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    Sonntag, 7. August 2022, 08:36

    RE: Mathieu Carriere

    Das wurde wohl von der Reality Show "Survivor" inspiriert. Schaute ich mir zu Beginn meiner Auswanderung in die USA kurz an, ebenso "Big Brother" (da reichte eine Sendung, dann hatte ich genug), und dann wandte ich mich wieder alten Filmen zu, was ich auf Dauer lohnenswerter finde als der Mist, der heutzutage produziert wird.
    Sicher, es gibt immer wieder ein paar Highlights wie "Ein Mountie in Chicago" (Due South), "Prison Break", "24", "Law & Order", "Bosch", "Jack Ryan", "Blue Bloods", "CSI", "Cold Case" und ganz besonders die Jesse Stone TV Filme, aber das sind halt verschwindend wenige gute Krimi Serien.
    Mich konnte Carriere eigentlich nie überzeugen. Es mag sein, dass ich nur die Filme sah, in denen er fehlbesetzt war.

    Gesehen habe ich ihn vor Jahren in einer "Rolle" als Dschungelcamp-Bewohner. Da ich diese Art Sendungen komplett ablehne (ich nenne es Asso-TV, Frauentausch, Bauer sucht Frau -oder Sau? etc. ) , hatte mich eine Freundin sozusagen darauf "geschubst" und ich habe mir eine Szene bei YouTube angesehen, in der Carriere wohl eine Prüfung bestehen sollte. Er hat sich eine riesigen Kakerlak in den Mund geschoben, so dass nur das Hinterteil noch zu sehen war. Vermutlich dachte das Insekt, es wird nun gefressen und hat sich gewehrt, in dem es seine Fäkalien von sich gab. Ich dachte mir nur "Bon appétit" Monsieur Carriere, und putzen Sie sich den Mund ab.

    Wie tief kann man sinken?

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    Sonntag, 7. August 2022, 08:38

    RE: Die Adventsvierteiler

    Dann werde ich mich mal auf die Suche machen. Am besten gefiel mir damals "Robinson Crusoe" mit Robert Hoffmann, der anschliessend leider fast nur noch Boesewichte spielte wie z. B. in dem ersten "Angélique" Film.
    Siehe den Thread "TV- Serien", dort sind die aktuellen Beiträge zum Thema wieder ganz vorne zu finden. Sogar mit Beiträgen von Chrissie, Chrissie. You are welcome ! ;)

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    Sonntag, 7. August 2022, 12:47

    Neues Thema: Jahreseinkommen in den USA

    Ich hoerte gerade in den Morgennachrichten auf NECN ein interessantes Thema.
    Thema: welches sind die teuersten Staaten in den USA.

    Leider bekam ich den Anfang nicht mit, aber ich vermute mal, dass sich diese Zahlen auf eine vierkoepfige Familie beziehen, wo die Eltern beide ganztags arbeiten.
    Der teuerste Bundesstaat war in dieser Auflistung Hawaii mit ueber $ 130.000 Jahreseinkommen, um dort wirtschaftlich existieren zu koennen.
    Wer auf Platz 2 landete, weiss ich nicht mehr, Platz 3 war Kalifornien und an 4. Stelle lagen Massachusetts mit $ 86.000 Jahreseinkommen (nicht klar war ob das Brutto oder Netto sein soll) und Alaska, das an 5. Stelle lag, wo man angeblich $ 85.000 pro Jahr benoetigt. Das bezweifle ich allerdings sehr, denn in Alaska leben viel weniger Menschen als in Massachusetts, und ihr Lebensstandard ist nicht so hoch wie bei uns (ich las Buecher ueber Alaska und sah mir mehrere Dokus an).

    Dazu kann ich aus eigener Erfahrung aus dem Jahr 2006 (in Massachusetts lebend) nur folgendes sagen.
    Nach meiner zweiten Scheidung war ich damals Single, lebte in einer Mietwohnung, die mich warm fast $ 900 kostete und verdiente dank Ueberstunden (ich arbeitete von Februar bis November 2006 6 Tage pro Woche an jedem Samstag) $ 1.950 pro Monat.
    Davon konnte ich einigermassen leben und mir sogar ein paar Buecher und DVD's leisten. An Urlaub ansparen war allerdings nicht zu denken, fuer Kleidung reichte es auch kaum je.
    Das heisst also $ 24.000 Jahresnettoeinkommen fuer eine Person reichte damals so eben aus.
    Im Vergleich dazu: ein Lehrer an eineer High School verdiente damals $ 35.000 pro Jahr (vermutlich brutto). Aber hier wird nur ein Drittel Steuern abgezogen.

    Zur selben Zeit um 2006 herum las ich mehrmals in amerikanischen Frauenzeitschriften, dass Krankenschwestern ein Jahreseinkommen von $ 65.000 haetten, was mir verglichen mit meinem eigenen verdienst damals sehr gut erschien. Dennoch streiken sie Jahr fuer Jahr fuer noch mehr Geld.

