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    Dienstag, 10. März 2015, 18:16

    Unterhaltungssendungen

    Bonsoir, Kathrin

    Unterhaltungssendungen gab es schon in der Frühzeit des deutschen Fernsehens. Show hieß damals noch Schau. Die wohl erste Personalityshow im deutschen Fernsehen hieß "Bonsoir, Kathrin". Die Show basierte auf Musik, Humor und Artistik und war vollständig um das damalige Multitalent Caterina Valente aufgebaut. Sie war Sängerin, Schauspielerin und in dieser Show auch Gastgeberin von damals sehr bekannten Künstlern wie das Hazy Osterwald Sextett, ihr Bruder Silvio Francesco, Bibi Johns, Peter Frankenfeld oder der Bandleader Ray Anthony. Aufmerksam wurde das deutsche Fernsehen auf die Künstlerin aufgrund ihres großen Erfolges beim amerikanischen Fernsehpublikum. Produziert wurde die Sendung vom Süddeutschen Rundfunk. Die erste Show wurde am 10.09.1957 ausgestrahlt, 9 weitere folgten bis 1964. Gesehen habe ich damals noch keine. Die 4 Shows aus den Jahren 1957 und 1958 wurden inzwischen jedoch nach umfangreicher Restaurierung auf DVD veröffentlicht, so dass man sich diesen Meilenstein der deutschen Fernsehgeschichte heute wieder ansehen kann. Einige der großen Hits von Caterina Valente wie "Wo meine Sonne scheint", "Tipitipitipso" oder "Spiel noch einmal für mich, Habanero" kann man damit noch einmal live verfolgen. Eine schöne Erinnerung an die Anfänge des deutschen Fernsehens.

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    Mittwoch, 11. März 2015, 17:41

    An einige der Shows mit Caterina Valente aus den frühen 60ern kann ich mich noch erinnern.
    Mein Vater war ein großer Fan dieser sehr vielseitigen Künstlerin. Unverständlich war für ihn, wieso sie häufig ihren Bruder Silvio Francesco in ihre Shows einbaute. O- Ton meines Vaters von damals: " Der kann doch nichts !".
    Vielleicht war es wirklich der ausgeprägte Familiensinn, der Frau Valente seinerzeit dazu bewog ?!

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    Mittwoch, 11. März 2015, 18:33

    Hotel Victoria

    Diese in den 60ern sehr populäre Unterhaltungsreihe habe ich als Kind durchaus mit Interesse angesehen, obwohl ich ansonsten kein großer Fan derartiger Shows war.
    "Hotel Victoria" lief als ARD -Format sehr erfolgreich zwischen 1961 und 1968 als 60- bis 90 Minuten- Show.
    Etwas vergessen ist sie vielleicht deswegen, weil pro Jahr lediglich ein bis zwei Sendungen ausgestrahlt wurden.
    Vico Torriani ist der Direktor des imaginären "Hotel Victoria". Als solcher führt er moderierend und singend durch die Show. Der Hoteltyp war nicht festgelegt, sondern wechselte in jeder Sendung z.B. zum Schloß-, Kur- oder Skihotel, um die Rahmenhandlung abwechslungsreicher gestalten zu können.
    Gedreht wurde in den Studios der Bavaria- Film. Geboten wurde neben der Spielhandlung im wesentlichen eine Musikshow unter Einbeziehung von zahlreichen Film-, Theater- und Musikstars der damaligen Zeit. Dargeboten wurden zeitaktuelle Hits oder populäre Melodien, die passend zur Handlung umgetextet wurden.
    Besonders in Erinnerung blieb "Manager" Vico Torriani durch seine gesungenen Kochrezepte, die 1967 auch auf einer LP unter dem Titel "Vicos klingende Kochrezepte" veröffentlicht wurden.
    Einige Musiksequenzen aus dieser unterhaltsamen Reihe sind z.Zt. auf www.youtube.com eingestellt.
    DVD´s gibt es meines Wissens nicht, zumal auch fraglich ist, ob die alten Sendungen überhaupt noch auf Band erhalten sind.

