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    Freitag, 1. März 2019, 17:18

    Bilder aus der Neuen Welt (1955 - 1960)

    Die hier vorzustellende Reportagereihe fällt überwiegend noch in die Zeit der 50er Jahre. Da sie die 60er aber noch knapp berührt, soll sie auf mehrfachen Wunsch auch in diesem Forum zur Sprache kommen.
    "Bilder aus der Neuen Welt" ist untrennbar mit der Persönlichkeit eines Peter von Zahn (1913- 2001) verbunden. Der Journalist war der erste Auslandskorrespondent, der für das Programm der ARD über das Leben jenseits des großen Teiches berichtete. Doch nicht nur der von vielen Deutschen der damaligen Zeit als beispielhaft angesehene "American Way of Life" wurde vorgestellt, sondern auch die Schattenseiten der Supermacht USA wurden im Zuge der aufkommenden Bürgerrechtsbewegung von dem umtriebigen Journalisten ins Rampenlicht gerückt.
    Peter von Zahn galt zunächst vielen seiner Zeitgenossen als "Radiomann der ersten Stunde". 1951 schickte ihn der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) als Hörfunkjournalist in die USA , wo er in der Hauptstadt Washington/ D.C. akkreditiert wurde. In seiner Hörfunkreihe "Aus der Neuen Welt" berichtete er dem deutschen Publikum Politisches, Soziales und Alltägliches von der anderen Seite des Atlantiks. Sein Radioformat wurde in Deutschland äußerst populär und lief bis 1960 im Programm.
    In den USA lernte Peter von Zahn das amerikanische Fernsehen, das in seiner Entwicklung Deutschland um einige Jahre voraus war, näher kennen. Der Journalist erkannte sehr schnell die Chancen, die das neue Medium seiner Berichterstattung bot. Er beschloß, seine Hörfunkreihe "Aus der Neuen Welt" für das deutsche Fernsehen als "Bilder aus der Neuen Welt" weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck entwarf er zunächst einen erzählerischen "Plot", dem er dann die passenden Filmsequenzen hinzufügte.
    Anfänglich zögerte der NWDR, sich an den sehr hohen Kosten für derart aufwendige Dokumentationen zu beteiligen. Doch Peter von Zahn fand einen Ausweg. Das Presseamt der USA, die "United States Information Agency" (USIA) fand sich zu einer finanziellen Beteiligung bereit. Dahinter stand natürlich nicht die reine Nächstenliebe, sondern die Möglichkeit einer positiven Präsentation des eigenen Landes gegenüber der deutschen Öffentlichkeit.
    Die ersten Dokumentationen, die Peter von Zahn für das deutsche Fernsehen erstellte, handelten von technischen Errungenschaften, dem gesellschaftlichen Fortschritt und dem immer noch vorhandenen Mythos vom "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Sie entsprachen somit also durchaus dem von USIA gewünschten Bild, das von den USA vermittelt werden sollte. Vorgestellt wurden darüber hinaus Glaubens- und Wirtschaftsthemen, die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in den USA und die damit verbundenen sozialen Fragen. Auch regionale Bräuche und Eigenarten des Landes wurden umfänglich dokumentiert.
    Zu diesem Zweck nahm Peter von Zahn sein deutsches Publikum gern auf seine zahlreichen Reisen quer durch das Land mit. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, daß der rührige Journalist mit seinen Reportagen das Amerika- Bild der Deutschen in den 50er und frühen 60er Jahren entscheidend mitgeprägt hat.