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    Sonntag, 7. August 2022, 16:31

    Teuerste und günstigste Bundesstaaten in den USA

    Auf die Schnelle liegen mir Daten von 2022 vor , wobei die daneben angeführten Zahlen wohl Indexwerte, bezogen auf den Durchschnittswert 100, darstellen sollen.

    Bundesstaaten mit den höchsten Lebenshaltungskosten.

    1. Hawaii (wohl wegen des Tourismus, und weil dort sehr vieles importiert werden muß) 192,9
    2. Kalifornien (meines Erachtens weitgehend durch Eigenverschulden) 151,7
    3. New York (gemeint ist der ganze Bundesstaat, nicht NYC allein) 139,4
    4. Oregon (was mich ein wenig erstaunt) 134,2
    5. Massachusetts (über die Gründe wird Chrissie mehr wissen als ich) 131,6.

    Bundesstaaten mit den niedrigsten Lebenshaltungskosten:

    1. Mississippi 86,1
    2. Arkansas 86,9
    3. Oklahoma 87,0
    4. Missouri 87,1
    5. New Mexico 87,5

    Auffallend ist, daß es sich hierbei meist um Staaten mit hohem Anteil an schwarzer oder indigener Bevökerung handelt. So befinden sich z.B. in Oklahoma große Indianerreservate. Erstaunlich fand ich nur die Listung von Missouri auf Platz 4.

    265

    Freitag, 23. September 2022, 12:52

    The American Corner - Der Cowboy im Weißen Haus: Theodore Roosevelt

    Um 1900 waren die USA auf dem besten Weg zu einer wirtschaftlichen Supermacht. In diesem Zeitrahmen fand eine regelrechte Masseneinwanderung statt, teilweise aus Ländern, die nicht jedem "altansässigen" Amerikaner behagten. Der Städtebau boomte, man stand kurz davor, in Metropolen wie New York die ersten "skyscraper" zu errichten, ja man kann von den rund 20 Jahren vor dem Ersten Weltkrieg von einer regelrechten Urbanisierung des Landes sprechen. Begründet wurde dies vor allem durch die rasche Industrialisierung des Landes seit ca. 1880, als in den Industriezentren zahllose Arbeitskräfte benötigt wurden.
    Vor diesem Hintergrund trat ein gewisser Theodor "Teddy" Roosevelt nach dem tödlichen Attentat auf seinen Vorgänger William McKinley im Jahre 1901 als 26. und gleichzeitig jüngster Präsident der Vereinigten Staaten sein Amt an.
    Theodor Roosevelt wurde am 27. Oktober 1858 in New York als Sohn des Kaufmanns Theodore Roosevelt sen. und dessen Ehefrau Martha, geb. Bulloch, geboren. Seine Eltern waren wohlhabend, doch bereits als Kind erkrankte er an Asthma, weshalb er kaum das Elternhaus verlassen konnte, um öffentliche Schulen besuchen zu können. So wurde er bis zu seinem High School- Abschluß die meiste Zeit im elterlichen Haus von einem Privatlehrer unterrichtet. Seine freie Zeit verbrachte er meist mit dem Lesen von Tageszeitungen, ein Umstand, der zu seinem frühen Interesse an der Politik führte. Als sich sein Gesundheitszustand besserte, konnte er sich ab 1876 an der Harvard- Universität dem Studium der Politischen Wissenschaften widmen. Hier lernte er auch Alice Lee kennen, die er im Jahre 1880 heiratete. Kurz darauf wurde auch die gemeinsame Tochter zur Welt gebracht. Im Jahre 1881 schloß er sein Studium in Harvard ab und besuchte im Anschluß die Columbia- Universität, wo er Rechtswissenschaften studierte. In diversen Abhandlungen und Vorträgen entwickelte sich Roosevelt zu einem beachtlichen Rhetoriker.
