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    Montag, 3. Januar 2022, 12:57

    Dietmar Schönherr - Der Reformer

    Im Alter zeigte er eine gewisse Reue. "Die versuchte Politisierung von Unterhaltungsformaten in den frühen 70er Jahren war ein Irrweg, der bald wieder korrigiert wurde. Es war ein Fehler". So sinngemäß die Aussage des bekannten Schauspielers, Entertainers, Schriftstellers, Talk- und Showmasters, der als Gestalter und Moderator von Quizsendungen und Talkshows in den frühen 70ern bei uns fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Was nicht zuletzt an dem einigermaßen knappen Zeitfenster liegt, in dem das Publikum mit diesen Sendungen beehrt wurde. Zeit also, der Erinnerung wieder ein wenig auf die Sprünge zu verhelfen.
    Wer war Dietmar Schönherr ? Geboren wurde der Österreicher im Mai 1926 als Sohn des Generals Otto Schönherr Edler von Schönleiten in Innsbruck/ Tirol. Im Jahre 1943 , zwischenzeitlich war die Familie von Innsbruck nach Potsdam umgezogen, bestand er sein Kriegsabitur am Potsdamer Victoria- Gymnasium. Bereits vorher war Regisseur Alfred Weidenmann während einer Schüler- Theateraufführung auf den jungen Darsteller aufmerksam geworden und verpflichtete ihn 1944 für die Hauptrolle in seinem Film "Junge Adler".
    Nach Beendigung der Dreharbeiten meldete sich Schönherr freiwillig zum Kriegsdienst, lernte jedoch schnell die Schrecken des Fronteinsatzes kennen und desertierte 1945. Nach Kriegsende begann er zunächst ein Architekturstudium, doch bereits ein knappes Jahr später engagierte ihn Regisseur Eduard Wieser für den ersten Tiroler Nachkriegsfilm "Wintermelodie". Bis 1952 arbeitete Schönherr als Sprecher, Moderator und Regisseur für den österreichischen Rundfunk und wechselte im Anschluß zum Westdeutschen Rundfunk in Köln.
    In den Folgejahren drehte er immer wieder Filme, und mit "Rosenmontag" (1955) gelang ihm der allmähliche schauspielerische Durchbruch. Insgesamt spielte Schönherr in weit über einhundert Spielfilmen mit und engagierte sich ebenso erfolgreich als Theaterschauspieler in Innsbruck, Wien, Salzburg, Berlin und Zürich.
    Legendär wurde er im Jahre 1966 in seiner Rolle als Commander McLean in der ersten deutschen Science Fiction- Serie "Raumpatrouille". Bis heute genießt diese Miniserie Kultstatus unter Fernsehnostalgikern und kam im Jahre 2003 als Zusammenschnitt der TV- Serie sogar noch einmal ins Kino.
    Auch durch die Moderation von für die damalige Zeit äußerst modernen und neuartigen Unterhaltungsshows schrieb Schönherr ein gewichtiges Stück Fernsehgeschichte. Gemeinsam mit seiner Frau Vivi Bach moderierte er zwischen 1969 und 1972 die Fernsehshow "Wünsch Dir was". Auch für die erste Talkshow des deutschen Fernsehens "Je später der Abend..." wurde Dietmar Schönherr in den Jahren 1973/74 als gastgebender Moderator verpflichtet. Bemerkenswert insbesondere für heutige Verhältnisse war dabei seine respektvolle, souveräne und dennoch packende Gesprächsführung. Als Synchronsprecher lieh Schönherr Filmgrößen wie James Dean , Sidney Poitier oder Steve McQueen seine Stimme.
    Neben seinen zahllosen beruflichen Verpflichtungen galt Dietmar Schönherrs Interesse auch vielen sozialen und politischen Projekten. Im Jahre 1969 engagierte er sich im Wahlkampf der SPÖ für den späteren österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky. Anfang der 80er Jahre unterstützte er die deutsche Friedensbewegung und trat als Wahlhelfer für die "Grünen" auf.
    Auch als Schriftsteller machte sich der vielseitige Künstler einen Namen. Viele seiner Romane sind in Mittelamerika angesiedelt, und ganz nebenbei übersetzte er auch noch Werke von André Gide und Jean Paul Sartre aus dem Französischen. Seit 1984 setzte er sich nachdrücklich für Solidaritätsprojekte in Nicaragua ein, z.B. durch den Verein "Pan y Arte". Viele Einnahmen aus seinen künstlerischen Engagements flossen in diese Projekte, so daß an seinem 85. Geburtstag im Innenhof der "Casa de los tres mundos" ein Bodenmosaik mit seinem Konterfei feierlich eingeweiht wurde.
    Zahlreiche Preise und Ehrungen zeugen von Schönherrs herausragendem Talent und seinen Engagements. Die "Goldene Kamera", der "Bambi" und der "Heinz Galinski- Preis" sind nur einige davon.
    Über lange Jahre lebte Dietmar Schönherr mit seiner dänischen Frau Vivi Bach in seiner Wahlheimat Ibiza. Nur achtzehn Monate nach ihrem Tod starb auch er am 18. Juli 2014 im Alter von 88 Jahren auf "der Insel der Schönen und Reichen".

    www.youtube.com/watch?v=wTZcFv3exJM

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    Montag, 3. Januar 2022, 13:32

