil man damals sein Brot eher noch beim Bäcker kaufte. Dort konnte man sich auch Brötchen bestellen, die einem dann morgens vor die Haustür gebracht wurden.

    Damals wurden in den Supermärkten auch noch keine Haushaltswaren verkauft, wie es heute in einem gewissen Umfang gang und gäbe ist. Wenn man etwas in der Art brauchte, ging man ins Eisenwarengeschäft, dort bekam man außer Werkzeug, Nägel und Schrauben und Fahrräder auch Geschirr, Kochtöpfe und anderes in der Art.

    Die Drogerie hatte ich an schon an anderer Stelle erwähnt. Dort wurde man noch bedient und beraten. Kräuter für Kräutertees wurden noch abgewogen, Sachen wie Weingeist oder Rosenwasser wurde einem in eine mitgebrachte Flasche abgefüllt.

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    Montag, 29. August 2011, 15:20

    Einkaufen war früher häufig eine Tour, die zumindest einen Bäcker- einen Metzger- und einen Tante-Emma-Laden umfasste. Natürlich ging man zu Fuß mit Einkaufstaschen oder -netzen. Plastiktüten gab es selbsterständlich noch nicht. Diese Läden waren meist Familienbetriebe, die auch den Familiennamen trugen und die manchmal schon mehrere Generationen bestanden. Sie verschwanden, wenn die Besitzer starben oder altersbedingt aufhören mussten und keine Kinder da waren, die den Laden weiterführen wollten oder konnten (und später, als sie von den Supermärkten übernommen oder verdrängt wurden). Verkäufer und Kunden kannten sich und so wurde nicht nur bedient und beraten, es gab immer auch eine kürzere oder längere Unterhaltung (mit den obligatorischen nervigen Fragen an den Nachwuchs: "und was macht die Schule?", "was willst du denn mal werden?" usw.). Dann traf man natürlich auch noch andere Leute auf dem Einkaufsweg, die man kannte, so dass weitere Unterhaltungspausen eingelegt wurden und so dauerte der Rundgang manchmal mehrere Stunden. Daneben gab es noch Spezialläden wie Drogerien, Elektroartikel, Eisenwaren, Haushaltswaren und einen Laden für Stoffe, Gardienen und Nähzeug in dem meine Tante sich Stoffe und Schnittmuster für ihre Kleider kaufte. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen gab es Geschenke für die Kunden, Kleinigkeiten wie Gebäck- oder Wurstwaren, Staubtücher, Flaschenöffner usw. Landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffel oder Eier wurden meist noch direkt beim Bauern gekauft. Die ersten Zwischenstufen vom Tante-Emma-Laden zum Supermarkt gab es auch schon, einen REWE und einen KONSUM. Diese glichen aber eher noch den damaligen Tante-Emma-Läden als den heutigen Supermärkten.

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    Montag, 29. August 2011, 19:31

    Kein Faible für Tante Emma - Läden

    Bis in die Mitte der 60er gab´s bei uns am Ortsrand einer Kleinstadt auch noch einen "Tante Emma- Laden". Dieser befand sich in einem Wohnhaus und bestand im wesentlichen aus einem Tresen und einigen Regalen dahinter. Die Dame des Hauses agierte gleichzeitig als Verkäuferin und ist mir als äußerst unfreundlich in Erinnerung geblieben. Als Kind habe ich mich daher gern vor dem "Einholen" gedrückt und war eher erleichtert, als um 1965/66 bei uns zwei Rewe- Supermärkte öffneten und den kleinen Laden schnell verdrängten. Dort wurden kurze Zeit darauf auch die ersten PEZ- Automaten aufgehängt, die uns weniger wegen des recht banalen Inhalts, sondern wegen der attraktiven Spender, inbesondere denen mit Disney- Motiven, interessierten.

    Auch die Betreiberin unseres "Büdchens" am Waldrand, eine ältere Frau Fuchs, war nicht gerade kinderfreundlich. Sie hatte jedoch alle Schätze, die wir damals heiß begehrten: Süßigkeiten in verschiedenen Gläsern, Wundertüten, Comics, Sammelbilder und vieles mehr. In diesem Paradies hätte ich gerne einmal übernachtet ! Außen hingen Kaugummi- Automaten, die die begehrten Kugeln für 10 Pfennige ausspuckten. Einige "Spezialisten" unter uns konnten diese Geräte anfangs durch Eingabe von einem Pfennig in Kombination mit einem Streichholz austricksen. Später wurde die Eingabemechanik gändert, so daß diese "Eingabetechnik" entfiel. Finanziert haben wir unsere Einkäufe vorwiegend durch das Sammeln von leeren Bierflaschen zum stolzen Pfand von damals 20 Pfennig, denn Taschengeld gab´s für uns zu dieser Zeit noch keins. Auch Altmetalle aus Abbruchhäusern waren gelegentlich für uns eine ergiebige Finanzierungsquelle.

