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    401

    Donnerstag, 29. Dezember 2022, 14:56

    Elche und Schäferhunde

    Schöne Geschichte mit dem Elch, gerne mehr davon ! Gut abgerichtete Schäferhunde können als Schutz vor Einbrechern neben einer Pistole die halbe Miete sein; sie sind sehr rudel-/ familienorientiert und von daher als Schutzhunde ideal. Ein riesiges Problem war über Jahrzehnte HD (Hüftgelenksdysplasie), da die Züchter als Ziel u.a. einen geraden Rist angestrebt haben. Einziges Problem bei Gebrauchshunden dieser Größe: man muß im Rahmen einer artgerechten Haltung bei jedem Wetter mit ihnen raus, am besten mehrmals täglich. Woher ich das alles weiß ? Wir hatten in den 70er/80er Jahren selbst Schäferhunde und waren auch im Verein (SV). Dort wurden die Tiere auch auf den Mann abgerichtet, ein besonders "stabiles" Vereinsmitglied mußte dann mit einem Spezialaufsatz am Arm den "Dummy" spielen.
    In den USA sind Schäferhunde bei den K 9- Einheiten der Polizei weit verbreitet und folgen teilweise auch deutschen Befehlen wie "Fuß", "Sitz" oder "Faß". Scheinbar wurden die Tiere hier bei uns ausgebildet und dann nach Amerika verkauft.

    402

    Donnerstag, 29. Dezember 2022, 19:44

    RE: Elche und Schäferhunde

    Unser Cody hat bisher keine hip dysplasia, seine Eltern waren ebenfalls hip dysplasia-free. Vielleicht hat er Glueck und es bleibt ihm erspart.
    Was uns derzeit etwas Sorgen macht: er humpelt ein bisschen. Nicht jeden Tag, aber an manchen Tagen.
    Die vet verschrieb ihm Glucocemine (sp?).
    Wir gehen jeden Morgen von 5:15 Uhr bis 6 Uhr in flottem Tempo mit ihm spazieren (um das Zusammentreffen mit anderen Hunden zu vermeiden, da wir ihn neutern liessen), aber von Mitte Dezember bis Ende April haben wir einen dog walker. Zwischendurch kann Cody mehrmals am Tag in den hoch umzaeunten Garten. Und er rast dauernd upstairs und downstairs, kriegt also genug Auslauf.
    Total hingerissen bin ich vom K9 in der oesterreichischen Fernsehserie "Kommissar Rex", mittlerweile habe ich Staffel 8 erreicht.
    Es gibt ein huebsches Buch ueber den allerersten Rin Tin Tin, der im WW I durch einen GI in die USA kam.
    Schöne Geschichte mit dem Elch, gerne mehr davon ! Gut abgerichtete Schäferhunde können als Schutz vor Einbrechern neben einer Pistole die halbe Miete sein; sie sind sehr rudel-/ familienorientiert und von daher als Schutzhunde ideal. Ein riesiges Problem war über Jahrzehnte HD (Hüftgelenksdysplasie), da die Züchter als Ziel u.a. einen geraden Rist angestrebt haben. Einziges Problem bei Gebrauchshunden dieser Größe: man muß im Rahmen einer artgerechten Haltung bei jedem Wetter mit ihnen raus, am besten mehrmals täglich. Woher ich das alles weiß ? Wir hatten in den 70er/80er Jahren selbst Schäferhunde und waren auch im Verein (SV). Dort wurden die Tiere auch auf den Mann abgerichtet, ein besonders "stabiles" Vereinsmitglied mußte dann mit einem Spezialaufsatz am Arm den "Dummy" spielen.
    In den USA sind Schäferhunde bei den K 9- Einheiten der Polizei weit verbreitet und folgen teilweise auch deutschen Befehlen wie "Fuß", "Sitz" oder "Faß". Scheinbar wurden die Tiere hier bei uns ausgebildet und dann nach Amerika verkauft.

    403

    Samstag, 31. Dezember 2022, 17:43

    Die Schäferhundezucht war über Jahre hinweg die reinste Tierquälerei, so die Aussage zweier mit mir früher befreundeter Tierärztinnen. Die meinten, eigentlich sollte man da gar nicht meckern, denn mit Schäferhunden und Boxern wären die gut beschäftigt. Ebenso mit diesen qualgezüchteten Bulldoggen , Chihuahuas, Mops etc. , die sozusagen schon mit Atembeschwerden zur Welt kommen. Bei Bekannten von mir hat zur Einbruchsvereitelung ein Dackel genüg. Der hatte nächtens gebellt, war schier am durchdrehen. Am nächsten Tag erfuhren sie, dass in mehreren Häusern eingebrochen wurde, obwohl die Hausbesitzer zuhause waren. Bei ihnen war ein Kellerfenster aufgedrückt, der Einbrecher war auf dem Weg über einen Öltank, wie an den Spuren zu erkennen war. Das Gebell vom Dackel hat ihn wohl in die Flucht geschlagen.

    404

    Dienstag, 3. Januar 2023, 18:56

    Ich hatte auch einen Langhaardackel als Kind, aber niemand versuchte je, in unser winziges Endreihenhaus einzubrechen.

    Bei 100 qm3 rechneten sich die Einbrecher wohl aus, dass da keine Reichtuemer zu holen sind. :D
    Die Schäferhundezucht war über Jahre hinweg die reinste Tierquälerei, so die Aussage zweier mit mir früher befreundeter Tierärztinnen. Die meinten, eigentlich sollte man da gar nicht meckern, denn mit Schäferhunden und Boxern wären die gut beschäftigt. Ebenso mit diesen qualgezüchteten Bulldoggen , Chihuahuas, Mops etc. , die sozusagen schon mit Atembeschwerden zur Welt kommen. Bei Bekannten von mir hat zur Einbruchsvereitelung ein Dackel genüg. Der hatte nächtens gebellt, war schier am durchdrehen. Am nächsten Tag erfuhren sie, dass in mehreren Häusern eingebrochen wurde, obwohl die Hausbesitzer zuhause waren. Bei ihnen war ein Kellerfenster aufgedrückt, der Einbrecher war auf dem Weg über einen Öltank, wie an den Spuren zu erkennen war. Das Gebell vom Dackel hat ihn wohl in die Flucht geschlagen.

    405

    Mittwoch, 4. Januar 2023, 22:13

    Bilder aus Amerika (1982 - 1991)

    Die ausgesprachen schwach dokumentierte Infotainment- Serie lief recht erfolgreich im Programm des ZDF zwischen 1982 und 1991, wurde von Dieter Kronzucker und Hajo Friedrichs moderiert und zeigte ein Kaleidoskop von Themen abseits des politischen Mainstreams. Heute bildet die Reihe in der historischen Rückschau eine hervorragende Themensammlung über das Leben in den USA der 80er Jahre.
    Die sehr eingängige Titelmusik war "This Here" des Cannonball Adderley Quintets.

    www.youtube.com/watch?v=sJqjRDD5kVA

    406

    Samstag, 7. Januar 2023, 16:15

    Die Konföderierten Staaten von Amerika - Eine kritische Betrachtung

    Um einer gewissen Mythenbildung entgegenzutreten, seien gleich verschiedene Dinge vorangestellt:
    1. Während des amerikanischen Bürgerkriegs ging es durchaus nicht von Anfang an um die Sklavenbefreiung. Dies hätte sich die deutliche Mehrheit der Angehörigen der Nordstaatenarmee, seien es Freiwillige oder Rekrutierte, auch mit aller Deutlichkeit verbeten. Erst mit der "Emancipation Proclamation" von 1863 rückte die Befreiung der Afroamerikaner deutlicher in den Vordergrund. Bis dahin stand die Programmatik der "Erhaltung der Einheit der Union" an erster Stelle.
    2. Ein heute kaum noch beachteter Kriegsgrund hatte wirtschaftliche Gründe. Dem mitten in der Industrialisierung befindlichen Norden war sehr daran gelegen, seinen Absatzmarkt für Fertigprodukte in den Südstaaten zu erhalten und auszubauen, während der Süden zunehmend auf Industrieprodukte aus Großbritannien zurückgriff, da die Handelsschiffe, die England mit Baumwolle und anderen landwirtschaftlichen Produkten anliefen, nicht leer zurückfahren sollten.
    3. Die Behauptung, daß der "weiße" Süden um 1860 im Wesentlichen eine Gesellschaft von Sklavenhaltern gewesen sei, entbehrt jeder Grundlage. Zwar gab es eine Schicht von mittleren und großen Plantagenbesitzern mit teils umfangreicher Sklavenhaltung, jedoch bestanden rund 85 % der weißen Bevölkerung in den Südstaaten dieser Jahre aus kleinen bis mittleren Farmern, Handwerkern und Gewerbetreibenden, die kaum oder gar kleine Sklaven besaßen. Insofern war das Problem weitgehend auf die Oberschicht des Südens begrenzt, die ca. 5 % der weißen Gesamtbevölkerung ausmachte.