    Doch je länger Peter von Zahn als Mann des NDR in den USA weilte, desto mehr lernte er auch naturgemäß die Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft kennen. Ab 1956/57 wurden seine Berichte zunehmend differenzierter, facettenreicher und sozialkritischer. Im Zuge der aufkommenden Bürgerrechtsbewegung bekannte er zunächst in einer seiner Hörfunksendungen vom März 1956, daß es für ihn "kein schwierigeres Problem für die Neue Welt gäbe als die Rassentrennung".
    Peter von Zahn´s Beiträge verfolgten nun zunehmend die sich zuspitzenden Ereignisse in den Südstaaten, nachdem 1954 die Rassentrennung in den Schulen seitens des Obersten Gerichtshofes für verfassungswidrig erklärt wurde. Der engagierte Journalist berichtete seinem Publikum daraufhin über die sich "rapide verschlechternden Beziehungen zwischen Negern und Weißen".
    Im Winter 1955/56 berichtete er aus Montgomery/ Alabama von dem ersten Boykott einer Verkehrsgesellschft, nachdem die afroamerikanische Aktivistin Rosa Parks sich geweigert hatte, einen für Weiße reservierten Sitzplatz in einem Linienbus zu räumen.
    In Little Rock/ Arkansas kam es 1957 zu offen gewalttätigen Auseinandersetzungen, nachdem afroamerikanische Schüler sich den Zugang zum Unterricht in der Central High School erzwingen wollten. Erst durch das von Präsident Eisenhower veranlaßte Eingreifen der Armee beruhigte sich die aufgeheizte Situation halbwegs. Unter dem Titel "Das Schulhaus und die Neger in USA" berichtete Peter von Zahn in seinem Fernsehbeitrag vom 6. Oktober 1958 von den Ereignissen in Arkansas.
    Doch die kritische Berichterstattung des Fernsehjournalisten aus den USA sollte keine Fortsetzung finden. Der USIA als "Sponsor" des Formats gefiel der Themenwechsel hin zu Reportagen über Rassenunruhen und die Bürgerrechtsbewegung absolut nicht. Infolge stellte sie jede Form von finanzieller Unterstützung ab 1957 ein.
    Unpolitischer wurden die Fernsehbeiträge des Journalisten jedoch nach der Streichung der Zuwendungen seitens der USA nicht. Allerdings wurden in den späten Jahren von "Bilder aus der Neuen Welt" die Beiträge aus und über die USA deutlich reduziert. Aufgenommen wurden nun vermehrt Beiträge, die von den Ländern der südlichen Hemisphäre berichteten. Dort waren die Produktionskosten deutlich geringer, und dementsprechend war der NDR nicht mehr auf externe Zuschüsse zur Berichterstattung angewiesen.
    Die meist dreißigminütige Fernsehreportage "Bilder aus der Neuen Welt", die über fünfzig Folgen zwischen Oktober 1955 und 1960 ausgestrahlt wurde, begründete die erste systematische Auslandsberichterstattung für das deutsche Fernsehen und kann daher schon allein aus fernsehhistorischer Sicht nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dazu gehörte auch der ausgefallene, sehr eigenwillige Sprachstil ihres Urhebers, des gebürtigen Chemnitzers Peter von Zahn, der in der Zeit nach den "Bildern" 1961 Geschäftsführer der "Windrose Film- und Fernsehproduktion GmbH" wurde und diese Funktion bis 1980 innehatte. Aus den Auslandsproduktionen dieser Firma entwickelte sich letztendlich mit dem legendären "Weltspiegel" ein eigenes ARD- Magazin, das am 5. April 1963 erstmals auf Sendung ging und das bis heute an Sonntagen ausgestrahlt wird.
    Nach dem Verlust vieler prägender journalistischer Persönlichkeiten der Gründungsjahrzehnte wie eines Winfried Scharlau, Hans- Walter Berg, Peter Scholl- Latour, Gerd Ruge etc. hat das Format heute leider nicht mehr das journalistische Niveau, das es über die ersten Jahrzehnte auszeichnete.