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    Mittwoch, 31. August 2011, 00:01

    Zitat

    Einkaufen war früher häufig eine Tour, die zumindest einen Bäcker- einen
    Metzger- und einen Tante-Emma-Laden umfasste. Natürlich ging man zu Fuß
    mit Einkaufstaschen oder -netzen. Plastiktüten gab es selbsterständlich
    noch nicht.
    Einkaufskarren auch nicht. Das war schon eine ziemliche Schlepperei. Zumal man zu manchen Geschäften auch etwas weiter zu laufen hatte.

    Zitat

    Diese Läden waren meist Familienbetriebe, die auch den
    Familiennamen trugen und die manchmal schon mehrere Generationen
    bestanden.
    Ich ging damals hauptsächlich mit Oma einkaufen, weil sie ja auf mich aufpasste, wenn meine Mutter arbeiten ging. Sie sagte zum Beispiel, wenn sie in den Tante-Emma-Laden wollte, sie müsse zu Frau Dinges. Musste sie in die Drogerie, dann ging sie zum Streit (die Leute hießen wirklich so), der Eisenwarenladen hieß bei Oma Frau Weber, das Schreibwarengeschäft Frau Ripke. Die Geschäftsinhaber standen damals noch überwiegend selber im Laden. Genauso wie wir die Inhaber mit Namen kannten, kannten sie auch ihre Kunden, und das Schwätzchen gehörte einfach dazu. Und meine Oma kannte halb Köln-Dünnwald, da traf sie dann auf den Wegen immer wieder Nachbarinnen und Bekannte. Da blieb man dann stehen und hielt ein Schwätzchen. Auch bestimmte Verabredungen wurden auf die Weise getroffen. Wenn meine Oma beispielsweise ihre Hausschneiderin beim Einkaufen traf, konnte es durchaus passieren, dass meine Oma mit ihr ein Kleid besprach, was sie sich machen lassen wollte, und den ersten Anprobetermin ausmachte.

    Woran ich mich noch gut erinnere, waren außerdem die Neujahresverlosungen, die der Konsum und unsere Stammbäckerei veranstalteten. Zwischen Weihnachten und Sylvester bekam man, wenn man einkaufen kam, Lose, wer in der Zeit mehrmals einkaufen kam, hatte natürlich mehr Lose und somit größere Gewinnchancen. Sylvester fand dann am Nachmittag die Verlosung statt. In der Bäckerei wurden Brezeln verlost. Ich kann mich erinnern, dass wir mehrere Male eine gewonnen haben, einmal sogar den Hauptpreis, das war eine Riesenbrezel. Und im Konsum wurden verschiedene Sachen verlost, da haben wir einmal eine Ente gewonnen. War ein leckeres Neujahresessen.

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    Mittwoch, 31. August 2011, 09:50

    An die Büdchen kann ich mich auch noch erinnern und es gibt sie
    auch heute noch. Im Raum Frankfurt hießen sie Wasserhäuschen.
    Das Problem bei den damals von uns besuchten Häuschen waren
    weniger die Inhaber, als ein Teil der Kundschaft, die regelmäßig
    vor der Hütte stand. Waren die Bauarbeiter, die sich dort ihr Bier
    holten,meist noch freundlich, gab es aber auch echte Suffköppe,
    die regelmäßig dort standen und ständig meckerten.

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    Mittwoch, 31. August 2011, 18:02

    An "Alkis" vor unserem Büdchen kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Ich denke, der Unterschied besteht darin, ob ein Kiosk mitten in der Großstadt liegt oder am Rand einer 50.000 Seelen- Gemeinde, in der die soziale Kontrolle naturgemäß größer war. Desweiteren herrschte damals Hochkonjunktur, im Gegensatz zu heute sah man erwachsene Männer am Tage in Wohngebieten so gut wie gar nicht, da halt fast alle "auf Arbeit" waren ! Die Unfreundlichkeit unserer alten Damen mag auch damit zusammenhängen, daß wir "Zugezogene" waren, die in in den späten 50ern am Ortsrand errichteten "Lastenausgleichshäusern" wohnten. Als Kinder konnten wir damit möglicherweise verbundene Animositäten noch nicht zuordnen. Wir hatten dagegen einen sehr netten Eisverkäufer an der Hauptstraße, der uns bei Mangel an Bargeld (10 Pfennig für die Kugel war der Tarif um 1965) auch mal leere Hörnchen zum Nulltarif überließ. Abgestaubt haben wir auch in den Wochen vor den Bundestagswahlen. Damals fuhren noch Lautsprecherwagen durch unsere Wohnstraßen, deren akustische Wahlwerbung kaum verständlich war, die aber großzügig Luftballons, Kugelschreiber und andere Schätze an uns verteilten (z.B. 1969: Auf den Kanzler kommt es an !)