    Als die Nordstaaten die Sklavenhaltung allmählich abschafften und die Abolitionismusbewegung gleichzeitig immer stärker wurde, verschärften sich die Konflikte mit dem Süden. Als dann auch noch mit Abraham Lincoln ein Republikaner zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, erklärte als erster Staat South Carolina im Dezember 1860 seinen Austritt aus der Union. Zwar war Lincoln als Sklavereigegner bekannt, er war aber durchaus bereit, die "peculiar institution" noch aufrechtzuerhalten, da er dadurch eine weitere Abspaltung einzelner Bundesstaaten verhindern wollte. Diese erfolgte dann im Januar 1861 dennoch mit der Sezession Mississippis, Floridas, Alabamas, Georgias und Louisianas. Im Februar 1861 konstituierte sich in Montgomery/ Alabama ein "Provisorischer Kongreß" aus Vertretern dieser Staaten, die sich zu den "Konföderierten Staaten von Amerika" zusammenschlossen. Hauptstadt wurde anfänglich Montgomery, das nach dem Beitritt Virginias durch Richmond abgelöst wurde. Texas trat im März 1861 der Konföderation bei, es folgten Virginia (April 1861), Arkansas (Mai 1861), North Carolina (Mai 1861) sowie Tennessee (Juni 1861). Somit umfaßte die Konföderation elf der fünfzehn Staaten, in denen die Sklaverei erlaubt war.
    Zwar erhob die Konföderation auch Anspruch auf Missouri und Kentucky, jedoch erfolgte nie eine eindeutige politische Loslösung dieser Gebiete aus dem Verband der Vereinigten Staaten, so daß es zu der abstrusen Situation kam, daß einzelne Regimenter aus diesen Staaten sowohl für die Nord- als auch für die Südstaaten kämpften.
    Im Februar 1861 wurde die provisorische Verfassung verabschiedet, und als Präsident wurde Jefferson Davis vereidigt, der bis zur Auflösung des Staatenbundes im Jahre 1865 der einzige Präsident der Konföderierten Staaten blieb.
    Relativ zeitnah nach der Sezession verweigerte die Union der Konföderation die politische Anerkennung als eigenständiges Gebilde. Auch die internationale Anerkennung wurde den Südstaaten weitgehend verwehrt, und dies vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, da man dem Süden keine allzugroßen ökonomischen und militärischen Überlebenschancen zubilligte. Vor allem die britische Regierung, die in gewissem Umfang auf Baumwollieferungen aus dem amerikanischen Süden angewiesen war, wäre erst nach einem erfolgreichen Kriegsverlauf zu einer politischen Anerkennung bereit gewesen.
    Zur Währung wurde der CSA- Dollar, der ausschließlich in Banknoten in Umlauf gesetzt wurde und der schnell in ein hyperinflationäres Umfeld geriet und dadurch weitgehend wertlos wurde. Ausgegeben wurden Noten im Wert zwischen 10 Cent bis zu 1.000 Dollar.
    In dem rund vier Jahre andauernden Bürgerkrieg erwiesen sich die Konföderierten Staaten nach Anfangserfolgen vor allem in wirtschaftlich-produktionstechnischer Hinsicht als dem Norden völlig unterlegen, so daß Oberbefehlshaber General Robert E. Lee am 9. April 1865 in Appomattox Court House / Virginia kapitulieren mußte. Die Konföderierten Staaten von Amerika wurden daraufhin aufgelöst und zwischen 1866 und 1870 wieder als Teilstaaten in die Union eingegliedert.

    407

    Sonntag, 8. Januar 2023, 00:36

    RE: Bilder aus Amerika (1982 - 1991)

    Davon habe ich keine Folge verpasst. Im Urlaub nahm ich es per VCR auf.
    Die ausgesprachen schwach dokumentierte Infotainment- Serie lief recht erfolgreich im Programm des ZDF zwischen 1982 und 1991, wurde von Dieter Kronzucker und Hajo Friedrichs moderiert und zeigte ein Kaleidoskop von Themen abseits des politischen Mainstreams. Heute bildet die Reihe in der historischen Rückschau eine hervorragende Themensammlung über das Leben in den USA der 80er Jahre.
    Die sehr eingängige Titelmusik war "This Here" des Cannonball Adderley Quintets.

    www.youtube.com/watch?v=sJqjRDD5kVA

    408

    Sonntag, 8. Januar 2023, 00:38

    RE: Die Konföderierten Staaten von Amerika - Eine kritische Betrachtung

    Dieses Thema wird auch sehr anschaulich in der TV MIni Serie mit Patrick Swayze "Fackeln im Sturm" aka "North & South" behandelt.
    Um einer gewissen Mythenbildung entgegenzutreten, seien gleich verschiedene Dinge vorangestellt:
    1. Während des amerikanischen Bürgerkriegs ging es durchaus nicht von Anfang an um die Sklavenbefreiung. Dies hätte sich die deutliche Mehrheit der Angehörigen der Nordstaatenarmee, seien es Freiwillige oder Rekrutierte, auch mit aller Deutlichkeit verbeten. Erst mit der "Emancipation Proclamation" von 1863 rückte die Befreiung der Afroamerikaner deutlicher in den Vordergrund. Bis dahin stand die Programmatik der "Erhaltung der Einheit der Union" an erster Stelle.
    2. Ein heute kaum noch beachteter Kriegsgrund hatte wirtschaftliche Gründe. Dem mitten in der Industrialisierung befindlichen Norden war sehr daran gelegen, seinen Absatzmarkt für Fertigprodukte in den Südstaaten zu erhalten und auszubauen, während der Süden zunehmend auf Industrieprodukte aus Großbritannien zurückgriff, da die Handelsschiffe, die England mit Baumwolle und anderen landwirtschaftlichen Produkten anliefen, nicht leer zurückfahren sollten.
    3. Die Behauptung, daß der "weiße" Süden um 1860 im Wesentlichen eine Gesellschaft von Sklavenhaltern gewesen sei, entbehrt jeder Grundlage. Zwar gab es eine Schicht von mittleren und großen Plantagenbesitzern mit teils umfangreicher Sklavenhaltung, jedoch bestanden rund 85 % der weißen Bevölkerung in den Südstaaten dieser Jahre aus kleinen bis mittleren Farmern, Handwerkern und Gewerbetreibenden, die kaum oder gar kleine Sklaven besaßen. Insofern war das Problem weitgehend auf die Oberschicht des Südens begrenzt, die ca. 5 % der weißen Gesamtbevölkerung ausmachte.

    Als die Nordstaaten die Sklavenhaltung allmählich abschafften und die Abolitionismusbewegung gleichzeitig immer stärker wurde, verschärften sich die Konflikte mit dem Süden. Als dann auch noch mit Abraham Lincoln ein Republikaner zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, erklärte als erster Staat South Carolina im Dezember 1860 seinen Austritt aus der Union. Zwar war Lincoln als Sklavereigegner bekannt, er war aber durchaus bereit, die "peculiar institution" noch aufrechtzuerhalten, da er dadurch eine weitere Abspaltung einzelner Bundesstaaten verhindern wollte. Diese erfolgte dann im Januar 1861 dennoch mit der Sezession Mississippis, Floridas, Alabamas, Georgias und Louisianas. Im Februar 1861 konstituierte sich in Montgomery/ Alabama ein "Provisorischer Kongreß" aus Vertretern dieser Staaten, die sich zu den "Konföderierten Staaten von Amerika" zusammenschlossen. Hauptstadt wurde anfänglich Montgomery, das nach dem Beitritt Virginias durch Richmond abgelöst wurde. Texas trat im März 1861 der Konföderation bei, es folgten Virginia (April 1861), Arkansas (Mai 1861), North Carolina (Mai 1861) sowie Tennessee (Juni 1861). Somit umfaßte die Konföderation elf der fünfzehn Staaten, in denen die Sklaverei erlaubt war.
    Zwar erhob die Konföderation auch Anspruch auf Missouri und Kentucky, jedoch erfolgte nie eine eindeutige politische Loslösung dieser Gebiete aus dem Verband der Vereinigten Staaten, so daß es zu der abstrusen Situation kam, daß einzelne Regimenter aus diesen Staaten sowohl für die Nord- als auch für die Südstaaten kämpften.
    Im Februar 1861 wurde die provisorische Verfassung verabschiedet, und als Präsident wurde Jefferson Davis vereidigt, der bis zur Auflösung des Staatenbundes im Jahre 1865 der einzige Präsident der Konföderierten Staaten blieb.
    Relativ zeitnah nach der Sezession verweigerte die Union der Konföderation die politische Anerkennung als eigenständiges Gebilde. Auch die internationale Anerkennung wurde den Südstaaten weitgehend verwehrt, und dies vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, da man dem Süden keine allzugroßen ökonomischen und militärischen Überlebenschancen zubilligte. Vor allem die britische Regierung, die in gewissem Umfang auf Baumwollieferungen aus dem amerikanischen Süden angewiesen war, wäre erst nach einem erfolgreichen Kriegsverlauf zu einer politischen Anerkennung bereit gewesen.
    Zur Währung wurde der CSA- Dollar, der ausschließlich in Banknoten in Umlauf gesetzt wurde und der schnell in ein hyperinflationäres Umfeld geriet und dadurch weitgehend wertlos wurde. Ausgegeben wurden Noten im Wert zwischen 10 Cent bis zu 1.000 Dollar.
    In dem rund vier Jahre andauernden Bürgerkrieg erwiesen sich die Konföderierten Staaten nach Anfangserfolgen vor allem in wirtschaftlich-produktionstechnischer Hinsicht als dem Norden völlig unterlegen, so daß Oberbefehlshaber General Robert E. Lee am 9. April 1865 in Appomattox Court House / Virginia kapitulieren mußte. Die Konföderierten Staaten von Amerika wurden daraufhin aufgelöst und zwischen 1866 und 1870 wieder als Teilstaaten in die Union eingegliedert.