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    Samstag, 2. März 2019, 10:04

    RE: Bilder aus der Neuen Welt (1955 - 1960)

    Meine politisch interessierten Eltern sahen sich immer sonntagmittag den "Fruehschoppen" an, das muss die Konkurrenz des "Weltspiegels" gewesen sein.
    Es ist schwer, Deinem hervorragenden Artikel noch etwas beizufuegen.
    Ich bin die glueckliche Besitzerin von insgesamt 5 Folgen "Bilder aus der Neuen Welt". Eine Episode davon gefaellt mir besoders gut, weil sie das Leben der Familie von Zahn in den USA zum Thema hat. Sie mieteten sich damals in Virginia auf dem Land jahrelang ein Haus mit Riesengrundstueck, und man sieht Peter von Zahn den Rasen mit einem Traktor maehen.
    Dazu kann ich diese beiden Autobiographien von Peter von Zahn empfehlen:
    https://www.amazon.de/Stimme-ersten-Stun…=peter+von+zahn
    https://www.amazon.de/Reporter-Windrose-…=peter+von+zahn

    Der American Way of Life besteht im Grunde genommen nur aus Arbeit, Arbeit, Arbeit. Kaum ein Amerikaner goennt sich einen langen Urlaub, alle haben Angst, dass nach so einem Urlaub der Arbeitsplatz an jemand anderen vergeben sein koennte.

    Mein Mann ist Amerikaner. Als seine Firma (Raytheon) im Januar 2008 insgesamt 55 amerikanische Ingenieure fuer ein Projekt in England suchte, das nicht so recht vorankam, weil die britischen Kollegen gern freitagmittag alles stehen und liegen lassen und nach Hause gehen, redete ich meinem Mann zu, sich dafuer zu bewerben. It's the chance of a lifetime, sagte ich ihm.
    Von 2.000 amerikanischen Raytheon Ingenieuren war er dann unter den gluecklichen 55 Ingenieuren, die ausgewaehlt wurden und (zunaechst) fuer 3 Monate nach Uxbridge bei London zu British Raytheon gehen sollten.
    Aus den 3 Monaten wurden schnell 6 Monate (inzwischen waren ueber 30 der urspruenglich 55 amerikanischen Ingenieure wegen Heimweh wieder zurueck in die USA gegangen), und als man meinen Mann bat, auch noch fuer den Rest des Jahres dort zu bleiben, um das Projekt zu betreuen, willigte er unter einer Bedingung ein: dass ich zu ihm kommen kann.
    Endlich durfte ich meinen ungeliebten Call Center Job aufgeben, bereitete mich intensiv fuer den US citizenship Test Ende Juli 2008 vor, und erhielt Anfang August meinen ersten amerikanischen Reisepass. 8)

    Da Raytheon pro Quartal einen Heimflug bezahlte, kam mein Mann am 8.8.08 von London nach Worcester und flog mit mir gemeinsam am 10.8. Sonntag zurueck nach London. Wir hielten den ganzen Flug ueber Haendchen und tranken Champagner...es war sehr romantisch.