    Im gleichen Jahr fand er den Einstieg in seine politische Karriere. Theodor Roosevelt wurde 1881 als Vertreter der Republikaner in das Parlament des Bundesstaates New York gewählt und war damit das jüngste Mitglied dieses Hauses. Ein Jahr später wurde sein erstes Buch mit dem Titel "Der Seekrieg von 1812" in den USA veröffentlicht. Im Jahre 1884 starb seine Ehefrau Alice und ein Jahr darauf auch seine Mutter. Um diese tragischen Ereignisse zu verarbeiten, legte Roosevelt vorübergehend sein Amt nieder und reiste mit seiner Tochter auf das Land nach Dakota, wo er eine Rinderfarm erwarb. Zahlreiche seiner Schriften über die Entwicklung des Westens der USA entstanden zu dieser Zeit. Im Jahre 1886 kehrte Roosevelt nach New York zurück, um für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, jedoch ohne Erfolg. Kurz darauf heiratete er in zweiter Ehe Edith Carow, aus dieser Beziehung gingen fünf Kinder hervor. 1887 veröffentlichte er sein Buch "Die Eroberung des Westens".
    Von Präsident Mc Kinley wurde Roosevelt im Jahre 1897 als Staatssekretär in das Marineministerium berufen. Am 25. April 1898 begann der Spanisch- Amerikanische Krieg, und Roosevelt legte seine Ämter nieder, um die legendär gewordene Kavallerieeinheit "Rough Riders" zu gründen, in der er den Rang eines Obersten bekleidete. Dabei zeichnete er sich durch militärische Erfolge und vor allem durch seinen ausgeprägten Patriotismus aus. Versehen mit diesem Image, wählte man ihn nach seiner Rückkehr 1898 zum Gouverneur des Staates New York. Zwei Jahre später wurde er Vizepräsident der USA. Nach der Ermordung McKinleys wurde Theodor Roosevelt zum 26. Präsidenten der USA vereidigt. Er verstand sich vor allem als Wahrer von Allgemeininteressen sowie auch als Vermittler zwischen einflußreichen wirtschaftlichen Interessengruppen.
    Als die USA 1903 die kolumbianische Provinz Panama besetzten, um dort ihren Einfluß geltend zu machen, setzte sich Roosevelt nachdrücklich für den Bau des Panama- Kanals ein. Bei den Präsidentschaftswahlen von 1904 wurde er mit klarer Mehrheit im Amt bestätigt. Während seiner zweiten Amtszeit setzte er sich insbesondere für den Naturschutz ein, indem er 51 Naturreservate gründen ließ und die Anzahl der Nationalparks in den USA verdoppelte.
    Im Jahre 1905 vermittelte er während des Russisch- Japanischen Krieges den Friedensabschluß und wurde dafür im Dezember 1906 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Weitere Anerkennung erhielt er mit der Unterzeichnung von weiterführenden Antitrustgesetzen, die die Monopolstellung einiger Konzerne deutlich einschränkte. Ebenfalls im Jahre 1906 nahmen die USA Einfluß auf die Marokko- Krise, und zwei Jahre später bemühte sich der Präsident um einen weitgehenden Ausgleich mit dem aufstrebenden japanischen Kaiserreich, das er als stabilisierenden Faktor in Ostasien betrachtete. Dazu gehörte auch, daß die Einwanderungsbestimmungen für Japaner in die USA deutlich erleichtert wurden. Die Kandidatur für eine weitere Amtszeit lehnte Roosevelt trotz seiner Popularität im Jahre 1908 ab, sein Nachfolger im Amt wurde 1909 William Taft. Ein Jahr später wurde Roosevelt´s Neffe Franklin D. Roosevelt in den Senat des Staates New York gewählt. 1912 stellte sich "Teddy" Roosevelt erneut für die Republikanische Partei als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin wagte er eine eigene Parteigründung mit seiner "Progressiven Partei", auch dies jedoch weitgehend erfolglos.
    Theodore Roosevelt starb am 6. Januar 1919 in Sagamore Hill im Bundesstaat New York, im Alter von nur 60 Jahren. Bis zum heutigen Tag gehört er zu den beliebtesten amerikanischen Präsidenten.