    409

    Sonntag, 8. Januar 2023, 13:31

    Bilder aus Amerika und meine fernseharme Zeit in den 80ern

    @chrissie777 In den 80ern hatte ich mich bewußt gegen zuviel Fernsehkonsum entschieden und etwas "Verzicht" geübt. Soweit ich mich erinnere, habe ich damals nur einzelne Talkshows regelmäßig angeschaut und auf NDR "Vor 40 Jahren" wegen der Kriegswochenschauen, an die ansonsten nicht leicht heranzukommen war. Viele damalige Unterhaltungsformate sind mir deshalb entgangen, so z.B. "Wetten das ?", in das ich nur ein-, zweimal kurz reingeschaut habe. Thomas Gottschalk war mir als TV- Moderator immer eine Spur zu naßforsch, bis heute halte ich ihn eher für einen idealen Rundfunkmann, der er in seinen frühen Jahren ja auch einmal war.
    "Bilder aus Amerika" kannte ich wohl, habe mir aber wohl nur einzelne Folgen dieser Reihe angeschaut. Und das, obwohl ich damals (Studienzeit) eine amerikanische Freundin aus dem schönen Idaho hatte. ;)

    410

    Sonntag, 8. Januar 2023, 15:15

    RE: Bilder aus Amerika und meine fernseharme Zeit in den 80ern

    Uwe, ich habe schon ab 1973/1974 kaum noch ferngesehen, weil ich einen Freund hatte und oft ausgegangen bin.

    Nur "Auf der Flucht" (endlich wurden 49 noch nie gezeigte Folgen eingekauft) verpasste ich nie. 1975 begann meine Ausbildung und ich hatte noch weniger Freizeit.
    Ab Juli 1980 kauften wir uns den ersten Videorekorder, weil die "Hoehlenkinder" wiederholt wurden - zum 1. Mal nach 18 Jahren. Die nahm ich mir auf und sah sie mir jedes Jahr an.
    Leider hielt der erste VCR nicht laenger als 5 Jahre, dann gab es das System (Video 2000) nicht mehr und nun mussten wir alle Videokassetten auf VHS umkopieren, das war der zweite VCR mit dem sich mittlerweile besser durchsetzenden VHS System.
    Leider litt die Qualitaet der alten Video 2000 Kassetten sehr beim Umkopieren, und von den Hoehlenkindern waren mehrere Folgen nur noch anhoerbar, das Bild lief ununterbrochen.
    Ein Segen, dass 2011 dann ENDLICH die Serie von Peter Podehl auf DVD erschien!
    Mit dem Video 2000 Geraet von Grundig nahm ich vor allem die Holocaust Survivor Interviews auf, die zu spaeter Stunde liefen, damit sie auch ja kaum jemand ansehen konnte. Ausserdem spannende alte US Spielfilme am Samstagabend nach dem "Wort zum Sonntag", weil ich da in der Disco war.
    Dadurch konnte ich dann die tote Hosen Zeit (so nannte ich sie) um 19 Uhr/20 Uhr mit Video ansehen ueberbruecken, wenn nur alberne Game Shows im deutschen Fernsehen liefen, die ich mir nie anschaute.
    Die einzige Sendung, die ich ab 1975 regelmaessig verfolgte (ausser Dieter Kronzuckers und Werner Baeckers USA Sendungen), war Hellmut Lange's "Kennen Sie Kino?", wo ich immer gespannt vor der Mattscheibe sass und mit geraten habe. :D
    @chrissie777 In den 80ern hatte ich mich bewußt gegen zuviel Fernsehkonsum entschieden und etwas "Verzicht" geübt. Soweit ich mich erinnere, habe ich damals nur einzelne Talkshows regelmäßig angeschaut und auf NDR "Vor 40 Jahren" wegen der Kriegswochenschauen, an die ansonsten nicht leicht heranzukommen war. Viele damalige Unterhaltungsformate sind mir deshalb entgangen, so z.B. "Wetten das ?", in das ich nur ein-, zweimal kurz reingeschaut habe. Thomas Gottschalk war mir als TV- Moderator immer eine Spur zu naßforsch, bis heute halte ich ihn eher für einen idealen Rundfunkmann, der er in seinen frühen Jahren ja auch einmal war.
    "Bilder aus Amerika" kannte ich wohl, habe mir aber wohl nur einzelne Folgen dieser Reihe angeschaut. Und das, obwohl ich damals (Studienzeit) eine amerikanische Freundin aus dem schönen Idaho hatte. ;)

    411

    Montag, 9. Januar 2023, 14:14

    The American Corner - Warum die Amerikaner auch heute noch über Tonnen prägefrischer Silberdollars verfügen

    Zu den bekanntesten Silbermünzen der USA gehört der sogenannte "Morgan- Dollar", der erstmalig im Jahre 1878 und dann bis 1904 ausgeprägt wurde. Auch 1921 wurde noch einmal eine erhebliche Stückzahl dieser Silberdollars geprägt, so daß dieser Jahrgang zu den häufigsten überhaupt gehört. Die 26,73 Gramm schweren Münzen wurde wurden in einer sogenannten 900er Legierung produziert, 90 % bestehen aus Silber, 10 % aus Kupfer. Die Kupferbeimischung diente vor allem dazu, die Legierung widerstandsfähiger gegen Abnutzung zu machen, denn Feinsilber ohne jegliche Beimischung ist ein relativ weiches Metall.
    Daß der in Amerika unter Sammlern und Edelmetallanlegern heute ausgesprochen beliebte Morgan- Dollar überhaupt eingeführt wurde, war nur durch intensivste Lobbyarbeit insbesondere der Silberproduzenten möglich. Denn nach dem "Fourth Coinage Act" von 1873 sollte es in den USA, ähnlich wie in vielen europäischen Staaten dieser Zeit, eigentlich nur noch den Goldstandard geben. Allerdings gelang es den Silberlobbyisten, meist waren es Besitzer von Silberminen vornehmlich in Nevada, im Jahre 1878 den "Bland- Allison Act" gegen das ausdrückliche Veto des damaligen amerikanischen Präsidenten Rutherford B. Hayes durchzusetzen. Dieses Gesetz verpflichtete das amerikanische Finanzministerium zum Ankauf und zur Ausmünzung von Silber in erheblichen Größenordnungen, als dessen Resultat riesige Mengen von Morgan- Silberdollars produziert wurden, die den tatsächlichen Bedarf als Zahlungsmittel deutlich überstiegen und daher oft in den "vaults" der großen amerikanischen Banken landeten. Überliefert ist, daß insbesondere an der Ostküste der "Greenback" , die amerikanische Eindollarnote, für Zahlungen bevorzugt wurde, während der Westen durchaus auch der Verwendung der unhandlicheren Silberdollars nicht abgeneigt war.
    Der "Morgan- Dollar" verdankt seinen Namen dem Entwerfer des Designs, T. Morgan (1845- 1925), der noch im Jahre 1917 nach Charles E. Barber zum amtierenden Chefgraveur der Münze in Philadelphia ernannt wurde. Die Vorderseite der Münze ziert der voluminöse Kopf von "Lady Liberty", während auf der Rückseite der amerikanische Weißkopfseeadler (Bald Eagle) mit Pfeilen und einem Olivenzweig in seinen Fängen als Symbole für Krieg und Frieden abgebildet ist. Die Amerikaner konnten in den ersten Jahren seiner Prägung diesem Motiv nicht sonderlich viel abgewinnen und bezeichneten die neue Dollarmünze scherzhaft- abwertend als "Bussard- Dollar", da der stolze Seeadler recht schmächtig wirkte und eher diesem Tier glich.
    Insgesamt wurden beachtliche 650 Millionen (!) dieser Silberdollars in verschiedenen Münzanstalten geprägt, darunter Philadelphia (Stücke ohne Münzzeichen), San Francisco (Münzzeichen S), New Orleans (Münzzeichen O), Denver (Münzzeichen D) und Carson City (CC). Letztere sind besonders gesucht, da sie in nicht allzu hohen Auflagen ausgemünzt wurden und amerikanischen Sammlern als Synonym für den "Wilden Westen" gelten. Als weitere Seltenheiten gelten die Jahrgänge 1884 S, 1892 S, 1893 S, 1895 S und 1895 O .
    Ein nicht geringer Teil der heute noch verfügbaren Exemplare des "Morgan Dollars" befindet sich in unzirkuliertem Zustand mit den üblichen "bagmarks", da die Stücke nach der Prägung in Leinensäcken an die Banken weitergegeben wurden und dadurch mehr oder weniger leichte Kratzer aufweisen.
    Abgelöst wurde der Morgan- Dollar durch den "Peace Dollar", dessen graphische Gestaltung unter Sammlern bis heute stark umstritten ist. Diese Stücke wurden zwischen 1921 und 1935 geprägt und waren die letzte Dollarprägung in Silber, die für den Umlauf vorgesehen war. Erst seit 1986 erschien die erste Silberanlagemünze mit dem Motiv der "Walking Liberty" im Wert von einem Dollar und einem Gewicht von einer "Troy Ounce" (31,1 g), die allerdings nicht mehr für den Umlauf, sondern nur noch zu Sammel- und Anlagezwecken vorgesehen war.