    Was folgte, war die beste Zeit unseres Lebens (das sagte er unabhaengig von mir). Wir reisten viel in England an den Wochenenden, besuchten meine Eltern in Braunschweig, flogen im Dezember nach Rom und feierten im Oktober André's 55. Geburtstag auf einem bâteau mouche auf der naechtlichen Seine in Paris.Die weitere Moeglichkeit einer positiven Praesentation der USA in Deutschland fand auch durch die diversen Amerikahaeuser in Germany statt.
    Das Amerikahaus in Hamburg (wo ich lebte) in der Naehe der Grindelallee und der Uni wurde leider Ende der 90er Jahre geschlossen, aber vorher besuchte ich dort oft wunderbare Diavortraege.
    Die hier vorzustellende Reportagereihe fällt überwiegend noch in die Zeit der 50er Jahre. Da sie die 60er aber noch knapp berührt, soll sie auf mehrfachen Wunsch auch in diesem Forum zur Sprache kommen.
    "Bilder aus der Neuen Welt" ist untrennbar mit der Persönlichkeit eines Peter von Zahn (1913- 2001) verbunden. Der Journalist war der erste Auslandskorrespondent, der für das Programm der ARD über das Leben jenseits des großen Teiches berichtete. Doch nicht nur der von vielen Deutschen der damaligen Zeit als beispielhaft angesehene "American Way of Life" wurde vorgestellt, sondern auch die Schattenseiten der Supermacht USA wurden im Zuge der aufkommenden Bürgerrechtsbewegung von dem umtriebigen Journalisten ins Rampenlicht gerückt.
    Peter von Zahn galt zunächst vielen seiner Zeitgenossen als "Radiomann der ersten Stunde". 1951 schickte ihn der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) als Hörfunkjournalist in die USA , wo er in der Hauptstadt Washington/ D.C. akkreditiert wurde. In seiner Hörfunkreihe "Aus der Neuen Welt" berichtete er dem deutschen Publikum Politisches, Soziales und Alltägliches von der anderen Seite des Atlantiks. Sein Radioformat wurde in Deutschland äußerst populär und lief bis 1960 im Programm.
    In den USA lernte Peter von Zahn das amerikanische Fernsehen, das in seiner Entwicklung Deutschland um einige Jahre voraus war, näher kennen. Der Journalist erkannte sehr schnell die Chancen, die das neue Medium seiner Berichterstattung bot. Er beschloß, seine Hörfunkreihe "Aus der Neuen Welt" für das deutsche Fernsehen als "Bilder aus der Neuen Welt" weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck entwarf er zunächst einen erzählerischen "Plot", dem er dann die passenden Filmsequenzen hinzufügte.
    Anfänglich zögerte der NWDR, sich an den sehr hohen Kosten für derart aufwendige Dokumentationen zu beteiligen. Doch Peter von Zahn fand einen Ausweg. Das Presseamt der USA, die "United States Information Agency" (USIA) fand sich zu einer finanziellen Beteiligung bereit. Dahinter stand natürlich nicht die reine Nächstenliebe, sondern die Möglichkeit einer positiven Präsentation des eigenen Landes gegenüber der deutschen Öffentlichkeit.
    Die ersten Dokumentationen, die Peter von Zahn für das deutsche Fernsehen erstellte, handelten von technischen Errungenschaften, dem gesellschaftlichen Fortschritt und dem immer noch vorhandenen Mythos vom "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Sie entsprachen somit also durchaus dem von USIA gewünschten Bild, das von den USA vermittelt werden sollte. Vorgestellt wurden darüber hinaus Glaubens- und Wirtschaftsthemen, die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in den USA und die damit verbundenen sozialen Fragen. Auch regionale Bräuche und Eigenarten des Landes wurden umfänglich dokumentiert.
    Zu diesem Zweck nahm Peter von Zahn sein deutsches Publikum gern auf seine zahlreichen Reisen quer durch das Land mit. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, daß der rührige Journalist mit seinen Reportagen das Amerika- Bild der Deutschen in den 50er und frühen 60er Jahren entscheidend mitgeprägt hat.
    Doch je länger Peter von Zahn als Mann des NDR in den USA weilte, desto mehr lernte er auch naturgemäß die Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft kennen. Ab 1956/57 wurden seine Berichte zunehmend differenzierter, facettenreicher und sozialkritischer. Im Zuge der aufkommenden Bürgerrechtsbewegung bekannte er zunächst in einer seiner Hörfunksendungen vom März 1956, daß es für ihn "kein schwierigeres Problem für die Neue Welt gäbe als die Rassentrennung".

    Unpolitischer wurden die Fernsehbeiträge des Journalisten jedoch nach der Streichung der Zuwendungen seitens der USA nicht. Allerdings wurden in den späten Jahren von "Bilder aus der Neuen Welt" die Beiträge aus und über die USA deutlich reduziert. Aufgenommen wurden nun vermehrt Beiträge, die von den Ländern der südlichen Hemisphäre berichteten. Dort waren die Produktionskosten deutlich geringer, und dementsprechend war der NDR nicht mehr auf externe Zuschüsse zur Berichterstattung angewiesen.
    Die meist dreißigminütige Fernsehreportage "Bilder aus der Neuen Welt", die über fünfzig Folgen zwischen Oktober 1955 und 1960 ausgestrahlt wurde, begründete die erste systematische Auslandsberichterstattung für das deutsche Fernsehen und kann daher schon allein aus fernsehhistorischer Sicht nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dazu gehörte auch der ausgefallene, sehr eigenwillige Sprachstil ihres Urhebers, des gebürtigen Chemnitzers Peter von Zahn, der in der Zeit nach den "Bildern" 1961 Geschäftsführer der "Windrose Film- und Fernsehproduktion GmbH" wurde und diese Funktion bis 1980 innehatte. Aus den Auslandsproduktionen dieser Firma entwickelte sich letztendlich mit dem legendären "Weltspiegel" ein eigenes ARD- Magazin, das am 5. April 1963 erstmals auf Sendung ging und das bis heute an Sonntagen ausgestrahlt wird.