    www.youtube.com/watch?v=pE4xNTwJnCo

    266

    Samstag, 24. September 2022, 00:50

    RE: The American Corner - Der Cowboy im Weißen Haus: Theodore Roosevelt

    Ich wusste ueber ihn lediglich, dass er viele Naturschutzparks gruendete.
    Wurde er nach dem Teddy benannt oder der Teddy nach ihm? :D
    In seiner zweiten Amtszeit setzte er sich insbesondere für den Naturschutz ein, indem er 51 Naturreservate gründen ließ und die Anzahl der Nationalparks in den USA verdoppelte.
    Im Jahre 1905 vermittelte er während des Russisch- Japanischen Krieges den Friedensabschluß und wurde dafür im Dezember 1906 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Weitere Anerkennung erhielt er mit der Unterzeichnung von weiterführenden Antitrustgesetzen, die die Monopolstellung einiger Konzerne deutlich einschränkte. Ebenfalls im Jahre 1906 nahmen die USA Einfluß auf die Marokko- Krise, und zwei Jahre später bemühte sich der Präsident um einen weitgehenden Ausgleich mit dem aufstrebenden japanischen Kaiserreich, das er als stabilisierenden Faktor in Ostasien betrachtete. Dazu gehörte auch, daß die Einwanderungsbestimmungen für Japaner in die USA deutlich erleichtert wurden. Die Kandidatur für eine weitere Amtszeit lehnte Roosevelt trotz seiner Popularität im Jahre 1908 ab, sein Nachfolger im Amt wurde 1909 William Taft. Ein Jahr später wurde Roosevelt´s Neffe Franklin D. Roosevelt in den Senat des Staates New York gewählt. 1912 stellte sich "Teddy" Roosevelt erneut für die Republikanische Partei als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin wagte er eine eigene Parteigründung mit seiner "Progressiven Partei", auch dies jedoch weitgehend erfolglos.
    Theodore Roosevelt starb am 6. Januar 1919 in Sagamore Hill im Bundesstaat New York, im Alter von nur 60 Jahren. Bis zum heutigen Tag gehört er zu den beliebtesten amerikanischen Präsidenten.

    www.youtube.com/watch?v=pE4xNTwJnCo

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    Samstag, 24. September 2022, 13:09