    Wünsch Dir was

    "Wünsch Dir was" war ein typisches Kind seiner Zeit. Am 20. Dezember 1969 schalteten Millionen von Zuschauern das Programm des ZDF ein, denn Dietmar Schönherr und Vivi Bach waren die Gastgeber einer neuartigen Samstagabend- Show, die an diesem Tag erstmalig ausgestrahlt wurde. Die erste Folge der Spielshow "Wünsch Dir was" wurde für viele der damaligen Zuschauer zum bleibenden Erlebnis. So wurde zum Beispiel mit dem "Lichttest" der Sieger eines Spiels bestimmt. Durch das Einschalten von Lichtquellen und technischen Geräten mit hohem Stromverbrauch wurde gemessen, welche der Kandidatenfamilien den Fernsehzuschauern am besten gefallen hatte.
    Darüber hinaus gab es auch musikalische Gäste in der Show, die sich in anschließenden Interviews zum Zeitgeschehen äußern durften. "Wünsch Dir was" vom Dezember ´69 war die erste Ausgabe einer "revolutionären" Spielshow, die nicht zuletzt wegen einzelner "politischer Signale" anschließend für sehr viel Gesprächsstoff sorgte. Bei den Spielen wurden Grenzen überschritten, wie sie so zuvor noch nie in der deutschen Fernsehgeschichte stattgefunden hatten. Zwischen Dezember 1969 und Dezember 1972 wurden isgesamt 24 Folgen im Programm des ZDF ausgestrahlt.
    Die Themenkomplexe und die Spielaufbauten wurden unter anderem von André Heller entworfen, wobei zeitentsprechend neue und teils äußerst provokante Ideen umgestzt wurden. So ging es nicht nur um abfragbares Wissen, so auch um die Bewertung von interaktiven Leistungen der Familienmitglieder, die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammten. So sollten einzelne Familienmitglieder beispielsweise mit Riesenschlangen herumhantieren oder über sehr dünne Eisflächen kriechen.
    Einen Ankerpunkt der Sendung stellte ein Quiz dar, bei dem ein meist winziges, aufgenommenes Detail aus der Wohnung der jeweiligen Familie zu erraten war.
    "Wünsch Dir was" galt nach dem "Goldenen Schuß" als eine weitere frühe Form des interaktiven Fernsehens. So konnten, wie bereits oben erwähnt, die Zuschauer einer Ortschaft durch das Einschalten von Elektrogeräten oder das Betätigen der Toilettenspülung (!) für die jeweiligen Kandidatenfamilien votieren. Der dann bei den Wasser- oder E- Werken abgelesene Mehrverbrauch wurde der Spielleitung kurz darauf telefonisch mitgeteilt. Als skandalös galt für die damalige Zeit der Auftritt von Leonie Stöhr in einer halbtransparenten Bluse in der Sendung vom 7. November 1970. Vielen in Erinnerung verblieben ist auch die Sendung vom 27. März 1971, als ein Auto mit den Kandidaten in einem Bassin versenkt wurde. Eines der Familienmitglieder konnte sich nicht selbst daraus befreien und mußte von Tauchern gerettet werden.
    Im Jahre 1972 wurde "Wünsch Dir was" mit einem Bambi ausgezeichnet. Über die Gründe für die Einstellung des Formats Ende 1972 wird bis heute spekuliert. Letztendlich entscheidend dürfte die teils harsche Kritik eines Teils der Zuschauer sowie verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen gewesen sein.

    www.youtube.com/watch?v=8hBij7VWr60
    www.youtube.com/watch?v=P1H9vMQ7bNs
    www.youtube.com/watch?v=wtsUE10-eG0

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    Dienstag, 4. Januar 2022, 00:03

    RE: Dietmar Schönherr - Der Reformer

    Dietmar Schoenherr's Talk Shows habe ich leider alle verpasst, die liefen zu spaet am Abend, und vor 1980 hatte ich keinen Videorecorder, aber "Wuensch Dir was" sah ich mir regelmaessig mit meinen Eltern an. Die meisten anderen Showmaster wie Lou van Burg und Peter Frankenfeld waren uns zu spiessig, aber Schoenherr & Bach waren ein anderes Kaliber, brachten frischen Wind ins deutsche Fernsehen.
    EWG mit Kulenkampf mochten wir auch gern. Meine Mutter konnte jedesmal alle Fragen richtig beantworten. Schade, dass sie sich nie fuer EWG bewarb als Kandidatin.
    Im Alter zeigte er eine gewisse Reue. "Die versuchte Politisierung von Unterhaltungsformaten in den frühen 70er Jahren war ein Irrweg, der bald wieder korrigiert wurde. Es war ein Fehler". So sinngemäß die Aussage des bekannten Schauspielers, Entertainers, Schriftstellers, Talk- und Showmasters, der als Gestalter und Moderator von Quizsendungen und Talkshows in den frühen 70ern bei uns fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Was nicht zuletzt an dem einigermaßen knappen Zeitfenster liegt, in dem das Publikum mit diesen Sendungen beehrt wurde. Zeit also, der Erinnerung wieder ein wenig auf die Sprünge zu verhelfen.
    Wer war Dietmar Schönherr ?

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    Dienstag, 4. Januar 2022, 00:05

    RE: Dietmar Schönherr - Der Reformer

    Seit Jahren versuche ich vergeblich, die Schoenherr Biographie in Buchform zu bestellen, aber sie ist seit langer Zeit vergriffen.
    Im Alter zeigte er eine gewisse Reue. "Die versuchte Politisierung von Unterhaltungsformaten in den frühen 70er Jahren war ein Irrweg, der bald wieder korrigiert wurde. Es war ein Fehler". So sinngemäß die Aussage des bekannten Schauspielers, Entertainers, Schriftstellers, Talk- und Showmasters, der als Gestalter und Moderator von Quizsendungen und Talkshows in den frühen 70ern bei uns fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Was nicht zuletzt an dem einigermaßen knappen Zeitfenster liegt, in dem das Publikum mit diesen Sendungen beehrt wurde. Zeit also, der Erinnerung wieder ein wenig auf die Sprünge zu verhelfen.
    Wer war Dietmar Schönherr ?