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    Dienstag, 10. August 2021, 13:07

    Das Deutschland- Fernsehen oder: Wie es zur Entstehung des ZDF kam

    In den späten 50er Jahren richtete sich der Zorn des Bundeskanzlers Konrad Adenauer seit geraumer Zeit gegen den aus seiner Sicht "roten" Nordwestdeutschen Rundfunk. Das Bundespresseamt reagierte auf unbotmäßige Kritik der Massenmedien ganz im Stil der Zeit mit verstärkten Kontrollversuchen. Adenauer selbst sah allzu kritische Medien eher als lästige Beigabe denn als notwendigen Bestandteil einer parlamentarischen Demokratie und glaubte demzufolge, daß der öffentlich- rechtliche Rundfunk verstärkt ein politisches Führungsmittel seiner Regierung sein müsse.
    Am 30. September 1959 legte die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf zur umstrittenen Neuordnung des Rundfunk- und Fernsehwesens vor. Neben zwei weiteren Rundfunkanstalten, der "Deutschen Welle" und dem "Deutschlandfunk", sollte das sich vorwiegend über Werbeeinnahmen finanzierende "Deutschland- Fernsehen" geschaffen werden. Die Opposition schoß sich rasch auf dieses Vorhaben ein und prangerte das Vorhaben als "Adenauer- Staatsfunk", das die Meinungsfreiheit verletze, an. Die Bundesländer fürchteten nicht zuletzt eine Aushöhlung ihrer ureigenen Rundfunkkompetenzen und lehnten den Gesetzesentwurf Mitte November 1959 einstimmig im Bundesrat ab.
    Adenauer gab jedoch nicht auf. Am 25. Juni 1960 stellte der Bundeskanzler die Gegner des Projekts vor vollendete Tatsachen und unterzeichnete den privatrechtlichen Gesellschaftsvertrag der "Deutschland- Fernsehen GmbH". Der damalige Bundesjustizminister Fritz Schäffer sollte Treuhänder für die Länder sein. Daraufhin riefen die SPD- regierten Länder Hamburg, Bremen, Hessen und Niedersachsen das Bundesverfassungsgericht an, das zunächst einmal eine einstweilige Verfügung gegen den zum 1. Januar 1961 geplanten Start des Fernsehprogramms erließ. Adenauer wollte einen raschen Sendebeginn, da im Herbst des gleichen Jahres Bundestagswahlen anstanden. Jedoch kam ihm dabei das Bundesverfassungsgericht erneut in die Quere, das am 28. Februar 1961 das Vorhaben endgültig für verfassungswidrig erklärte.
    Nach der Niederlage des Bundes respektive Adenauers, wurden die Länder daraufhin selbst aktiv und gründeten am 6. Juni 1960 ein ländereigenes Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) als gemeinnützige Anstalt öffentlichen Rechts, das ab April 1963 auf Sendung ging.
    Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts stärkte den Föderalismus verfassungsrechtlich, inklusive aller Vor- und Nachteile, die sich im Laufe der Folgejahrzehnte daraus entwickelten. Adenauers obrigkeitsstaatlichem Ansatz einer verstärkten Mediensteuerung durch den Bund war dagegen mit dieser Entscheidung zunächst ein Riegel vorgeschoben worden.

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    Mittwoch, 11. August 2021, 17:32

    Im Deutschlandfunk nahm ich jeden (Mittwoch?) um 20 Uhr das Schlagerderby auf, da liefen viele englische Popmusik Titel in den 60er Jahren.
    Aber noch besser gefiel mir die Top Twenty auf BFBS am Sonntagnachmittag (wir lebten in Niedersachsen).

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    Mittwoch, 11. August 2021, 18:27

    Deutschlandfunk, WDR 2 und SWF 3

    Die Eltern meiner Busenfreunde H. und S. aus der unmittelbaren Nachbarschaft waren in den 60ern regelmäßige Hörer des Deutschlandfunks, während unser Haus- und Stammsender WDR 2 war. Der Nachteil des WDR- Senders bestand darin, daß ich mich ab 1970 verstärkt für Popmusik zu interessieren begann und dieser eher einen bunten Mix aus Unterhaltungsmusik, deutschen Schlagern und auch französischen Chansons bot. Englische Popmusik war hier eher unterrepräsentiert, so daß ich bei einem "Wellenbummel" zufällig auf SWF 3 stieß, der wohl als einer der ersten deutschen Sender genau diese Interessen bediente. Leider war der Empfang über Antenne so schwankend, daß ich davon absah und ab 1970/71 verstärkt BFBS auf UKW und Radio Luxemburg auf Mittelwelle hörte. BFBS hatte den Vorteil, die brandaktuellen Hits zu bieten, u.a. mit Moderator Tommy Vance. Leider quatschten die Mods ständig in die letzten Sekunden hinein, so daß Aufnahmen mit dem "Tape Deck" bisweilen zum Geduldsspiel wurden. Radio Luxemburg bot u.a. die englische Hitparade, hatte aber mit meinem Wallbaum- Transistor vor allem abends einen sehr schwankenden Mittelwellenempfang. Damals waren meine dementsprechenden Ansprüche aber auch noch sehr bescheiden... :P

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    Mittwoch, 11. August 2021, 18:42

    Radio Luxembourg bekamen wir nur ganz schlecht rein.
    Damals in den spaeten 60er Jahren gab es ausserdem einen Piratensender, der vor der englischen Kueste auf See sendete.
    Erinnerst Du Dich noch an den?

    Ja, zu meinem staendigen Kummer quatschten die bloeden Disk Jockeys immer in das Ende (oft genug auch in den Anfang) der Platten hinein. Das hielten die offenbar fuer cool, aber wir Musikfans fanden es einfach nur aergerlich.

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    Mittwoch, 11. August 2021, 22:10

    Radio Caroline und die Gründe für gekürzte Hits bei BFBS

    Der von dir erwähnte Piratensender dürfte "Radio Caroline" gewesen sein. Den gibt´s heute noch. Gehört habe ich in den frühen 70ern wohl davon, aber wahrscheinlich wohnten wir zu tief im Binnenland, um den empfangen zu können.
    Das "Reinquatschen" der BFBS- Moderatoren in die Schlußsequenzen der aktuellen Hits hatte durchaus handfeste kommerzielle Gründe. Die Produktionsfirmen stellten dem Soldatensender oft gratis die aktuellen Platten quasi "zu Werbezwecken" zur Verfügung, verpflichteten diesen aber zugleich, die Aufnahmen "leicht gekürzt" wiederzugeben, um privaten Mitschnitten in voller Länge entgegenzuwirken. Von daher das "Reingequatsche" der Moderatoren.
    BFBS war darüber hinaus Vorreiter von zahlreichen "hippen" Jingles und wies eine ganze Reihe von Starmoderatoren auf, deren Namen mir bis auf Tommy Vance leider alle entfallen sind. Ich werde da bei Gelegenheit noch einmal ein wenig recherchieren. Neben dem Unterhaltungsprofil ging es dem Sender u.a. auch um Grüße der damals in Nordirland stationierten britischen Soldaten an ihre Angehörigen. Gerade in Ulster der frühen 70er explodierte ja der politische Konflikt und schlug in gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der IRA und dem britischen Militär um.

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    Mittwoch, 11. August 2021, 22:28

    Ja, das war Radio Caroline, jetzt erinnere ich mich wieder.
    Wuerde gern mehr darueber erfahren.