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    Samstag, 13. April 2019, 12:01

    Die Amerikaner und ihre verwoehnten Kinder Teil 2

    Keine 40 Jahre spaeter durfte ich nun in den USA mehrmals aus erster Hand miterleben, wie
    die Amis ihre Kinder verwoehnen, was ich eher bedenklich finde, denn wie
    sollen die sich mal in der rauhen Wirklichkeit im College und
    anschliessend im Berufsleben zurechtfinden, wo sich nicht mehr alles um
    sie dreht?

    Mein Neffe (das war waehrend meiner zweiten frueheren Ehe) war
    lange das Einzelkind meiner Schwaegerin und ihres Mannes, bis sie
    nochmal schwanger wurde (wieder ein Junge), und ich staunte nicht
    schlecht, wenn wir an Weihnachten von Maine nach Massachusetts zur
    Schwiegermutter fuhren, die ebenfalls im Haus der Tochter lebte.




    Meine Schwaegerin verwoehnte ihren Sohn masslos, und 25 bis 30
    Weihnachtsgeschenke fuer Tyler waren Standard. Und es waren nicht etwa nuetzliche
    Geschenke wie damals bei uns, sondern ausschliesslich Buecher und
    Spielzeug und elektronische Pokemon Spiele (ich weiss, mit 46 Jahren
    haette ich reif genug sein sollen, um nicht neidisch zu werden auf diese
    vielen herrlichen Geschenke, aber ich konnte es mir nicht verkneifen).
    Im November 2005 wurde ich in Abwesenheit in Maine geschieden, hatte
    aber schon dank matchmaker einen neuen Freund in Massachusetts, Mark,
    der geschieden war und einen 6 jaehrigen Sohn hatte, Jason. Ich war seit
    August 2005 mit ihm zusammen, nachdem mir mein zweiter Ex-Ehemann an
    Weihnachten 2004 eroeffnet hatte, er liesse sich scheiden, weil ich mich
    weigerte, in besagter Schuhfabrik in Skowhegan Nachtschicht zu
    arbeiten.

    Jason verbrachte die Wochenenden beim Vater, und lebte unter der Woche
    bei der wesentlich juengeren Mutter (die ich nie kennenlernte).

    Natuerlich sah der Kleine mich zunaechst als Eindringling an, aber da
    ich recht gut mit Gutenacht Geschichten vorlesen bin, wurde ich nach
    einigen Wochen akzeptiert. :)



    Leider fand ich mittlerweile im Keller von Mark's Haus immer mehr
    grosse, geleerte und ganz offensichtlich vor mir versteckte 2 Liter
    Rotweinflaschen, was auch die Aggressivitaet meines Freundes erklaerte,
    der recht streitsuechtig wurde, sobald er viel getrunken hatte.

    Schliesslich kapierte ich, dass er Alkoholiker war. ;(



    Anyway, um Jason's Weihnachten nicht zu verderben, beschlossen wir
    Anfang Dezember, noch bis Weihnachten den Schein vor seinem kleinen Sohn
    zu wahren, und zusammen zu bleiben, aber ab Ende Dezember wuerde ich
    mir dann eine Mietwohnung suchen.



    Ich hatte seit 5.12.05 einen festen Job, arbeitete in einem Call Center
    im Grossraum Boston, Massachusetts, wo ich 80 Leute pro Stunde anrufen musste -
    das wurde lausig bezahlt.

    Weihnachten 2005 kam heran, wir schmueckten den Baum, Mark's Mutter
    und Schwester kamen aus Texas zu uns geflogen, und alles war friedlich
    und schoen.


    Ich staunte Baukloetze, wieviele Geschenke dieser kleine Knirps bekam!!!

    Bei 40 Geschenken hoerte ich auf zu zaehlen. Und auch hier nur
    Spielzeug und Bilderbuecher zum Vorlesen vor dem Einschlafen, nichts
    Nuetzliches.
    Ich glaube, die heutigen Kinder wuerden sich gegen nuetzliche Geschenke auflehnen, und die heutigen Eltern wagen es nicht.