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    Samstag, 2. März 2019, 16:55

    Hi Chrissie,
    danke für die Blumen.
    Den "Internationalen Frühschoppen" und den "Weltspiegel" kann man nur bedingt miteinander vergleichen.
    Ersterer war eine Diskussionsrunde zwischen Journalisten aus dem In- und Ausland, während der "Weltspiegel" Dokumentationen der Auslandskorrespondenten bietet. Gehörte für mich über lange Jahre zum Pflichtprogramm, aufgrund der zunehmend tendenziösen Berichterstattung und des teils grottenschlechten journalistischen Niveaus tue ich mir das bereits seit Jahren nicht mehr an.
    Peter von Zahn fand in den 50er/ 60er Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht noch ein anderes Amerika vor als das, was es heute ist. Die USA standen auf dem Gipfel ihrer Macht, und Jobs gab es in den "Golden Decades" in Hülle und Fülle. In den 70er/ 80er Jahren ging´s dann in den Staaten mit der Deindustrialisierung ähnlich wie im UK richtig zur Sache, mit den entsprechenden Konsequenzen für den Arbeitsmarkt. Wenn Dir die Dokusoap "American Pickers" geläufig sein sollte, wird Dir aufgefallen sein, mit welcher Wehmut der Längere der beiden Hauptprotagonisten sich bisweilen die alten Erzeugnisse von Industrie und Handwerk "Made in USA" anschaut. Viel ist davon heute nicht mehr geblieben.
    Dein Mann arbeitet für Raytheon ? M.W. haben die unter anderem die in Haushalten nutzbare Mikrowelle erfunden und arbeiten viel im Bereich Rüstungstechnologie.

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    Samstag, 2. März 2019, 21:38