    www.youtube.com/watch?v=cYTOqbrCPYM

    412

    Montag, 16. Januar 2023, 14:31

    The American Corner - The Gadsden Purchase

    Immer wieder einmal taucht in historischen Abhandlungen über die Geschichte der Vereinigten Staaten der Begriff des "Gadsden Purchase" auf, der im Jahre 1953 in den USA sogar mit einer Gedenkbriefmarke geehrt wurde. Worum ging es dabei ?
    Am 30. Dezember 1853 wurde mit dem sogenannten "Gadsden Purchase", in Mexiko bekannt unter dem Begriff "Venta de la Mesilla", die amerikanische Südgrenze zu Mexiko festgelegt, wie sie heute noch besteht.
    Wie kam es dazu ? Im Februar 1848 war mit dem Vertrag von Guadelupe Hidalgo der Amerikanisch- Mexikanische Krieg zu Ende gegangen, mit dem Mexiko den gesamten heutigen Südwesten Nordamerikas an die USA verloren hatte. Grob umrissen erhielten die Vereinigten Staaten ein Territorium, auf dem sich die heutigen Staaten Texas (das sich bereits 1836 von Mexiko getrennt und zehn Jahre später den USA angeschlossen hatte), Arizona, New Mexico, Kalifornien, Teile von Wyoming und Kansas sowie Teile von Oklahoma, Colorado, Utah und Nevada befanden. In diesen Gebieten lebten um 1853 lediglich rund 80.000 Mexikaner, denen im Zuge der Vertragsverhandlungen die amerikanische Staatsbürgerschaft angeboten wurde.
    Im Süden wurde der Rio Grande zur Staatsgrenze. Im Gegenzug zahlten die Vereinigten Staaten Mexiko 15 Millionen Dollar, das entspricht nach heutiger Kaufkraft ca. eine halbe Milliarde Dollar. Offiziell wurde das Friedensdokument als "Vertrag über Frieden, Freundschaft, Grenzen und Besiedlung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik Mexiko" benannt.
    Anfang der 1850er Jahre wurde eine Eisenbahnlinie von Texas über New Mexico und Arizona nach Kalifornien geplant. Die Vermessung der Route ergab, daß die Trasse wesentlich einfacher südlich des Gila River zu verlegen war. Das sich dabei ergebende Problem war, daß diese Streckenführung auf mexikanischem Gebiet gelegen hätte. Der damals amtierende US- Präsident Franklin Pierce beauftragte daher James Gadsden, den damaligen US- Botschafter in Mexiko, mit Staatspräsident Santa Anna über den Ankauf eines Landstreifens von ca. 78.000 Quadratkilometern im Süden Arizonas und New Mexicos zu verhandeln. Gadsden war bis zum Jahre 1850 Präsident der "South Carolina Railroad Company", die die geplante Bahnlinie bauen sollte.
    Seine Mission erwies sich erfolgreich. Ursprünglich war ein weitaus größeres Stück Land Gegenstand der Verhandlungen, für das die amerikanische Regierung bereit war, 15 Millionen Dollar zu bezahlen. Die Vereinbarung löste jedoch in beiden Staaten erhebliche politische Kontroversen aus, da das US- Parlament eine Zahlung in dieser Höhe ablehnte und mexikanische Kreise nicht bereit waren, weitere Landabtretungen an die USA hinzunehmen. Allerdings war Präsident Santa Anna dringend auf Geldzahlungen angewiesen, um seine Armee stärker gegen die ständigen Revolten in seinem Land aufrüsten zu können.
    Der am 30. Dezember 1853 unterschriebene Vertrag wurde aus diesen Gründen ein Jahr später modifiziert, indem die von Mexiko abzutretende Landfläche verringert und die Zahlung für dieses Gebiet auf zehn Millionen Dollar reduziert wurde.
    Der Gadsden- Vertrag legte die Staatsgrenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexico so fest, wie wir sie heute noch kennen. Auf dem neu erworbenen Gebiet enstanden amerikanische Städte wie Tuscon, Yuma, Lordsburg und Deming. Auch entstanden in späteren Jahren einige amerikanische Nationalparks, wie etwa der "Saguaro Park". Die geplante und bereits projektierte Eisenbahnlinie wurde dagegen nie gebaut.
    Der Initiator des "Gadsden Purchase", James Gadsden, starb bereits am 26. Dezember 1858. Die älteste Landkarte dieses Gebiets wurde von Hermann Ehrenberg (1816-1866) geschaffen, einem preußischen Landvermesser und Texas- Pionier, der an der texanischen Revolution teilgenommen hatte und das Massaker von Goliad überlebte. Ehrenberg schrieb auch das Buch "Der Freiheitskampf inTexas im Jahre 1836", das im Jahre 1843 auf Englisch und ein Jahr später auch auf Deutsch veröffentlicht wurde.

    www.youtube.com/watch?v=MIOhQcgBQIw

    413

    Sonntag, 22. Januar 2023, 15:17

    The American Corner - Über die Zukunft des Automobils in den USA

    Als General Motors im Januar 2021 ankündigte, ab 2035 nur noch Elektroautos bauen zu wollen, dürften nicht wenige der Mitarbeiter dieses Konzerns erst einmal kräftig geschluckt haben. Denn für viele GM- Beschäftigte bedeutet dies, daß ihre Kenntnisse und Fähigkeiten und somit auch ihre Jobs in wenigen Jahren bereits überflüssig sein könnten. Die Botschaft von GM war sonnenklar: wenn die Volkswirtschaft der Vereinigten Staaten "grüner" werden solle, dann müßten auch in der eigenen Branche zeitnah die entsprechenden Weichenstellungen getroffen werden. Zwar wird die Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge nicht über Nacht kommen, nicht wegzuleugnen ist jedoch, daß viele jetzt noch gut verdienende Fachkräfte des Automobilbaus noch einmal umlernen müssen oder sogar endgültig freigesetzt werden. Inwieweit die "Dritte Industrielle Revolution" ihnen dann noch adäquate Jobs wird anbieten können, steht mehr als in den Sternen.
    Bisher werden viele Komponenten für Elektroautos noch in die USA importiert. Die US- Administration will dies ändern und möglichst die kompletten Lieferketten innerhalb des eigenen Landes aufbauen. Der Plan sieht vor, mit dieser Neuausrichtung rund eine Million neuer Arbeitsplätze zu schaffen. Experten betonen dagegen, daß die Herstellung von Elektroautos weit weniger arbeitsintensiv sei, insbesondere weil die Antriebe mit 30 bis 40 Prozent weniger beweglichen Teilen auskommen. Darüber hinaus könnten viele Arbeitsschritte an Zulieferer oder neugegründete Tochterunternehmen ausgelagert werden. Dort wäre der Einfluß der Gewerkschaften geringer, und auch die gezahlten Löhne wären deutlich weniger attraktiv.
    Wie viele Jobs in der Autobranche insgesamt wegfallen werden, ist momentan noch schwer abzuschätzen. Darüber hinaus drohen jedoch auch der Ölindustrie schwere Zeiten, wenn der Bedarf an herkömmlichem Treibstoff drastisch sinken wird.
    Aktuell machen Elektroautos wie Tesla in den USA jedoch noch nicht einmal zwei Prozent der Verkäufe aus. Doch die traditionellen Hersteller stehen wegen der politischen Forderungen nach konkreten Maßnahmen zur Eindämmung der Energiekrise unter Druck. So will das "progressive" Kalifornien ab 2035 den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren verbieten. Um die Elektromobilität in Schwung zu bringen, will die Bundesregierung bei den etwa 650.000 Dienstfahrzeugen mit gutem Beispiel vorangehen und zugleich eine halbe Million Ladestationen bauen lassen.
    Allerdings verfolgt die Mehrheit der amerikanischen Verbraucher derzeit noch einen etwas anderen Kurs. Besonders beliebt sind seit Jahren nicht etwa effizientere Benzin- oder Dieselfahrzeuge, sondern die im Verbrauch als besonders "schmutzig" geltenden SUV´s. Experten gehen aber davon aus, daß allmählich ein Umdenken einsetzen und sich der Trend zur Elektromobilität beschleunigen wird. Bis 2025 will allein General Motors insgesamt 30 Elektromodelle im Angebot haben und hat dafür Investitionen in Höhe von 27 Milliarden Dollar angekündigt. Für die Gewerkschaft "United Auto Workers" wird es bei den Verhandlungen 2023 in erster Linie darum gehen, möglichst viele der besonders gut bezahlten Jobs in der Branche zu erhalten. Denn Komponenten wie die Herstellung von Batterien werden von den Autokonzernen als Zuliefer- Funktion mit geringeren Lohnansprüchen bewertet. General Motors baut etwa in Lordstown/ Ohio in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Unternehmen LG Chem eine Batteriefabrik. Dort werden die künftigen Arbeiter weniger verdienen als die in den GM- Werken für die Fahrzeugmontage. Insofern könnte es 2023 noch härter zur Sache gehen als bei den Tarifverhandlungen von 2019 . Damals hatten die über "United Auto Workers" organisierten Mitarbeiter von GM vierzig Tage lang gestreikt und dem Konzern damit Kosten in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar beschert.
    Tatsächlich werden die entscheidenden Weichen schon sehr bald gestellt, da die Entwicklung neuer Automodelle in der Regel fünf bis sieben Jahre vor dem Verkaufsstart beginnt. Von daher können Unternehmensführungen wie die von GM argumentieren, daß die Entwicklung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bereits im Jahre 2028 endet, was einigermaßen realistischer erscheint als das Jahr 2035.