    Theodor Roosevelt und der Teddybär

    Über diese Geschichte kursieren verschiedene Versionen. Am plausibelsten ist diese:
    Theodor Roosevelt war anläßlich eines Grenzstreits zwischen den Staaten Louisiana und Mississippi in diesem Gebiet unterwegs und begab sich dort auch auf eine Bärenjagd. Bis auf ein mutterloses Jungtier war ihm jedoch kein Jagdglück vergönnt, und das Jungtier wurde selbstredend verschont. Diese Begebenheiten wurden auch von einem Zeichner festgehalten und später in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht. Anläßlich der Hochzeit von Roosevelt´s Tocher soll dann vor jedem Gedeck ein Plüschteddy gesessen haben, angeblich bereits von Margarethe Steiff produziert. Auf diese Art sollen sowohl die Bären als auch der Präsident selbst zu seinem Spitznamen gekommen sein. Nette Geschichte !

    268

    Samstag, 24. September 2022, 14:43

    The American Corner - Der ermordete Präsident: William McKinley

    Auf Briefmarken und weiteren Memorabilien der USA des frühen 20. Jahrhunderts wurde der 25. Präsident der Vereinigten Staaten quasi in einer Art Märtyrerverehrung vielfach verewigt. Trotz seiner relativ kurzen Amtszeit zwischen 1897 und 1901 ereignete sich in diesem Zeitrahmen für die weitere Entwicklung der USA bedeutendes . So begab sich mit dem Krieg gegen Spanien im Jahre 1898 auch Amerika auf den Pfad der imperialistischen Annektionen. Auch wurde der Goldstandard gegen den ausdrücklichen Widerstand der amerikanischen Silberlobby rechtlich zur Norm erklärt. Amerikanische Unternehmer und auch Arbeiter standen der Politik McKinley´s durchaus wohlwollend gegenüber, da in seiner Amtszeit die große Depression von 1896 in einen neuen Wirtschaftsaufschwung mündete. Kurz nach dem Beginn seiner zweiten Amtszeit wurde der Präsident von einem anarchistischen Attentäter angeschossen, der das amerikanische Präsidialsystem rundweg ablehnte. McKinley war bereits auf dem Weg der Genesung, als er schließlich doch noch einem einsetzenden Wundbrand erlag. Sein Nachfolger wurde Vizepräsident Theodore "Teddy" Roosevelt.
    Geboren wurde William McKinley im Jahre 1843 in Niles, Ohio. Beide Elternteile stammten aus Unternehmerfamilien, die in der Metallverarbeitung und im Eisenhandel tätig waren. Nach seiner Schulzeit wechselte der junge McKinley 1859 auf das Allegheny College in Meadville, Pennsylvania, das er bereits nach einem Jahr wegen anhaltender Depressionen wieder verließ. Schließlich entschied er sich, Lehrer zu werden.
    Seine Ehefrau Ida Paxton lernte William McKinley im Jahre 1867 während eines Picknicks in Canton, Ohio, kennen. Beide heiraten vier Jahre später. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, die bereits früh wieder starben. Ida McKinley entwickelte daraus eine schwere Depression, mußte ständig betreut werden und litt zeitlebens unter epileptischen Anfällen.
    Bei Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahre 1861 meldete sich William McKinley freiwillig zur Armee der Nordstaaten und entwickelte zu dieser Zeit eine starke Freundschaft zu seinem Vorgesetzten Rutherford B. Hayes, dem späteren 19. Präsidenten der USA. Am Ende des Bürgerkriegs schied McKinley im Rang eines Majors aus dem aktiven Dienst aus. Zwei Jahre später erhielt er nach einem kurzen Jurastudium seine Zulassung als Anwalt und eröffnete seine eigene Kanzlei in Canton, Ohio. 1869 bewarb er sich schließlich erfolgreich um den Posten eines County- Staatsanwaltes. Sein anhaltendes politisches Engagement verschaffte ihm letztendlich 1877 einen Sitz im Kongreß unter der Präsidentschaft seine Freundes aus Kriegstagen, Rutherford B. Hayes.
    Mitglied des Repräsentantenhauses bleib William McKinley bis 1891, als ihn Parteifreunde dazu drängten, sich zur Wahl des Gouverneurs von Ohio aufstellen zu lassen, die er auch gewann. Fünf Jahre später stellte er sich zur Präsidentschaftswahl von 1896 auf und konnte sich erfolgreich gegen den Kandidaten der Demokratischen Partei durchsetzen. Am 4. März 1897 wurde er vereidigt und löste damit den Demokraten Grover Cleveland ab, der sich nicht mehr zur Wahl hatte aufstellen lassen. McKinleys Amtsantrittsrede trug schon beinahe pazifistische Züge, so wollte er auf außenpolitische Einmischungen der USA und kriegerische Auseinandersetzungen weitgehend verzichten. Doch schon bald scheiterten seine Friedensambitionen an der Realpolitik, da sich das von Spanien abspaltende Kuba in einem Krieg mit der europäischen Kolonialmacht befand. Die amerikanische Öffentlichkeit stand eindeutig auf der Seite Kubas, und die Explosion eines amerikanischen Kriegsschiffs im Hafen von Manila führte zum Krieg zwischen den USA und Spanien. 1899 erfolgte der Friedensschluß, welcher die Unabhängigkeit Kubas zur Folge hatte und durch den die ehemals spanischen Philippinen sowie Puerto Rico zu Territorien der Vereinigten Staaten wurden.
    Im Jahre 1900 gelang es dem Präsidenten, den "Gold Standard Act" durch den Senat zu bekommen, der Gold als alleinige Währungsgrundlage der USA festlegte und der erst 1933 wieder außer Kraft gesetzt wurde. Im gleichen Jahr erfolgte die Wiederwahl William McKinleys mit Theodore Roosevelt als Vizepräsident. Im Zuge der Masseneinwanderung insbesondere aus Süd- und Osteuropa verbreitete sich in den USA die nicht unberechtigte Sorge um die verstärkte Zuwanderung von Anarchisten, zumal sich in einzelnen Städten bereits anarchistische Zellen entwickelt hatten. Ein gewisser Leon Czolgosz gehörte zu ihren Anhängern und fanatischen Unterstützern. Während eines öffentlichen Auftritts anläßlich der Panamerikanischen Ausstellung von 1901 schoß er McKinley zweimal in den Bauch, der eine Woche später seinen Verletzungen erlag. Frau Ida verkraftete den Tod ihres Mannes nicht, wurde dadurch zu einem noch schwereren Pflegefall und überlebte ihren Mann dennoch um sechs Jahre, die sie bei ihrer Schwester verbrachte.
    Interessant ist, daß es über die öffentlichen Auftritte von William McKinley bereits einige Filmaufnahmen gibt, die bei Bedarf z.B. über youtube abgerufen werden können. Der 25. US- Präsident gehört im Bewußtsein der heutigen amerikanischen Bevölkerung eher zu den weitgehend vergessenen Führungspersönlichkeiten, obwohl in seiner Amtszeit einige wichtige Weichenstellungen der amerikanischen Innen- und Außenpolitik stattfanden.