    Nuetzlches wird halt so zwischendurch gekauft, aber nicht dem
    Sproessling zum Geburtstag oder zu Weihnachten als Geschenk
    untergejubelt, so wie bei uns noch ueblich (ich unterstelle
    einfach mal, Ihr musstet Euch auch an Weihnachten mit nuetzlichen
    Geschenken abfinden?).
    Wenn wir 4 Mal im Jahr mit meinem Stiefsohn (er wurde gerade 45), der
    Schwiegertochter und den beiden Enkeln meines Mannes essen gehen, dann sind
    sie gut erzogen, aber sehr schweigsam, und kaum ist die Mahlzeit
    beendet, holen alle vier ihre smart phones heraus, was ich ehrlich
    gesagt trostlos finde. Warum kann man sich nicht ueber das unterhalten,
    was in den letzten Monaten passiert ist?

    Ich bekam zwei Fragen zu meinem Herzinfarkt, und damit war das Thema vom Tisch. Toll!




    Es gibt mir das Gefuehl, als kaemen sie nur zum Restaurant, um
    zum Essen eingeladen zu werden, und kaum ist das Essen vorueber, haben sie ihre
    Pflicht getan, und koennen sich der (viel interessanteren) Inbox bzw
    neuesten text messages von Freunden zuwenden.

    Schlechte Erziehung ist heutzutage also ein grosses Problem, und auch
    sechzehnjaehrige amerikanische Teenager mit Fuehrerschein, die gern
    texten beim Fahren, obwohl es sie (wie auch alle Erwachsenen, die das
    tun) ueberfordert und zu Unfaellen fuehrt.

    Staendig muss ich Leuten, die an der Ampel vor meinem Wagen in ihrem
    Auto warten, mit kurzem Anhupen klarmachen, dass es nicht mehr gruener
    wird, sie aber immer noch ihren Kopf andaechtig gesenkt halten, um zu
    texten oder neue text messages zu lesen. :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
    Wie sind denn Eure Eindruecke von der heutigen Jugend/Kindern? Ist das identisch mit meinen Erfahrungen?

    Wenn ich die Kinder und Enkel erlebe, dann bin ich ausgesprochen froh, dass
    ich nie Kinder hatte. Ich bezweifle, dass ich ploetzlich in 7
    Jahren, wenn ich 70 bin, Kinder vermissen koennte. Dazu hatte ich
    immer viel zuviele andere Interessen.

    Warum habt Ihr Euch fuer Kinder entschieden?

    2

    Samstag, 13. April 2019, 18:39

    RE: Die Amerikaner und ihre verwoehnten Kinder Teil 2


    Warum habt Ihr Euch fuer Kinder entschieden?


    Weil ich dann keine Ausreden mehr benötige, warum ich noch Kinderbücher oder Comics lese, die Augsburger Puppenkiste im Fernsehen ansehe, mit der Carrera Rennbahn spiele und Revell-Modelle zusammenbaue. Und im Winter auf dem Rodelberg käme ich mir als Erwachsener ohne Kind auf dem Schlitten auch irgendwie blöd vor.


    Im Ernst. Auf der einen Seite kosten Kinder viel Zeit (und Geld) und bringen nicht nur viel Freude, sondern auch Leid. Die Zeit als unsere 15jährige Tochter im kritischen Zustand auf der Intensivstation in der Klinik lag und ich wochenlang zwischen Arbeit und Klinik hin und her pendelte, das stundenlange Warten während der Operationen, war die schlimmste Zeit in meinen Leben. So etwas wünsche ich niemanden. Auf der anderen Seite gehören Kinderlachen und strahlende Kinderaugen zu den schönsten Momenten in meinem Leben. Für mich hatte die Familie immer einen hohen Stellenwert und zur Familie gehörten auch Kinder. Wenn man älter wird, ist es schön zu sehen, das etwas von mir, was ich von meinen Großeltern und Eltern übernommen habe, in meinen Kindern weiterlebt. Etwa die Liebe zur Natur oder zu Büchern oder zur Musik.