    Hi Uwe,
    da klingt der "Weltspiegel" wesentlich ansprechender als der "Fruehschoppen"!
    Es waren die USA der 50er/60er Jahre (vor dem Vietnamkrieg), die mich als Kind davon traeumen liessen, dort zu leben. Buecher wie die Poosie Trilogie von Ruth Hoffmann, die "Hummelchen" Serie und viele andere waren sicher nicht ganz unschuldig daran. Und natuerlich die vielen alten US Spielfilme aus den 50er Jahren, die damals in den 60er Jahren im deutschen Fernsehen liefen.
    Amerikanische Eltern erschienen mir sovie toleranter als deutsche Eltern.
    Zurueckblickend habe ich meine Auswanderung nie bereut, beruflich lief es hier zwar nicht so toll wie in Hamburg, aber auch da waren bereits Bestrebungen im Gang, die Anzahl der Mitarbeiter des Verlages in hamburg zu verringern...mit 46 Jahren haette es mich vermutlich auch getroffen. Who knows?
    Unterm Strich bin ich froh, dass ich den Schritt in die Neue Welt gewagt habe.
    Man findet auch noch heutzutage noch Jobs in den USA mit ueber 40 oder 50, aber was fuer elende Jobs das sind! Und von einem einzigen Einkommen kann man hier seine Miete, Lebensmittel und Tanken nicht bezahlen. Wer moechte schon zwei Jobs arbeiten? Das ist auf Dauer kein Leben, American Way of Life hin oder her.
    Ja, "American Pickers" laeuft hier auf dem History Channel back to back, stundenlang nichts anderes - ich wuenschte, da wuerde mehr ueber US Geschichte laufen!
    Selbst wenn man hier in den USA ganz gezielt am Thanksgiving Day oder am 22.11. nach Dokus ueber Thanksgiving oder JFK sucht, findet man nichts. Stattdessen "American Pickers" und aehnliche Serien, die m. E. nichts auf dem History Channel verloren haben.
    Wieso laeuft das denn im dt. Fernsehen? Wird das synchronisiert oder mit UNtertiteln unterlegt?
    Stimmt, Raytheon hat mit Ruestungstechnologie zu tun (Computer und Satelliten etc), aber von der Erfindung der Mikrowelle durch Raytheon wusste ich noch nichts. Man hoere und staune! 8)
    Hi Chrissie,
    danke für die Blumen.
    Den "Internationalen Frühschoppen" und den "Weltspiegel" kann man nur bedingt miteinander vergleichen.
    Ersterer war eine Diskussionsrunde zwischen Journalisten aus dem In- und Ausland, während der "Weltspiegel" Dokumentationen der Auslandskorrespondenten bietet. Gehörte für mich über lange Jahre zum Pflichtprogramm, aufgrund der zunehmend tendenziösen Berichterstattung und des teils grottenschlechten journalistischen Niveaus tue ich mir das bereits seit Jahren nicht mehr an.
    Peter von Zahn fand in den 50er/ 60er Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht noch ein anderes Amerika vor als das, was es heute ist. Die USA standen auf dem Gipfel ihrer Macht, und Jobs gab es in den "Golden Decades" in Hülle und Fülle. In den 70er/ 80er Jahren ging´s dann in den Staaten mit der Deindustrialisierung ähnlich wie im UK richtig zur Sache, mit den entsprechenden Konsequenzen für den Arbeitsmarkt. Wenn Dir die Dokusoap "American Pickers" geläufig sein sollte, wird Dir aufgefallen sein, mit welcher Wehmut der Längere der beiden Hauptprotagonisten sich bisweilen die alten Erzeugnisse von Industrie und Handwerk "Made in USA" anschaut. Viel ist davon heute nicht mehr geblieben.
    Dein Mann arbeitet für Raytheon ? M.W. haben die unter anderem die in Haushalten nutzbare Mikrowelle erfunden und arbeiten viel im Bereich Rüstungstechnologie.

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    Samstag, 2. März 2019, 23:05

    American Pickers und Pawn Stars

    Hi Chrissie,
    das Format läuft bei uns synchronisiert neben "Pawn Stars" an Samstagen auf RTL Nitro. Für mich hatte die Sendung immer guten Unterhaltungswert, obwohl man die geschäftlichen Usancen nicht für bare Münze nehmen sollte. Die Harrison- Jungs von "Pawn Stars" und auch Mike Wolf und Frank Fritz von "American Pickers" sind durch die TV- Serien heute mehrfache Millionäre und verdienen ihr Geld neben den Gagen vorwiegend durch Merchandising- Artikel. Der Umsatz über die Geschäfte ist dagegen eher zweitrangig geworden.
    Leider ist "The Ol´Man" Harrison im vergangenen Jahr von uns gegangen. Ich mochte an ihm vor allem seinen Südstaatendialekt. Nach meiner Erinnerung ist er in North Carolina großgeworden.

    6

    Montag, 4. März 2019, 14:31

    RE: American Pickers und Pawn Stars

    Hi Uwe,
    wir denken ernsthaft darueber nach, mit Beginn der Rente eventuell nach North Carolina in die Berge zu ziehen, da soll die Luftfeuchtigkeit nicht so unertraeglich hoch sein wie von Mai bis Anfang Oktober hier in Massachusetts.