    www.youtube.com/watch?v=iFaH7y7H_hA

    269

    Sonntag, 25. September 2022, 00:11

    RE: Theodor Roosevelt und der Teddybär

    Eine wirklich niedliche Geschichte. Ich kannte sie noch nicht.
    Über diese Geschichte kursieren verschiedene Versionen. Am plausibelsten ist diese:
    Theodor Roosevelt war anläßlich eines Grenzstreits zwischen den Staaten Louisiana und Mississippi in diesem Gebiet unterwegs und begab sich dort auch auf eine Bärenjagd. Bis auf ein mutterloses Jungtier war ihm jedoch kein Jagdglück vergönnt, und das Jungtier wurde selbstredend verschont. Diese Begebenheiten wurden auch von einem Zeichner festgehalten und später in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht. Anläßlich der Hochzeit von Roosevelt´s Tocher soll dann vor jedem Gedeck ein Plüschteddy gesessen haben, angeblich bereits von Margarethe Steiff produziert. Auf diese Art sollen sowohl die Bären als auch der Präsident selbst zu seinem Spitznamen gekommen sein. Nette Geschichte !

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    Gestern, 13:56

    The American Corner - Der doppelte Präsident - Grover Cleveland

    "Die Regierung ist keine Almosenverteilerin für das Volk, sondern ein Mittel, die Sache des Volkes nach Geschäftsgrundsätzen zu führen" (Grover Cleveland, 1884).
    Der 1837 in New Jersey geborene Grover Cleveland wuchs als fünftes von neun Kindern in einer, wie damals noch üblich, patriarchalisch autoritär geführten Familie auf. Wie bereits andere Präsidenten, die aus eher kleinen Verhältnissen stammten, begann er eine Lehre in einer Anwaltskanzlei und erarbeitete sich in den Folgejahren seine anwaltliche Zulassung. Während des Bürgerkrieges war er stellvertretender Staatsanwalt und kaufte sich (das war zu dieser Zeit durchaus möglich und legal) durch die Zahlung von dreihundert Dollar vom Militärdienst frei. Aus diesem Grund bezeichneten ihn seine politischen Gegner in den Folgejahren oft als "Slacker", was in etwa soviel wie "Drückeberger" bedeutet.
    Beruflich war Grover Cleveland jedoch durchaus nicht untätig, machte sich als kenntnisreicher Jurist einen Namen und wurde im Jahre 1870 zum Sheriff von Erie County ernannt. In dieser Position erlangte er einen gewissen Wohlstand und legte in diesen Jahren auch um einiges an Gewicht zu. Bezeichnet als "Big Steve" oder auch als "Uncle Jumbo", führte er in diesem Zeitrahmen ein recht beschauliches Leben in der Provinz. In seiner Freizeit ging er gern fischen, auf die Jagd oder verbrachte mit seinen Freunden seine Zeit beim Pokern in diversen Saloons.
    Lange hatte sich Grover Cleveland aus der Parteipolitik ferngehalten, umso überraschender erschien im Jahre 1881 seine Nominierung zur Kandidatur der Demokraten für die Bürgermeisterwahl von Buffalo. Als politischer Newcomer errang er einen Überraschungssieg, der nicht zuletzt auch der Frustration vieler Wahlberechtigter über die damals verbreitete Korruption und Vetternwirtschaft im öffentlichen Dienst geschuldet war. Cleveland erkannte diese Probleme und ging bereits in seinem ersten Amtsjahr erfolgreich gegen Mißwirtschaft und Korruption vor, bekämpfte das Klientelsystem und erhielt dafür großen Zuspruch aus der Bevölkerung. Darüber hinaus galt er als "Mr. Veto", da er häufig Beschlüssen der Kommune widersprach und damit unnötige und überteuerte Projekte verhinderte.
    Aufgrund seiner Erfolge als Bürgermeister von Buffalo stellte die Demokratische Partei bereits 1882 Grover Cleveland erfolgreich als Kandidaten für den Posten des Gouverneurs von New York auf, wo er ebenfalls Korruption und Schlendrian erfolgreich bekämpfte und mit der "Tammany Society" sogar eine alte Seilschaft der Demokraten zerschlug. Statt Parteigänger zu begünstigen, besetzte er Verwaltungsposten zunehmend nach Qualifikationskriterien. Auch als Gouverneur von New York nutzte Cleveland das Vetorecht, was seinen Ruf als pragmatischen Reformer stärkte, der Konflikten nicht aus dem Wege ging.
    Bereits im Jahre 1884 wurde Cleveland deshalb mit aufsehenerregenden 683 von 820 Stimmen von der Demokratischen Partei für die Präsidentschaftswahl aufgestellt. Die Wahl zum 22. Präsidenten der USA gegen den Republikaner James G. Blaine gewann er trotz seines Rufs nur mit einer denkbar knappen Mehrheit. Bemerkenswert bleibt, daß Grover Cleveland innerhalb von nur vier Jahren der Aufstieg vom Provinzbürgermeister bis in das höchste politische Amt der Vereinigten Staaten gelang.