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    Freitag, 2. September 2011, 20:35

    Wenn ich bei Omi und Opi zu Besuch war und mal schnell eine Kleinigkeit zu besorgen war, schickte mich meine Oma immer zum nahe gelegenen Konsum. Dabei betonte sie den Namen immer auf einem kurzen O: "Spring emal nunner zum Konsum." Der hieß auch dann noch Konsum, als es längst ein Coop war.

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    Samstag, 3. September 2011, 08:52

    Stimmt, für uns war der Coop auch noch jahrelang der Konsum.

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    Sonntag, 25. September 2011, 14:43

    Omas Einkaufstour an den Donnerstagen, wenn Oma mich aus dem Kindergarten abholte und dann anschließend ihre Tour machte, mochte ich nicht, denn dann beinhaltete ihre Tour auch den Fischhändler, dort bestellte sie dann ihren Fisch für den Freitag vor. Ich konnte den Geruch in dem Laden einfach nicht ab. Mit der Bestellung war es dann auch nicht getan, es musste auch noch ausgiebig getratscht werden, vor allem, wenn die Frau im Geschäft war oder wenn auch Nachbarinnen gerade ihren Fisch vorbestellten. Zum Glück war ich am Freitagmorgen im Kindergarten, wenn sie ihren Fisch dann abholte, und ich musste ihn dann auch nicht essen. Oma wusste genau, dass sie mich mit Fisch jagen konnte, und backte mir dann lieber ein Spiegelei, das ersparte ihr dann mein Gemecker.

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    Sonntag, 25. September 2011, 21:10

    Einkaufen am Freitag

    Großer Einkaufstag für Lebensmittel war für meine Mutter grundsätzlich am Freitag. Den dadurch entstandenen Zeitverlust kompensierte sie durch ein etwas "einfacheres" Mittagessen wie Matjes mit Pellkartoffeln oder ähnliches. Grundsätzlich hatte ich nichts dagegen, da meine Mutter eine exzellente Köchin war und auch einfachste Gerichte schmackhaft zubereiten konnte. Sie kaufte damals bereits fast ausschließlich in Supermärkten oder bei ALDI wegen des Preisvorteils. In Letzterem galt es für gehobene Kreise in den 60ern noch als unschicklich, dort gesehen zu werden. Meinem Deutschlehrer samt Gemahlin war es jedenfalls sichtlich peinlich, dort von uns einmal angetroffen worden zu sein.

    Lediglich Kuchen holten wir alle 1 bis 2 Wochen Sonntags beim Bäcker in der Nachbarschaft, nämlich dann, wenn meine Mutter keine Lust hatte, selbst zu backen. Ich wurde dann losgeschickt und bekam als Anreiz meist ein paar Makronen von der Bäckersfrau, über die ich mich immer sehr gefreut habe.

    Im Herbst begann bei uns dann immer das große Einwecken (Äpfel, Birnen, Kürbis usw.). Ich erinnere mich noch lebhaft an den dann vorherrschenden fruchtig-würzigen Geruch in unserer Küche. Auch dies stellte meine Mutter dann Ende der 60er ein, da Obstkonserven immer günstiger wurden und wir das Frischobst großenteils kaufen mußten. Der riesige Topf zum Einkochen samt zahlreicher Weckgläser wanderte danach in den Keller, um nie wieder Verwendung zu finden.

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    Montag, 26. September 2011, 00:13

    Als es Ende der 60er in unserer näheren Umgebung den ersten Aldi gab, mussten wir dort am Langen Samstag einkaufen, denn zu Fuß war der für uns nicht erreichbar, und mein Vater musste uns mit dem Auto hinfahren, und der hatte dazu nur am Samstagnachmittag Zeit, weil er am Samstagmorgen arbeiten musste. Da war es dort dann natürlich rappelvoll. Meine Mutter kaufte dann immer einen Monatsvorrat ein: Konserven, Papierartikel wie Klopapier und Tempotücher, Getränke, Wasch und Putzmittel. Das waren dann eben Dinge, die nicht mehr oder weniger im Coop oder beim Kaisers gekauft wurden.