    3

    Samstag, 13. April 2019, 19:04

    RE: Die Amerikaner und ihre verwoehnten Kinder Teil 2


    Nuetzlches wird halt so zwischendurch gekauft, aber nicht dem
    Sproessling zum Geburtstag oder zu Weihnachten als Geschenk
    untergejubelt, …


    Jubelst Du deinem Mann etwa noch Socken, einen Pyjama oder einen Schlips unter die Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke?

    4

    Samstag, 13. April 2019, 19:37

    Ja Franko dein erster Absatz trifft es schon irgendwie auf den Punkt. :D
    Ich hatte eine wirklich tolle und abenteuerliche Kindheit und Jugend viel Freiheit und für die damalige zeit auch genügend Geld zur Verfügung.
    Auch wenn ich das meiste irgendwie verdienen musste.
    Und wenn mein Vater nicht plötzlich 1981 verstorben wäre, wäre ich mit 26 nie auf den Gedanken gekommen zu heiraten.
    Hie und da mal eine Freundin auch mal etwas länger aber dann auch wieder gut. Meine Freiheit war mir wesentlich lieber.
    Bierzelt Disco Kneipen Musikevents wir waren ein wüster Haufen und jeden Monat gabs einen Fahrzeug Totalschaden.
    Wir haben alle überlebt keiner kann sich zwar mehr daran erinnern wie das zuging aber war so.
    Wie schon gesagt da war 1981 Schluss und da ich da zufällig schon 3 Monate eine Freundin hatte ich den Betrieb übernehmen musste ist sie der Einfach halber gleich geblieben.
    Daraus wurden dann immerhin 24 Jahre. Und eine Tochter war dann auch mein Wunschkind die ich dann gegen den widerstand meiner Frau auch zum Räuber ausgebildet habe.
    Weiteres siehe dann wieder ganz oben.
    Nachdem meine EX dann ausgezogen war wollte ich garantiert nicht nochmal heiraten nur noch lockere Beziehungen wobei die längste fast drei Jahre gehalten hat.
    Jetzt habe ich meine Freiheit wieder genieße sie kann essen was ich will schauen was ich will ins Bett gehen wann ich will unterwegs sein wann ich will Freiheit halt.
    Und trotzdem nie ganz alleine Hund und Katze jede Menge Pferde und die dazu gehörenden Frauen tagsüber jede Menge Trubel.
    Und eine Enkelin die mir sehr viel Freude macht bald noch eine dazu mal sehen wie ich die zu Räubern ausbilden werde.
    Und heute alles was ich als Kind nie bekommen haben können in Schränken und Vitrinen ich genieße einfach mein Leben. :thumbsup:

    5

    Samstag, 13. April 2019, 23:09

    Kinder gehören dazu

    Hi Chrissie,
    Du hast PN !
    Wir haben uns erst relativ spät für Kinder entschieden. Mir macht es jedenfalls einen Heidenspaß, die beiden Mädels aufwachsen und sich entwickeln zu sehen, und die Kiddies (momentan sind es ja bereits "junge Damen") dabei im Rahmen meiner Möglichkeiten flankierend unterstützen zu können. Wobei man dazu sagen muß, daß sie relativ pflegeleicht und keine "Problemkinder" waren und sind. Ob C. und M. das einmal honorieren werden, steht in den Sternen und ist mir relativ wurscht.
    Und wie der olle Ben Cartwright vor über fünzig Jahren einmal so treffend formulierte: ich lebe in meinen Kindern weiter !

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    Dienstag, 16. April 2019, 22:27

    RE: RE: Die Amerikaner und ihre verwoehnten Kinder Teil 2

    Die Ausreden brauche ich zum Glueck nicht - mein Mann ist da sehr verstaendnisvoll (ich beklage mich ja auch nicht, wenn er stundelang die Red Sox ansieht oder Golf spielt :D).
    Im Gegenteil, er unterstuetzt mich sogar, was meine Vorliebe fuer Enid Blyton betrifft, hat mir vor 11 Jahren in England zig Buecher ueber sie und ihre Illustratorin Eileen A. Soper in amazon.co.uk bestellt.
    Er las 2008 sogar mir zuliebe "Five on a Treasure Island" im Original, aber da er nicht damit aufgewachsen ist, bedeutete es ihm nicht annaehernd soviel wie mir.
    Amerikaner koennen diese Faszination mit alten Burgen und unterirdischen Gaengen nicht nachvollziehen.