    414

    Montag, 23. Januar 2023, 01:05

    Elektroautos Ladestellen

    Keine Ahnung, wie der korrekte Ausdruck ist, Ladestellen oder vielleicht Aufladestellen?
    Jedenfalls war ich geschockt, als ich vor einigen Monaten versucht habe, um 10 Uhr vormittags im UMass Hospital hier in Worcester zu parken, denn die einzigen freien Parkplaetze waren solche, wo man sein Elektroauto aufladen kann.
    In meiner Verzweiflung (weil ich nicht zu spaet zu meinem Kardiologentermin kommen wollte) parkte ich schliesslich an einer Aufladestelle, und fand prompt einen $ 20 Strafzettel bei meiner Rueckkehr vor.
    In Zukunft lasse ich mir nur noch Termine um 8 Uhr morgens geben, denn um 10 Uhr gibt es selbst in der 5. Etage im UMass Parkhaus keinen normalen Parkplatz mehr, nur jede Menge Aufladeparkplaetze. :cursing: :cursing: :cursing:
    Ueber Elektroautos habe ich bisher nur Negatives gehoert. Eine Freundin aus Germany erzaehlte mir, dass ein deutsches Ehepaar mit ihrem Elektroauto nach Frankreich in Urlaub fahren wollte. Angeblich sollte das Auto 700 km ohne Aufladen schaffen, aber nach 400 km war Schluss. An der ueberlasteten Aufladestation dauerte es 2 Stunden, ehe sie an die Reihe kamen (toll, sowas im Sommer bei 36 Grad C durchzustehen!!!).
    Wir werden auch in Zukunft nur normale rental cars im Urlaub buchen, keine Elektroautos.
    Wenn wir fuer 3 Wochen im Jahr nach England, Frankreich oder Germany fliegen, dann haben wir dermassen viele sightseeing spots auf unserer Urlaubsplanung, dass wir nicht auch noch ueberfluessige Zeit mit Auto aufladen vergeuden koennen.
    Da hoert meine Bereitschaft zum umweltfreundlichen Verhalten auf.

    415

    Montag, 23. Januar 2023, 13:52

    Elektroautos

    Auch auf dieser Seite des großen Teichs hält sich das Interesse an Elektroautos eher in Grenzen. Zumal sich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß diese Kisten durchaus nicht so umweltfreundlich sind, wie von interessierten Kreisen immer behauptet wird. Insbesondere In den Batterien befindet sich ein wahrer "Giftcocktail", der bei einem Austausch nur äußerst mühsam in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden kann.
    An Elon Musk scheiden sich ebenfalls die Geister. Die einen verehren ihn geradezu als "Umweltmessias", während die anderen behaupten, daß er nur mittels massiver Staatshilfen so groß geworden ist. Die Wahrheit dürfte wie immer irgendwo in der Mitte liegen.

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    Dienstag, 24. Januar 2023, 14:36

    The American Corner - Über die "Schwarze Serie" (Film Noir) des amerikanischen Films

    Kaum eine Strömung der Filmgeschichte ist derart als eigenständige Kunstgattung in das kollektive Gedächtnis eingegangen wie der "Film Noir", bei uns eher als "Schwarze Serie" bekannt. Fast jeder kennt das Bild vom rauchenden Privatdetektiv im Trenchcoat oder das von der "Femme fatale". Diese Motive der "Schwarzen Serie" durchdringen selbst noch heute gelegentlich das moderne Genrekino.
    Geprägt wurde der Begriff "Film Noir" von einem französischen Filmkritiker, der in den amerikanischen Kriminalfilmen der frühen 40er Jahre eine neuartige, düstere Tendenz erkannte. Im Jahre 1941 erschien mit "Die Spur des Falken" der erste bedeutende Film dieses Genres, dessen Ära das amerikanische Kino rund zwanzig Jahre dominieren sollte, bevor mit "Im Zeichen des Bösen" die klassische Phase dieser Filmrichtung im Jahre 1958 weitgehend abschloß.
    Die Ästhetik der "Schwarzen Serie" entstammte ursprünglich den expressionistischen deutschen Stummfilmen der Weimarer Zeit. Werke wie "Das Cabinet des Dr. Cagliari" erschufen aus übertriebenem Licht- und Schattenspiel ganz eigene filmische Parallelwelten. Als viele deutsche Regisseure nach 1933 in die Vereinigten Staaten emigrierten, exportierten sie auch diese ganz spezielle Stilistik. Diese fiel auf den fruchtbaren Boden eines sehr amerikanischen Sujets: der Faszination am Verbrechen, das mitten in der Weltwirtschaftskrise der Dreißiger Jahre durch Gangsterfilme wie Howard Hawks "Scarface" oder William A. Wellmans "Der öffentliche Feind" gefüttert wurde. Zeitgleich produzierten einzelne amerikanische Krimiautoren immer härtere Romane, deren Protagonisten sich in einer korrupten und zynischen Welt bewegten. Dashiell Hammetts und Raymond Chandlers Privatdetektive "Sam Spade" und "Philip Marlowe" wurden zu Ikonen dieses Genres, deren Schöpfer recht schnell von Hollywood vereinnahmt wurden.
    Die während des Zweiten Weltkriegs produzierten Filme der "Schwarzen Serie" orientierten sich noch stark an klassischen Kriminalfilmen. Nach wie vor wurden sie vorwiegend im Studio gedreht und schilderten die Aufklärung von Verbrechen, schlugen aber gleichzeitig einen düstereren Tonfall an als konventionelle Krimis. Als klassische Beispiele hierfür gelten "Die Spur des Falken" (1941), "Der gläserne Schlüssel" (1942), "Laura" (1944) oder auch "Rächer der Unterwelt" (1946).
    In der zweiten Phase zwischen etwa 1945 und 1949 rückten dann die Milieus stärker in den Vordergrund. Die Großstadt als Ort von Laster und Verbrechen bildete den Mittelpunkt für Filme, die zunehmend an den Originalschauplätzen gedreht wurden. Die Protagonisten standen meist unter deutlich stärkerem Druck, und die Plots beinhalteten auch eine Reihe von starken Frauenrollen. Als Paradebeispiele für diese Zeit gelten u.a "Goldenes Gift" (1947), "Der dritte Mann" (1949) oder "Gewagtes Alibi" (1949).
    Die dritte Phase der "Schwarzen Serie" zwischen etwa 1949 und 1958 setzte sich dann zunehmend mit den eigenen Formeln auseinander. Im Bewußtsein um die eigenen Motive setzten die Kreativen auf neue Varianten, deutlich mehr Härte und auch einige Übersteigerungen. Insbesondere viele B- Produktionen dieser Jahre trieben ihre Helden in die Verzweiflung und so manchen Schurken in den Wahnsinn. Manien und Psychosen bestimmten zunehmend die Handlungen der Protagonisten. Als Beispiele seien genannt: "Polizei greift ein" (1953), "Heißes Eisen" (1953) und vor allem "Im Zeichen des Bösen" (1958 ).
    Allgemein wird Orson Welles späte Produktion "Im Zeichen des Bösen" von 1958 als Endpunkt der klassischen Zeit der "Schwarzen Serie" betrachtet. Der erste "Neo- Noir" erschien jedoch bereits 1955 und bereitete diesem Genre sein allmähliches Ende. Mit "Rattennest" drehte Robert Aldrich eine übersteigerte Persiflage auf die Welt der "Schwarzen Serie" und sprengte sie in seinem Finale regelrecht in die Luft. Infolge wurden die folgenden konventionellen Vertreter dieser Strömung branchenintern kaum noch ernst genommen.
    Abschließend soll noch eine kurze chronologische Auflistung der wichtigsten Filme der "Schwarzen Serie" nicht fehlen, anhand derer der Filmenthusiast sich ggfs. sein eigenes Programm zusammenstellen kann:
    - Die Spur des Falken (1941)
    - Der gläserne Schlüssel (1942)
    - Die Narbenhand (1942)
    - Frau ohne Gewissen (1944)
    - Laura (1944)
    - Mord, mein Liebling (1944)
    - Rächer der Unterwelt (1946)
    - Tote schlafen fest (1946)
    - Goldenes Gift (1947)
    - Der dritte Mann (1949)
    - Gewagtes Alibi (1949)
    - Polizei greift ein (1953)
    - Heißes Eisen (1953)
    - Rattennest (1955)
    - Die Rechnung ging nicht auf (1956)
    - Dein Schicksal in meiner Hand (1957)
    - Im Zeichen des Bösen (1958 )
    - Blast of Silence (1961)