    Unter seinem Vorgänger, Chester A. Arthur, hatte sich die wirtschaftliche Landschaft der USA insofern sukzessive Verändert, als sich im Zuge der Industrialisierung zunehmend Kartelle bildeten, die sich in den Folgejahren teilweise zu den sogenannten "Trusts" zusammenschlossen. Auch galt die öffentliche Verwaltung als nicht besonders effizient, und wichtige Posten wurde durch das seit längerem etablierte "Spoils System" an loyale Parteimitglieder vergeben. Grover Cleveland galt deshalb vor allem in den Augen der amerikanischen Mittelschicht als verheißungsvolle Neubesetzung an der Spitze der Vereinigten Staaten. Bei der Ernennung der Minister für die einzelnen Fachressorts blieb er daher auch seiner Linie treu, wählte die Kandidaten nach fachlicher Qualifikation aus und gestand seinen Ministern viel Eigenverantwortung zu. Cleveland pflegte dabei einen sehr "präsidialen" Führungsstil, mischte sich wenig in Detailfragen ein und ließ sich eingehend beraten.
    Das "Spoils System" hatte sich zu einer politischen Einrichtung entwickelt, die bereits in den 1830er Jahren unter der Ägide von Andrew Jackson entstanden war. Im wesentlichen bedeutete das ein "Verteilen der Beute" nach der Wahl in Form der Vergabe von Posten an loyale Parteigänger. 1883 stellte sich Grover Cleveland mit dem "Pendleton Act" diesem Klientelsystem entgegen. Das Gesetz zielte auf die Ausbildung eines professionellen föderalen Berufsbeamtentums zur Besetzung der Posten im öffentlichen Dienst. Den parteipolitischen Einfluss auf die Personalpolitik reduzierte der Präsident verstärkt auf "Policy- Maker", das waren Positionen in der Administration, die über Richtlinien entschieden, während die operative Ausgestaltung zunehmend Fachleuten überlassen wurde.
    Grover Cleveland war als Junggeselle ins Weiße Haus eingezogen, so daß die Aufgaben der First Lady zunächst seine Schwester Rose übernommen hatte. Der Präsident hatte jedoch ein uneheliches Kind mit seiner Geliebten Frances Folsom, so daß zur Wahrung der Würde des Amtes am 2. Juni 1886 die beiden als erstes Paar überhaupt im Weißen Haus die Eheschließung vollzogen.
    Mit dem "Daws Allotment Act" von 1887 wurde erstmals in der amerikanischen Geschichte zum Schutz der Lebensräume der "Native Americans" ein umfassendes Gesetz erlassen. Jedes indianische Familienoberhaupt erhielt 64 Hektar zur Nutzung, jeder alleinstehende Mann über 18 Jahren erhielt 32 Hektar. Das im Prinzip gut gemeinte Gesetz führte jedoch auch zu neuen Problemen, da die Indianer das ihnen zugewiesene Land oft nicht selbst nutzten, sondern dieses an weiße Siedler oder Bodenspekulanten weiterveräußerten und sich stattdessen der Trunksucht ergaben.
    Zum Ende seiner ersten Amtzeit als 22. Präsident der Vereinigten Staaten stellte sich Cleveland erneut zur Wahl, die er jedoch verlor, sodaß der Republikaner Benjamin Harrison als 23. Präsident in sein Amt gelangte. Die Demokratische Partei verlor ihr Zugpferd jedoch nicht aus den Augen und stellte Grover Cleveland im Jahre 1892 erneut zur Kandidatur auf. Die Präsidentschaftswahl dieses Jahres gewann dieser dann mit deutlicher Mehrheit. Ein Pyrrhussieg, wie sich in den folgenden Jahren herausstellen sollte, da im Jahre 1893 eine schwere Wirtschaftskrise die Vereinigten Staaten erfaßte, der eine vierjährige Depression mit hohen Arbeitslosenzahlen folgte. Als Auslöser dieser Krise galt die Politik der "Bourbon- Demokraten". Darunter verstand man scheinbar widersprüchliche politische Netzwerke von reaktionären Südstaatlern und wirtschaftsfreundlichen Nordstaatlern, die für eine Politik standen, die vor allem den wohlhabenden Amerikanern zugute kam und gleichzeitig den Rückbau des in ersten Ansätzen vorhandenen Sozialstaats betrieb. Der konkrete Auslöser der Depression von 1893 war dann eine handfeste Liquiditätskrise , aufgrund derer Cleveland dazu überging, die Grundlage der Währung auch auf Silbermünzen zu erweitern. Verursacht wurde dadurch jedoch zunächst einmal eine allgemeinik Börsenpanik, durch die die Bundesregierung nahe an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geriet.
    Im Zuge der wirtschaftlichen Depression kam es zu zahlreichen sozialen Unruhen in den Vereinigten Staaten. Besonders bekannt wurde der "Pullman- Streik" von 1894 als der bis dahin größte Arbeiterprotest in der Geschichte der USA, bei dem tausende von Polizisten und Nationalgardisten eingesetzt wurden und bei dem dreizehn Menschen ums Leben kamen.
    Die schwere wirtschaftliche Krise führte zu einer dramatischen Verschiebung der politischen Konstellation, da mit der nächsten Präsidentschaftswahl von 1896 der Republikaner William McKinley deutlich die Wahl für sich entscheiden konnte.
    Grover Cleveland erlitt im Jahre 1908 einen Herzanfall, an dem er verstarb. Begraben wurde er in Princeton Cemetery, New Jersey.