    Wahrscheinlich wuerde ich aehnlich wie Du denken, wenn ich in einer gluecklicheren Familie aufgewachsen waere - meine Erfahrungen waren, dass ich mich zur Not eben nicht auf meine Eltern verlassen kann.
    Da hat Familie bei mir nicht den hohen Stellenwert, den sie normalerweise bei den Amis hat.
    Aber mein Mann und unser Hund ersetzen mir das, was ich als Kind und Jugendliche nicht hatte.
    Was ich vergass zu erwaehnen: die Dreifachbelastung Beruf/Kinder/Haus waere mir hoffnungslos zuviel geworden, mit 40 Stunden Vollzeit Berufstaetigkeit, sehr langer Anfahrtszeit zum Arbeitsplatz (55 Minuten einfach), und praktisch nie einem freien Wochenende zum Faulenzen und Erholen (stattdessen bekamen wir immerzu Besuch oder waren in Hannover bei den Schwiegereltern und Freunden eingeladen) in meiner ersten Ehe war ich mehr als ausgelastet.
    Aber als Nur-Hausfrau (wie einige meiner Klassenkameradinnen vom Gymnasium) waere ich vermutlich eher geneigt gewesen, Kinder zu bekommen.

    Warum habt Ihr Euch fuer Kinder entschieden?


    Weil ich dann keine Ausreden mehr benötige, warum ich noch Kinderbücher oder Comics lese, die Augsburger Puppenkiste im Fernsehen ansehe, mit der Carrera Rennbahn spiele und Revell-Modelle zusammenbaue. Und im Winter auf dem Rodelberg käme ich mir als Erwachsener ohne Kind auf dem Schlitten auch irgendwie blöd vor.


    Im Ernst. Auf der einen Seite kosten Kinder viel Zeit (und Geld) und bringen nicht nur viel Freude, sondern auch Leid. Die Zeit als unsere 15jährige Tochter im kritischen Zustand auf der Intensivstation in der Klinik lag und ich wochenlang zwischen Arbeit und Klinik hin und her pendelte, das stundenlange Warten während der Operationen, war die schlimmste Zeit in meinen Leben. So etwas wünsche ich niemanden. Auf der anderen Seite gehören Kinderlachen und strahlende Kinderaugen zu den schönsten Momenten in meinem Leben. Für mich hatte die Familie immer einen hohen Stellenwert und zur Familie gehörten auch Kinder. Wenn man älter wird, ist es schön zu sehen, das etwas von mir, was ich von meinen Großeltern und Eltern übernommen habe, in meinen Kindern weiterlebt. Etwa die Liebe zur Natur oder zu Büchern oder zur Musik.

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    Dienstag, 16. April 2019, 22:28

    RE: Kinder gehören dazu

    Uwe, die PN habe ich inzwischen beantwortet.
    Hi Chrissie,
    Du hast PN !
    Wir haben uns erst relativ spät für Kinder entschieden. Mir macht es jedenfalls einen Heidenspaß, die beiden Mädels aufwachsen und sich entwickeln zu sehen, und die Kiddies (momentan sind es ja bereits "junge Damen") dabei im Rahmen meiner Möglichkeiten flankierend unterstützen zu können. Wobei man dazu sagen muß, daß sie relativ pflegeleicht und keine "Problemkinder" waren und sind. Ob C. und M. das einmal honorieren werden, steht in den Sternen und ist mir relativ wurscht.
    Und wie der olle Ben Cartwright vor über fünzig Jahren einmal so treffend formulierte: ich lebe in meinen Kindern weiter !