    417

    Donnerstag, 26. Januar 2023, 11:03

    RE: The American Corner - Über die "Schwarze Serie" (Film Noir) des amerikanischen Films

    Ich bin seit den fruehen 70er Jahren ein grosser Film Noir Fan und auch seit Jahren Mitglied der Facebook Film Noir Gruppe.
    Und der Film Noir war fuer mich der Grund, rechtzeitig am Samstagabend aus der Disco nach Hause zu kommen und mir nach Pfarrer Sommerauer's "Wort zum Sonntag" den Spaetfilm anzusehen - in der Regel ein Film Noir.
    Besonders empfehlen kann ich "Dark Passage" (m. E. der beste der vier Bogart & Bacall Filme), "Schweigegeld fuer Liebesbriefe (The Reckless Moment, 1949) gedreht von Ophuels mit James Mason und Joan Bennett, "Konflikt" mit Humphrey Bogart und "Leave her to Heaven" mit Gene Tierney, der ist zwar in Farbe, zaehlt aber dennoch zum Film Noir Genre. Ist viel spannender als die eher gemaechliche "Laura".
    Auch hervorragend: "Impact" mit Brian Donlevy und Ella Raines.
    https://www.imdb.com/title/tt0041503/reference/
    Einer meiner Lieblingsstars des Film Noir ist Alan Ladd, den viele nur aus dem Western "Shane" kennen. Er machte "Die Narbenhand" und "Der glaeserne Schluessel", mir persoenlich gefielen jedoch "Die blaue Dahlie" und "Man in the Net" (ich weiss nicht, ob der je im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde) besser.
    Ich glaube, "Kennwort 777" mit James Stewart kann man auch zur Schwarzen Serie zaehlen.
    Kaum eine Strömung der Filmgeschichte ist derart als eigenständige Kunstgattung in das kollektive Gedächtnis eingegangen wie der "Film Noir", bei uns eher als "Schwarze Serie" bekannt. Fast jeder kennt das Bild vom rauchenden Privatdetektiv im Trenchcoat oder das von der "Femme fatale". Diese Motive der "Schwarzen Serie" durchdringen selbst noch heute gelegentlich das moderne Genrekino.
    Geprägt wurde der Begriff "Film Noir" von einem französischen Filmkritiker, der in den amerikanischen Kriminalfilmen der frühen 40er Jahre eine neuartige, düstere Tendenz erkannte. Im Jahre 1941 erschien mit "Die Spur des Falken" der erste bedeutende Film dieses Genres, dessen Ära das amerikanische Kino rund zwanzig Jahre dominieren sollte, bevor mit "Im Zeichen des Bösen" die klassische Phase dieser Filmrichtung im Jahre 1958 weitgehend abschloß.
    Die Ästhetik der "Schwarzen Serie" entstammte ursprünglich den expressionistischen deutschen Stummfilmen der Weimarer Zeit. Werke wie "Das Cabinet des Dr. Cagliari" erschufen aus übertriebenem Licht- und Schattenspiel ganz eigene filmische Parallelwelten. Als viele deutsche Regisseure nach 1933 in die Vereinigten Staaten emigrierten, exportierten sie auch diese ganz spezielle Stilistik. Diese fiel auf den fruchtbaren Boden eines sehr amerikanischen Sujets: der Faszination am Verbrechen, das mitten in der Weltwirtschaftskrise der Dreißiger Jahre durch Gangsterfilme wie Howard Hawks "Scarface" oder William A. Wellmans "Der öffentliche Feind" gefüttert wurde. Zeitgleich produzierten einzelne amerikanische Krimiautoren immer härtere Romane, deren Protagonisten sich in einer korrupten und zynischen Welt bewegten. Dashiell Hammetts und Raymond Chandlers Privatdetektive "Sam Spade" und "Philip Marlowe" wurden zu Ikonen dieses Genres, deren Schöpfer recht schnell von Hollywood vereinnahmt wurden.
    Die während des Zweiten Weltkriegs produzierten Filme der "Schwarzen Serie" orientierten sich noch stark an klassischen Kriminalfilmen. Nach wie vor wurden sie vorwiegend im Studio gedreht und schilderten die Aufklärung von Verbrechen, schlugen aber gleichzeitig einen düstereren Tonfall an als konventionelle Krimis. Als klassische Beispiele hierfür gelten "Die Spur des Falken" (1941), "Der gläserne Schlüssel" (1942), "Laura" (1944) oder auch "Rächer der Unterwelt" (1946).
    In der zweiten Phase zwischen etwa 1945 und 1949 rückten dann die Milieus stärker in den Vordergrund. Die Großstadt als Ort von Laster und Verbrechen bildete den Mittelpunkt für Filme, die zunehmend an den Originalschauplätzen gedreht wurden. Die Protagonisten standen meist unter deutlich stärkerem Druck, und die Plots beinhalteten auch eine Reihe von starken Frauenrollen. Als Paradebeispiele für diese Zeit gelten u.a "Goldenes Gift" (1947), "Der dritte Mann" (1949) oder "Gewagtes Alibi" (1949).
    Die dritte Phase der "Schwarzen Serie" zwischen etwa 1949 und 1958 setzte sich dann zunehmend mit den eigenen Formeln auseinander. Im Bewußtsein um die eigenen Motive setzten die Kreativen auf neue Varianten, deutlich mehr Härte und auch einige Übersteigerungen. Insbesondere viele B- Produktionen dieser Jahre trieben ihre Helden in die Verzweiflung und so manchen Schurken in den Wahnsinn. Manien und Psychosen bestimmten zunehmend die Handlungen der Protagonisten. Als Beispiele seien genannt: "Polizei greift ein" (1953), "Heißes Eisen" (1953) und vor allem "Im Zeichen des Bösen" (1958 ).
    Allgemein wird Orson Welles späte Produktion "Im Zeichen des Bösen" von 1958 als Endpunkt der klassischen Zeit der "Schwarzen Serie" betrachtet. Der erste "Neo- Noir" erschien jedoch bereits 1955 und bereitete diesem Genre sein allmähliches Ende. Mit "Rattennest" drehte Robert Aldrich eine übersteigerte Persiflage auf die Welt der "Schwarzen Serie" und sprengte sie in seinem Finale regelrecht in die Luft. Infolge wurden die folgenden konventionellen Vertreter dieser Strömung branchenintern kaum noch ernst genommen.
    Abschließend soll noch eine kurze chronologische Auflistung der wichtigsten Filme der "Schwarzen Serie" nicht fehlen, anhand derer der Filmenthusiast sich ggfs. sein eigenes Programm zusammenstellen kann:
    - Die Spur des Falken (1941)
    - Der gläserne Schlüssel (1942)
    - Die Narbenhand (1942)
    - Frau ohne Gewissen (1944)
    - Laura (1944)
    - Mord, mein Liebling (1944)
    - Rächer der Unterwelt (1946)
    - Tote schlafen fest (1946)
    - Goldenes Gift (1947)
    - Der dritte Mann (1949)
    - Gewagtes Alibi (1949)
    - Polizei greift ein (1953)
    - Heißes Eisen (1953)
    - Rattennest (1955)
    - Die Rechnung ging nicht auf (1956)
    - Dein Schicksal in meiner Hand (1957)
    - Im Zeichen des Bösen (1958 )
    - Blast of Silence (1961)

    418

    Freitag, 27. Januar 2023, 14:56

    The American Corner - The Alamo: historischer Hintergrund und der Spielfilm von 1960