    André lebte dort mal in den 90er Jahren fuer 4 Jahre in der Gegend bei Asheville, falls Dir das was sagt. Nicht weit davon (Chimney Rock Village) wurden "Dirty Dancing" und "Der letzte Mohikaner" (Daniel Day-Lewis) gedreht, ich schaute mir einen Teil der Drehschauplaetze 1998 an, leider kam ich nicht bis zum Dirty Dancing See, weil es anfing zu regnen.
    Mein Mann spielt gern Golf, und ist es leid, von Dezember bis April wegen Schnee nicht spielen zu koennen. Und ich bin nach 17 Jahren in Neuengland die hohe Luftfeuchtigkeit sowas von leid. Ich liebe die langen Winter, der Herbst ist eine wunderbare Farbensinfonie (eins meiner Hobbies ist Fotografie), aber ab Juni bis Ende September verbringe ich mehr Zeit im Haus als draussen. In NC hingegen schneit es nur selten, und der Schnee bleibt nicht lange liegen.
    Hi Chrissie,
    das Format läuft bei uns synchronisiert neben "Pawn Stars" an Samstagen auf RTL Nitro. Für mich hatte die Sendung immer guten Unterhaltungswert, obwohl man die geschäftlichen Usancen nicht für bare Münze nehmen sollte. Die Harrison- Jungs von "Pawn Stars" und auch Mike Wolf und Frank Fritz von "American Pickers" sind durch die TV- Serien heute mehrfache Millionäre und verdienen ihr Geld neben den Gagen vorwiegend durch Merchandising- Artikel. Der Umsatz über die Geschäfte ist dagegen eher zweitrangig geworden.
    Leider ist "The Ol´Man" Harrison im vergangenen Jahr von uns gegangen. Ich mochte an ihm vor allem seinen Südstaatendialekt. Nach meiner Erinnerung ist er in North Carolina großgeworden.

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    Montag, 4. März 2019, 14:33

    RE: American Pickers und Pawn Stars

    Das ist ja erstaunlich, dass solche Sendungen ins Deutsche synchronisiert werden! :huh:
    Hi Chrissie,
    das Format läuft bei uns synchronisiert neben "Pawn Stars" an Samstagen auf RTL Nitro. Für mich hatte die Sendung immer guten Unterhaltungswert, obwohl man die geschäftlichen Usancen nicht für bare Münze nehmen sollte. Die Harrison- Jungs von "Pawn Stars" und auch Mike Wolf und Frank Fritz von "American Pickers" sind durch die TV- Serien heute mehrfache Millionäre und verdienen ihr Geld neben den Gagen vorwiegend durch Merchandising- Artikel. Der Umsatz über die Geschäfte ist dagegen eher zweitrangig geworden.
    Leider ist "The Ol´Man" Harrison im vergangenen Jahr von uns gegangen. Ich mochte an ihm vor allem seinen Südstaatendialekt. Nach meiner Erinnerung ist er in North Carolina großgeworden.

    8

    Montag, 4. März 2019, 19:42

    Trödelsendungen

    Hi Chrissie,
    yap, Mike Wolf und Frank Fritz sind auch bei uns in Deutschland recht bekannt. Die beiden scheinen auch aus deutschstämmigen Familien zu kommen. Zumindest Frank Fritz pilgert jährlich zu einer amerikanischen Variante des "Oktoberfestes" :D .
    Trödel- und Antiksendungen sind die einzigen Formate, die ich mir mehr oder weniger noch regelmäßig anschaue. Das Urgestein, der "Trödelking" Roland Beuge, ist ja leider schon vor geraumer Zeit wegen Problemen mit dem Finanzamt vom WDR abgeschossen worden.

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    Montag, 11. März 2019, 19:28

    RE: Trödelsendungen

    Hi Uwe,
    Oktoberfeste werden hierzulande in vielen kleineren Gemeinden in New England veranstaltet, aber merkwuerdigerweise oft schon im heissen September (which defeats the purpose).
    Gruss,
    Chrissie
    Hi Chrissie,
    yap, Mike Wolf und Frank Fritz sind auch bei uns in Deutschland recht bekannt. Die beiden scheinen auch aus deutschstämmigen Familien zu kommen. Zumindest Frank Fritz pilgert jährlich zu einer amerikanischen Variante des "Oktoberfestes" :D .
    Trödel- und Antiksendungen sind die einzigen Formate, die ich mir mehr oder weniger noch regelmäßig anschaue. Das Urgestein, der "Trödelking" Roland Beuge, ist ja leider schon vor geraumer Zeit wegen Problemen mit dem Finanzamt vom WDR abgeschossen worden.