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    Sonntag, 30. Oktober 2011, 16:23

    In unserer Stammbäckerei konnte man auch lose Sahne kaufen, die wurde einem direkt in die mitgebrachte Sahneschüssel gespritzt. Für 1 DM kriegte man dort die ganze Sahneschüssel gefüllt. Davon machten wir sonntags öfters Gebrauch, wenn wir Obstkuchen gebacken hatten. Durch die Obstbäume, die wir im Garten hatten, gab es bei uns des öfteren Erdbeertorte oder im Herbst ein Blech Pflaumen- oder Apfelkuchen. Aber auch das selbst eingemachte Obst wurde gerne für Kuchen verwendet, für Obstsalattorte beispielsweise.

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    Donnerstag, 25. Juni 2015, 10:34

    Im Raum Frankfurt hießen sie Wasserhäuschen.
    Stimmt ! Es gab sogar eine Firma - heute würde man sagen "ne Kette", die dutzende Wasserhäuschen in und um Frankfurt hatte: Joest.
    8) The Smoker You Drink, The Player You Get 8)

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    Donnerstag, 2. Juli 2015, 15:44

    Als es Ende der 60er in unserer näheren Umgebung den ersten Aldi gab, ....
    hatten die Aldi-Läden einen Ruf, dass dort nur Ausländer und alte Leute hingehen. Viele, die sich für was besseres hielten, mieden anfangs dei Aldi-Läden. Irgendwann in den 70ern kam ein Imagewandel und siehe da: die Mutti mit dem Pudel und dem SL ging auch zu Aldi.
    8) The Smoker You Drink, The Player You Get 8)

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    Donnerstag, 2. Juli 2015, 17:38

    Feinkost Albrecht und die deutsche Klassengesellschaft in den 60ern

    Na ja, der ALDI galt in den 60ern als "Kleine - Leute- Supermarkt", den das Bürgertum meist mied.
    Denn wer möchte schon gern den "kleinen Leuten" zugerechnet werden.
    Wir waren dennoch Stammkunden dort, da meine Mutter eine kühl rechnende Hausfrau war. Leider hatte das zur Folge, daß ich sehr häufig zum Einkaufen mit dem Fahrrad dorthin beordert wurde. Wer schon einmal im Hochsommer oder bei Schnee und Eis Einkaufstüten am Lenker bei Gegenwind befördern mußte, versteht, was ich meine X( .
    Ende der 60er betrat ich mit meiner Mutter einmal diesen Discounter. Just in diesem Moment verließ mein damaliger Deutschlehrer H.- G. Sch. nebst Gemahlin das Geschäft. Wir begrüßten uns höflich, aber distanziert.
    Meinem Lehrer war es offensichtlich peinlich, an diesem Ort auf frischer Tat "erwischt" zu werden.
    Natürlich genossen Lehrer damals noch einen anderen gesellschaftlichen Stellenwert als heute. Das waren Leute "von Stand", die uns im Anzug mit Krawatte unterrichteten. Der Mann hatte also einen Ruf zu verlieren.

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    Montag, 6. Juli 2015, 21:53

    RE: Feinkost Albrecht und die deutsche Klassengesellschaft in den 60ern (etwas Off-Topic)

    Na ja, der ALDI galt in den 60ern als "Kleine - Leute- Supermarkt", den das Bürgertum meist mied.
    Denn wer möchte schon gern den "kleinen Leuten" zugerechnet werden.
    Wir waren dennoch Stammkunden dort, da meine Mutter eine kühl rechnende Hausfrau war. Leider hatte das zur Folge, daß ich sehr häufig zum Einkaufen mit dem Fahrrad dorthin beordert wurde. Wer schon einmal im Hochsommer oder bei Schnee und Eis Einkaufstüten am Lenker bei Gegenwind befördern mußte, versteht, was ich meine X( .
    Ende der 60er betrat ich mit meiner Mutter einmal diesen Discounter. Just in diesem Moment verließ mein damaliger Deutschlehrer H.- G. Sch. nebst Gemahlin das Geschäft. Wir begrüßten uns höflich, aber distanziert.
    Meinem Lehrer war es offensichtlich peinlich, an diesem Ort auf frischer Tat "erwischt" zu werden.
    Natürlich genossen Lehrer damals noch einen anderen gesellschaftlichen Stellenwert als heute. Das waren Leute "von Stand", die uns im Anzug mit Krawatte unterrichteten. Der Mann hatte also einen Ruf zu verlieren.
    So ähnlich war es mit Neckermann-Reisen. Irgendwann sprach man etwas abfällig von den "Neckermännern" :)
    8) The Smoker You Drink, The Player You Get 8)