    Im Jahre 1821 hatte Mexiko die Unabhängigkeit von Spanien erlangt. In den darauffolgenden Jahren kamen viele Siedler aus den Vereinigten Staaten nach Texas, das damals noch zum Territorium Mexikos gehörte. Bald galt San Antonio de Bexar als größte Stadt auf mexikanischem Territorium, bis im Jahre 1835 eine offene Revolte gegen Mexiko ausbrach, nachdem General Antonio Lopez de Santa Anna durch einen Staatsstreich an die Macht kam und die föderale Verfassung des Landes außer Kraft setzte, was auch zu Aufständen in anderen Teilen Mexikos führte. Dies führte dazu, daß im Februar 1836 dreizehn Tage lang ca. 190 Amerikaner der Belagerung der ehemaligen Missionsstation Alamo standhielten. Als schließlich am 6. März 1836 die provisorisch zu einer Festung ausgebaute Niederlassung fiel, wurden die überlebenden Verteidiger ausnahmslos füsiliert. Nur wenige der texanischen Verteidiger waren mexikanischer Abstammung, die meisten waren Einwanderer aus Europa, darunter auch Deutschstämmige wie Henry Courtman, Henry Thomas und Jacob Darst.
    Im Jahre 1959 beabsichtigte der damals auf dem Gipfel seines Ruhms stehende Westernschauspieler John Wayne, über den zum amerikanischen Mythos gewordenen Kampf um Alamo einen Spielfilm zu produzieren, dabei auch eigenhändig Regie zu führen und eine der Hauptrollen zu übernehmen. Zu diesem Zweck mußte er sich verschulden, um die Produktionskosten von ca. zwölf Millionen Dollar, die nach heutiger Kaufkraft ca. hundert Millionen Dollar entsprächen, zu finanzieren. Letztendlich wurde die Produktion zum finanziellen Fiasko für Wayne und blieb auch neben der Co- Regie von "Die grünen Teufel" seine einzige Regiearbeit. Die Premierenversion des Films hatte mit 202 Minuten eine erhebliche Überlänge, so daß eine gekürzte, nur noch 160 Minuten lange Version für den Verleih angefertigt wurde. Lange galt die Ursprungsversion als verschollen, die erst 1991 wiederentdeckt wurde, seit 2009 restauriert und als "Director´s Cut" veröffentlicht wurde.
    "Alamo" erhielt im Jahre 1961 sieben Oscar- Nominierungen, Dimitri Tomkin für seine Filmmusik im gleichen Jahr den "Golden Globe" und John Wayne den "Laurel Award" für das beste Action- Drama.
    Worum ging es ? Im Jahre 1836 hat Texas seine Unabhängigkeit von Mexiko erklärt, jedoch will der mexikanische Diktator Santa Anna dies verhindern und zieht deshalb mit einer 7.000 Mann starken Streitmacht nach Norden. General Sam Houston (Richard Boone) stellt so schnell wie möglich Truppen gegen Santa Anna auf, da dies jedoch Zeit benötigt, soll der Vormarsch der Mexikaner so lange wie möglich aufgehalten werden. Colonel William Travis (Laurence Harvey) und Colonel James Bowie (Richard Widmark) übernehmen mit ihren Leuten diese Aufgabe und verschanzen sich in der ehemaligen Missionsstation Alamo, die auf dem Weg liegt, den Santa Annas Truppen nehmen müssen. Zwischenzeitlich treffen einige Dutzend Männer aus Tennessee unter der Führung von Davy Crockett (John Wayne) in San Antonio ein und entschließen sich, freiwillig unter Travis mitzukämpfen. Zunächst erscheinen nur einzelne mexikanische Verbände vor Alamo, wobei es Crockett und Bowie gelingt, deren Artillerie zu zerstören und eine als Verpflegung dienende Rinderherde ins Fort zu treiben. Der Junge Smitty (Frankie Avalon) aus Crocketts Mannschaft überbringt General Houston schließlich die Nachricht, daß Alamo eingeschlossen ist, doch dieser sieht sich noch nicht imstande, den Eingeschlossenen Entsatz zu schicken.
    Als Schließlich Santa Anna (Ruben Padilla) mit der mexikanischen Hauptmacht eintrifft, gewährt er den in der Festung lebenden Frauen und Kindern freien Abzug. Wenig später erfahren die Verteidiger von Alamo, daß die erhofften Verstärkungen aufgerieben wurden und sie auf sich allein gestellt sein werden. Travis stellt es den Freiwilligen frei, das Fort vor der zu erwartenden Entscheidungsschlacht freiwillig zu verlassen, doch seine Männer stellen sich ausnahmslos hinter ihn.
    In der Entscheidungsschlacht am darauffolgenden Tag wird Alamo von der mexikanischen Übermacht trotz des heldenhaften Widerstands seiner Verteidiger erstürmt, wobei sämtliche Texaner ums Leben kommen. Nur Dickinsons Frau und ihren Kindern gewährt man freien Abzug; diese treffen auf den von Houston zurückkehrenden Smitty und ziehen mit ihm davon.
    Die zeitgenössische Medienkritik konnte sich mit "Alamo" nur bedingt anfreunden und sprach von Waynes eher mittelmäßiger Regieleistung, einer inkorrekten Wiedergabe der historischen Ereignisse und klassifizierte den Film als "Heldenepos mit übertriebenem Pathos". Auch habe John Wayne ganz erheblich von der Hilfe John Fords und des Second Unit- Regisseurs Cliff Lyons profitiert. An den amerikanischen Kinokassen entwickelte sich "Alamo" in den Jahren 1960/61 trotz des hohen Produktionsaufwands und des bekannten Themas aus heute nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen zum finanziellen Flop. Denkbar ist, daß die Überlänge des Films und die teils ermüdenden langen Dialoge das Publikum nicht übermäßig angesprochen haben.

    www.youtube.com/watch?v=UQepnoQ-WIY

    419

    Dienstag, 21. Februar 2023, 14:52

    The American Corner - Fentanyl: Importschlager aus China und Mexiko ?

    Die Opioidkrise grassiert in den Vereinigten Staaten weiterhin. Begonnen hat sie vor rund zwanzig Jahren in vielen Arztpraxen und Apotheken mit einer Reihe legal verschriebener Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Oxycodon. Mittlerweile geht ein Großteil der Drogentoten jedoch auf das Konto des Wirkstoffs Fentanyl, an dem sich insbesondere chinesische Rohstoffhändler und mexikanische Drogenkartelle eine goldene Nase verdienen.
    Gute Verdienstmöglichkeiten, gepaart mit einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit, sind wohl die Hauptgründe, warum die Vereinigten Staaten seit rund zwanzig Jahren unter einer Drogenepidemie in fast schon biblischen Ausmaßen leiden. Dabei machten anfangs die großen amerikanischen Pharmaunternehmen blendende Geschäfte und bezahlen erst seit einigen Jahren dafür mit Strafen in Millionenhöhe und teilweiser Insolvenz. Im heutigen Amerika verdienen dagegen vor allem chinesische Rohstoffhändler sowie mexikanische Drogenkartelle sehr gut an der Krise von nicht unerheblichen Teilen der amerikanischen Gesellschaft. Gleichzeitig verhindert eine etwas andere Mentalität sowie andere Beschaffungspreise bei uns in Europa bisher ein Überschwappen der Opioid- Krise. Bislang fristet Fentanyl hierzulande eher ein Schattendasein auf dem illegalen Drogenmarkt, was aber nicht zwangsläufig so bleiben muß.
    Wie begann die große Opioid- Krise in den USA ? Am Beginn stand das Arzneimittel Oxycontin des damaligen Herstellers Purdue Pharma im Mittelpunkt des Geschehens. Das Medikament wurde bereits 1916 an der Universität Frankfurt entwickelt und bis 1990 unter dem Namen "Eukodal" in Deutschland verkauft, unterlag jedoch stets den Beschränkungen des Betäubungsmittelgesetzes. In den Vereinigten Staaten war das anders: bereits 1996 brachte Purdue Pharma Oxycontin auf den Markt und verstand es, das verschreibungspflichtige Schmerzmittel als hochwirksam und kaum süchtig machend zu bewerben. Infolge verschrieben zahlreiche amerikanische Ärzte das Mittel selbst bei geringen Leiden wie etwa leichten Zahnschmerzen. Noch im Jahre 2010 setzte Purdue Pharma mit Oxycontin über 3,5 Mrd. Dollar um. Die gesellschaftlichen Folgen waren verheerend: zahllose Patienten gerieten schnell in die Abhängigkeit von Oxycodon und mangels ausreichender Krankenversicherung oft auch in finanzielle Nöte. Viele Ärzte verschrieben selbst dann noch das Mittel, als die Langfristfolgen längst bekannt waren, parallel dazu entstand ein Schwarzmarkt mit illegal produziertem Oxycodon. Viele bereits Abhängige stiegen im Lauf der Zeit auf das konstengünstigere Opiat Heroin sowie aktuell auf Fentanyl um.
    Die gesellschaftlichen Folgen waren katastrophal, so daß im Jahre 2017 der damalige US- Präsident Donald Trump die Krise zum "medizinischen Notstand" erklärte. Für das mitverursachende Unternehmen Purdue Pharma und deren Inhaberfamilie bedeutete die gerichtliche Aufarbeitung dieses Skandals den wirtschaftlichen Untergang. Bereits 2007 verurteilte ein Gericht das Unternehmen zu 634,5 Millionen Dollar Strafzahlung u.a wegen irreführender Werbung und mangelnder Patientenaufklärung. Seit 2019 ist Purdue Pharma insolvent, im Verlauf des Insolvenzverfahrens sollen nicht geringe Vermögensteile "verschwunden" sein. Im Jahre 2022 ergingen weitere Klagen gegen die Apotheken- Ketten CVS, Walgreens sowie gegen Walmart, denen eine Mitschuld an der Eskalation der Opioid- Krise gegeben wird.
    Heutiger Stand der Dinge ist, daß die Opioid- Krise in den Vereinigten Staaten weiter anhält und sich mit einer zunehmenden Zahl an Sterbefällen sogar noch zu verschlimmern scheint. Nach der Oxycodon- Welle, der die Heroin- Welle folgte, bestimmt in jüngster Zeit das 50-mal stärker wirkende Opioid Fentanyl das Geschehen. Verantwortlich dafür gemacht werden vor allem chinesische Rohstoffhändler und mexikanische Drogenkartelle. Fentanyl ist ein hochwirksames Analgetikum und wurde bereits 1960 von einem belgischen Pharmazeuten entwickelt. Es macht hochgradig abhängig, unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und wird vor allem bei Durchbruchsschmerzen, z.B. bei Krebs in fortgeschrittenem Stadium oder bei starken Narkosen verabreicht. Der "Vorteil" für die Produzenten ist, daß es vergleichsweise preisgünstig in der Herstellung ist und sich als Streckmittel in Pulverform auch zur Beimischung in andere Drogencocktails eignet. So kostet z.B.ein Kilo Heroin zwischen 30.000 und 50.000 Dollar, die gleiche Menge Fentanyl dagegen nur etwa 12.000 Dollar. Oft mischen Drogendealer Fentanyl unbemerkt unter andere Suchtmittel, vor allem aus Kostengründen, aber auch, weil es viel stärker und schneller abhängig macht. Während des Suchtverlaufs kaufen die Abhängigen dann zunehmend reines Fentanyl. Mittlerweile produzieren mexikanische Drogenkartelle den Wirkstoff auch selbst, zum Teil sogar in den USA, wobei sie den großen Teil der Rohstoffe kostengünstig aus China beziehen.
    Auch die Covid 19- Krise hat zu einem nicht unerheblichen Teil zum Anstieg der Suchtkranken in den USA geführt, da immer mehr Beschäftigungslose zu harten Drogen wie Heroin und letztendlich auch zu dem kostengünstigeren Fentanyl griffen. Letzeres gilt auch deshalb als wesentlich gefährlicher, da es wesentlich schneller überzudosieren ist als die "traditionellen" Drogen. Zwar gelte unter den Drogenhändlern der Grundsatz "Tote Kunden sind schlechte Kunden", aufgrund der überbordenden Nachfrage in den USA scheint man von dieser "Geschäftsphilosophie" in jüngster Zeit doch eher abzurücken.
    Daß es bei uns noch keine Opioid- Krise gegeben hat, liegt an verschiedenen Faktoren. Zum einen hat es nicht den zentralen Auslöser der massenhaften Verschreibung von Schmerzmitteln gegeben, zum anderen ist Heroin aus Afghanistan hierzulande noch vergleichsweise preisgünstig zu bekommen. Darüber hinaus ist dieses meist braun und somit schlechter mit weißen Pulvern wie Fentanyl streckbar, während in den Vereinigten Staaten weißes, "gereinigtes" Heroin dominiert. Allerdings steigt auch bei uns in Deutschland die Zahl der Drogentoten wieder an. Nach Erkenntnissen italienischer Ermittler hat die sizilianische Mafia bereits mit dem sukzessiven Import von Fentanyl nach Europa begonnen.