    10

    Montag, 9. Dezember 2019, 16:42

    Pawn Stars und kein Ende

    Nachdem im Sommer 2018 leider der beim Publikum sehr beliebte "The Old Man" Harrison von uns gegangen ist, hat bereits 2017 auch die äußerst populäre Spezialistin für antiquarische Bücher, die ungemein charmante Rebecca Romney, das Format verlassen. Rebecca hat über einige Jahre für "Bauman Rare Books" in Las Vegas gearbeitet, wechselte dann zu deren Hauptniederlassung in Philadelphia und versucht aktuell ihr Glück in der Selbständigkeit in Washington / D.C. Wem ihr Nachname bekannt vorkommen sollte: Rebecca ist mit dem Buchautor J.P. Romney verheiratet und somit über diesen mit Mitt Romney verwandt, dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der USA.
    www.youtube.com/watch?v=JqH1n4Vmvlo
    www.youtube.com/watch?v=CMSbbdWqY08

    11

    Mittwoch, 18. Dezember 2019, 20:04

    Ja, Mitt Romney ist mir natuerlich ein Begriff.
    Aber als Demokratin wuensche ich mir viel lieber Deval Patrick als naechsten US Praesidenten, wenn im November 2020 wieder gewaehlt wird.

    Man kann ja traeumen...
    https://en.wikipedia.org/wiki/Deval_Patrick
    Hab ich eigentlich die wunderbar zu lesenden Autobiographien erwaehnt, die Peter von Zahn ueber sein Leben und vor allem ueber seine Jahre in Virginia/Washington, D. C., verfasst hat?
    Ich las sie erst kuerzlich nochmal:
    https://www.amazon.de/dp/3421066671/ref=…&s=books&sr=1-3
    https://www.amazon.de/dp/B000W7TT62/ref=…ks&sr=1-1-spell

    12

    Mittwoch, 18. Dezember 2019, 22:35

    Peter von Zahn´s Autobiographien

    Hi Chrissie,
    vielen Dank für Deine Hinweise ! Die von Dir angesprochenen Bücher Peter von Zahn´s werde ich mir mal über den auswärtigen Leihverkehr bestellen. Bis die vor Ort sind, kann es aber einige Wochen dauern.
    Mit Rebecca Romney hatte ich vor knapp zwei Jahren mal sehr netten Kontakt, da sie sich auch für deutschsprachige Literatur interessiert. Rebecca ist über´s Einheiraten zu dem Familiennamen "Romney" gekommen. Sie ist eine gebürtige "Enyeart". Der Name leitet sich von dem deutschen "Engert" ab. Ihre Familie war ursprünglich in Idaho ansässig. Ein sehr empfehlenswerter Bundesstaat mit angenehmem Klima, nur dünner, oft deutschstämmiger Besiedlung und sehr viel Natur. Sie ist ein ausgesprochener "Book Nerd" und über Twitter sehr gut ansprechbar.

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    Donnerstag, 19. Dezember 2019, 16:14

    RE: Peter von Zahn´s Autobiographien

    Mit Facebook, TVNostalgie, DwnZ, tvforen.de und EBS (Enid Blyton Society) bin ich mehr als ausgelastet, deshalb werde ich nicht auch noch einen Twitter account anlegen.
    Ja, ich hab gehoert, dass Idaho landschaftlich sehr reizvoll sein soll, wusste allerdings nichts von der deutschen Besiedelung.
    Hi Chrissie,
    vielen Dank für Deine Hinweise ! Die von Dir angesprochenen Bücher Peter von Zahn´s werden ich mir mal über den auswärtigen Leihverkehr bestellen. Bis die vor Ort sind, kann es aber einige Wochen dauern.
    Rebecca ist über´s Einheiraten zu dem Familiennamen "Romney" gekommen. Sie ist eine gebürtige "Enyeart". Der Name leitet sich von dem deutschen "Engert" ab. Ihre Familie war ursprünglich in Idaho ansässig. Ein sehr empfehlenswerter Bundesstaat mit angenehmem Klima, nur dünner, oft deutschstämmiger Besiedlung und sehr viel Natur. Sie ist ein ausgesprochener "Book Nerd" und über Twitter sehr gut ansprechbar.