    www.youtube.com/watch?v=AB1Xr4178NE

    271

    Gestern, 16:56

    RE: The American Corner - Der doppelte Präsident - Grover Cleveland

    Bourbon wie der Whiskey oder Bourbon wie die franzoesischen Koenige?
    Als Auslöser dieser Krise galt die Politik der "Bourbon- Demokraten". Darunter verstand man scheinbar widersprüchliche politische Netzwerke von reaktionären Südstaatlern und wirtschaftsfreundlichen Nordstaatlern, die für eine Politik standen, die vor allem den wohlhabenden Amerikanern zugute kam und gleichzeitig den Rückbau des in ersten Ansätzen vorhandenen Sozialstaats betrieb.

    272

    Gestern, 17:55

    Vive le Roi !

    Yankees und Confederates werden während des Austüftelns ihrer Strategien tüchtig einen gehoben haben. Gemeint war natürlich der Whiskey, denn zur Monarchie wollten die Jungs mit Sicherheit nicht zurück. ;)

    273

    Heute, 14:23

    The American Corner - Obskure oder unterschätzte Persönlichkeit - Präsident Chester A. Arthur

    Bei den Durchschnittsamerikanern ist der 21. Präsident der Vereinigten Staaten weitgehend in Vergessenheit geraten, während er in interessierteren Kreisen als einer der typischen Präsidenten des "Gilded Age" mit all seinen Schwächen gilt. Wer war Chester Alan Arthur nun aber wirklich ?
    Der 1829 geborene, irischstämmige Arthur war zwischen 1881 und 1885 Präsident der Vereinigten Staaten. Zunächst war er als Vizepräsident für seinen Vorgänger James A. Garfield im Amt, der aufgrund eines Attentats ums Leben kam. Arthur übernahm im Anschluß als Präsident die Geschäfte Garfields und zeigte sich verantwortlich für eine Vielzahl von Reformen im öffentlichen Sektor und im Militärbereich. Als ursprünglicher Profiteur der Korruption auf lokaler Ebene befürwortete er während seiner Amtszeit als Präsident überraschenderweise dringend benötigte Reformen, um den amerikanischen Staatsapparat effizienter zu gestalten.
    In seiner Kindheit wechselte der in Vermont geborene Sohn irisch- britischer Einwanderer häufig den Wohnort. Sein Vater war Prediger der Presbyterianer und zog mit seiner Familie durch die USA. Nicht überall trafen seine Predigten auf Gegenliebe , da sich der Vater als bekennender Abolitionist entschlossen gegen die Sklavenhaltung einsetzte. Im Jahre 1844 zog die Familie in den Staat New York, und Chester A. Arthur kam mit 15 Jahren schnell in Kontakt mit politisch aktiven Gleichgesinnten, in dessen Folge er sich der Jugendorganisation der Whig- Party anschloß. Nach seiner Schulzeit schrieb er sich auf das Union College in Schenectady ein und studierte dort Grammatik, Logik und Rhetorik sowie Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. Während seiner Collegejahre stieg er zum Vorsitzenden des dortigen Debattierclubs auf.
    Im Jahre 1856 lernte er Ellen Herndon kennen, die Tochter eines Militärs, mit der er sich noch im gleichen Jahr verlobte. Drei Jahre später heiraten die beiden in Manhattan, und aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Es entbehrt nicht der Tragik, daß Ehefrau Ellen bereits 1880 starb und Chester A. Arthur in eine schwere persönliche Krise stürzte, aufgrund derer er nicht erneut heiratete.
    Nach seinem Studium arbeitete Arthur jedoch zunächst als Lehrer und vertiefte sich zusätzlich autodidaktisch in das Studium der Rechtswissenschaften. Schließlich wurde er im Jahre 1852 Rektor an einer Schule im Bundesstaat New York, an der auch seine Schwester arbeitete. Im darauffolgenden Jahr beendete er sein Jurastudium und zog nach New York City, um dort als Anwalt zu arbeiten. Hier beschäftigte er sich insbesondere mit Fragen der Sklavenhaltung und vertrat mehrfach Sklavenfamilien vor Gericht. Nach seiner Heirat forcierte Arthur seine Anwaltskarriere und trat der Armee als Militärstaatsanwalt bei. Parallel dazu versuchte er sich verstärkt an einer politischen Karriere innerhalb der Republikanischen Partei.
    Während des Amerikanischen Bürgerkriegs füllte Arthur meist nur administrative Rollen aus, dies jedoch so hervorragend, daß man ihn zum Generalinspektor beförderte. Den Kriegseinsatz an der Front vermied er allerdings, und bereits 1864 wurde er, bedingt durch parteipolitische Ränke, wieder aus dem Militärdienst entlassen.
    Innerhalb der New Yorker Republikanischen Partei schaffte Arthur es, sich ein Netzwerk guter Kontakte aufzubauen. 1868 stieg er dort zum Vorsitzenden des Ausführungskomitees auf und erlangte im Jahre 1871 die Position des obersten Zolleinnehmers, die ihm ein Jahreseinkommen von rund 50.000 Dollar sicherte, wobei ein Großteil der Einnahmen jedoch durch massive Korruption in Arthurs Taschen flossen.
    Im Jahre 1876 gewann Chester A. Arthur´s parteiinterner Widersacher Rutherford B. Hayes die Präsidentschaftsnominierung und schließlich auch die Präsidentenwahl. Hayes feuerte daraufhin Arthur recht bald anläßlich des Reformprogramms von 1878, dem sich dieser nicht anschließen wollte. Im Jahre 1880 gewann James A. Garfield die Präsidentschaftswahl und machte Chester A. Arthur zu seinem Vizepräsidenten.
    Ein halbes Jahr später wurde Garfield jedoch überraschend bei einem Anschlag getötet, sodaß sein Vize Arthur am 22. Juli 1881 das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten übernahm. Der Witwer und seine Familie rückten schnell ins Rampenlicht der Presse, und zahlreiche Gerüchte über sein Privatleben machten die Runde.
    In Arthur´s Amtszeit fielen mehrere Reformen, darunter vor allem die aktive Korruptionsbekämpfung in der öffentlichen Verwaltung, die dadurch deutlich effizienter wurde. Der Präsident ließ auch die Investitionen in die amerikanische Marine verstärken und befürwortete ihre Modernisierung. Neue Kriegsschiffe aus Stahl sollten die amerikanische Marine deutlich verstärken; diese waren später maßgeblich für den schnellen Sieg im Spanisch- Amerikanischen Krieg von 1898 mitverantwortlich.
    Im Laufe seiner Präsidentschaft diagnostizierten Chester A. Arthur´s Ärzte eine ausgeprägte Nierenschwäche, die dieser bis 1883 noch weitgehend geheim halten konnte. Im Jahre 1884 stellte er sich noch einmal zur Wahl für die Präsidentschaft auf, unterlag jedoch seinem Kontrahenten Grover Cleveland, nicht zuletzt auch aufgrund seines angeschlagenen Gesundheitszustands. Trotz Bitten seiner Weggefährten, weiterhin in der Politik aktiv zu bleiben, zog sich der erkrankte Chester A. Arthur in sein Privatleben zurück. Bereits ein Jahr später starb er auf seinem Anwesen im Alter von nur 57 Jahren.
    Die Nachwelt behielt Chester A. Arthur als eher schwachen und zögerlichen Präsidenten in Erinnerung, der sich zu stark in parteiinterne Konflikte verwickeln ließ. Unterstützt wurde diese Ansicht durch das recht schnelle Verschwinden Arthurs von der politischen Bühne nach seiner Wahlniederlage. Positiv zu werten sind dagegen seine Ansätze zur Korruptionsbekämpfung sowie die in die Wege geleitete Modernisierung der amerikanischen Marine.

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