    www.youtube.com/watch?v=TDsVElYz4HQ

    420

    Mittwoch, 22. Februar 2023, 00:05

    RE: The American Corner - Fentanyl: Importschlager aus China und Mexiko ?

    Wir sehen uns alte Folgen von "Law & Order" an, sind mittlerweile bei Staffel 5 von Special Victims Unit angelangt. Und immer wieder staune ich ueber diese vielen jungen Menschen in den USA, die lt. dieser TV Serie Schmerztabletten nehmen.
    Hatten die alle Unfaelle und haben Langzeitfolgen/Schmerzen oder nehmen sie diese Tabletten voellig ohne Grund ein?
    Soviele Unfaelle unter jungen Leuten kann es doch gar nicht geben!
    Infolge verschrieben zahlreiche amerikanische Ärzte das Mittel selbst bei geringen Leiden wie etwa leichten Zahnschmerzen. Noch im Jahre 2010 setzte Purdue Pharma mit Oxycontin über 3,5 Mrd. Dollar um. Die gesellschaftlichen Folgen waren verheerend: zahllose Patienten gerieten schnell in die Abhängigkeit von Oxycodon und mangels ausreichender Krankenversicherung oft auch in finanzielle Nöte. Viele Ärzte verschrieben selbst dann noch das Mittel, als die Langfristfolgen längst bekannt waren, parallel dazu entstand ein Schwarzmarkt mit illegal produziertem Oxycodon. Viele bereits Abhängige stiegen im Lauf der Zeit auf das konstengünstigere Opiat Heroin sowie aktuell auf Fentanyl um.
    Die gesellschaftlichen Folgen waren katastrophal, so daß im Jahre 2017 der damalige US- Präsident Donald Trump die Krise zum "medizinischen Notstand" erklärte. Für das mitverursachende Unternehmen Purdue Pharma und deren Inhaberfamilie bedeutete die gerichtliche Aufarbeitung dieses Skandals den wirtschaftlichen Untergang. Bereits 2007 verurteilte ein Gericht das Unternehmen zu 634,5 Millionen Dollar Strafzahlung u.a wegen irreführender Werbung und mangelnder Patientenaufklärung. Seit 2019 ist Purdue Pharma insolvent, im Verlauf des Insolvenzverfahrens sollen nicht geringe Vermögensteile "verschwunden" sein. Im Jahre 2022 ergingen weitere Klagen gegen die Apotheken- Ketten CVS, Walgreens sowie gegen Walmart, denen eine Mitschuld an der Eskalation der Opioid- Krise gegeben wird.
    Heutiger Stand der Dinge ist, daß die Opioid- Krise in den Vereinigten Staaten weiter anhält und sich mit einer zunehmenden Zahl an Sterbefällen sogar noch zu verschlimmern scheint. Nach der Oxycodon- Welle, der die Heroin- Welle folgte, bestimmt in jüngster Zeit das 50-mal stärker wirkende Opioid Fentanyl das Geschehen. Verantwortlich dafür gemacht werden vor allem chinesische Rohstoffhändler und mexikanische Drogenkartelle. Fentanyl ist ein hochwirksames Analgetikum und wurde bereits 1960 von einem belgischen Pharmazeuten entwickelt. Es macht hochgradig abhängig, unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und wird vor allem bei Durchbruchsschmerzen, z.B. bei Krebs in fortgeschrittenem Stadium oder bei starken Narkosen verabreicht. Der "Vorteil" für die Produzenten ist, daß es vergleichsweise preisgünstig in der Herstellung ist und sich als Streckmittel in Pulverform auch zur Beimischung in andere Drogencocktails eignet. So kostet z.B.ein Kilo Heroin zwischen 30.000 und 50.000 Dollar, die gleiche Menge Fentanyl dagegen nur etwa 12.000 Dollar. Oft mischen Drogendealer Fentanyl unbemerkt unter andere Suchtmittel, vor allem aus Kostengründen, aber auch, weil es viel stärker und schneller abhängig macht. Während des Suchtverlaufs kaufen die Abhängigen dann zunehmend reines Fentanyl. Mittlerweile produzieren mexikanische Drogenkartelle den Wirkstoff auch selbst, zum Teil sogar in den USA, wobei sie den großen Teil der Rohstoffe kostengünstig aus China beziehen.
    Auch die Covid 19- Krise hat zu einem nicht unerheblichen Teil zum Anstieg der Suchtkranken in den USA geführt, da immer mehr Beschäftigungslose zu harten Drogen wie Heroin und letztendlich auch zu dem kostengünstigeren Fentanyl griffen. Letzeres gilt auch deshalb als wesentlich gefährlicher, da es wesentlich schneller überzudosieren ist als die "traditionellen" Drogen. Zwar gelte unter den Drogenhändlern der Grundsatz "Tote Kunden sind schlechte Kunden", aufgrund der überbordenden Nachfrage in den USA scheint man von dieser "Geschäftsphilosophie" in jüngster Zeit doch eher abzurücken.
    Daß es bei uns noch keine Opioid- Krise gegeben hat, liegt an verschiedenen Faktoren. Zum einen hat es nicht den zentralen Auslöser der massenhaften Verschreibung von Schmerzmitteln gegeben, zum anderen ist Heroin aus Afghanistan hierzulande noch vergleichsweise preisgünstig zu bekommen. Darüber hinaus ist dieses meist braun und somit schlechter mit weißen Pulvern wie Fentanyl streckbar, während in den Vereinigten Staaten weißes, "gereinigtes" Heroin dominiert. Allerdings steigt auch bei uns in Deutschland die Zahl der Drogentoten wieder an. Nach Erkenntnissen italienischer Ermittler hat die sizilianische Mafia bereits mit dem sukzessiven Import von Fentanyl nach Europa begonnen.

    www.youtube.com/watch?v=TDsVElYz4HQ