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    Sonntag, 29. März 2015, 15:13

    Die Drehscheibe

    "Das aktuelle Magazin zum Feierabend mit Reportagen und Interviews, Feuilleton und Musik" war ein fester Bestandteil des ZDF Vorabendprogramms unter der Woche. Von 1964 an (bis 1982) lief diese Sendung täglich von Montag bis Freitag, jeweils von kurz nach 18:00 Uhr bis zum Start der ersten Vorabendserie um 18:40 Uhr. Obwohl ich mich an die Anfangssequenz, die sich drehende runde Scheibe mit dem kleinen "d", noch gut erinnern kann,habe ich jedoch nur selten eine komplette Sendung gesehen. Meistens nur mehr oder weniger vom Schluss, auf die darauf folgende Vorabendserie wartend. Dabei hörte ich dann häufig den aktuellsten Hit eines Schlagersängers/Schlagersängerin. Dieser Showteil beendete die Sendung. Davor gab es Beiträge mit aktuellen Themen, aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, regionale Nachrichten, Ratgeber z.B. zu Autos und Verhalten im Straßenverkehr.

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    Sonntag, 29. März 2015, 19:22

    Die "Drehscheibe" gehörte in den späten 60ern und frühen 70ern bei uns zum täglichen Fernsehleben dazu, da meine Mutter diese Mischung aus Information und Unterhaltung sehr gerne sah. Mich hat´s, wie wohl die meisten Kids meiner Generation, weniger interessiert.
    Das Magazin bestand zwischen 1964 und 1982 und wurde nach immerhin 5146 (!) Folgen von der "Tele- Illustrierten" abgelöst.
    Erfinderin des Namens und langjährige Moderatorin war die Journalistin Ruth Speer. Inhaltlich ging es um Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie um regionale Nachrichten unter der Rubrik "Aus den Ländern". Auch gab es gelegentliche Autotests sowie Auftritte der Fernsehköche Ulrich Klever und in den 70ern Max Inzinger. Zum guten Schluß trat noch ein mehr oder weniger bekannter Sänger vor dem anwesenden Studiopublikum auf. Geboten wurde also für (fast) jeden etwas.
    Moderatoren waren u.a. die bereits erwähnte Ruth Speer (1964- 75), daneben in den 70ern Gerd Mausbach (1973-79), Christine Westermann (1976-82) und Peter Nemec (1976-82). Redaktionsmitglied war zeitweise der später durch die Moderation von sehr populären Unterhaltungsformaten bekannt gewordene Alfred Biolek.
    Auf www.tv-nostalgie.de finden wir ein sehr engagiert geschriebenes Porträt dieses heute fast vergessenen Formats mit zahlreichen dazu passenden Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren.
    Auf www.youtube.com gibt es z.Zt. beide Trailer als Clip zu sehen und vor allem zu hören, die nostalgische Gefühle vermitteln.

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    Montag, 18. Mai 2015, 19:55

    Spiel ohne Grenzen

    Diese verrückte Spielshow sah ich in den späten 60ern sehr gern und aufgrund der oft dabei reichlich verwendeten Schmierseife immer mit großer Schadenfreude. Schade fand ich nur, daß die nationalen Ausscheidungswettkämpfe an Samstagnachmittagen liefen, an denen ich zumindest genauso gern mit meinen Freunden spielte.
    Bei dieser ab 1965 ausgestrahlten Spielshow im 90 Minuten- Format handelte es sich um eine Livesendung, bei der ausgewählte Städte national und international mit sehr phantasievoll entwickelten Geschicklichkeitsspielen gegeneinander antraten. Aufgrund der dabei zahlreich verwendeten Wasserbehälter und "Lösungsmittel" fanden die Wettbewerbe immer in den Sommermonaten statt.
    Die Idee stammte ursprünglich aus Frankreich ("Interville") und entwickelte sich im europäischen Rahmen insbesondere in den 60ern und frühen 70ern zu einem Straßenfeger. Deutschland stieg 1980 aus dieser Gemeinschaftssendung aus.
    Die bekanntesten Moderatoren von "Spiel ohne Grenzen" waren Camillo Felgen und Frank, damals noch "Timm" Elstner.
    Im Rahmen der Geschicklichkeitsspiele ging es oft um den Transport von Flüssigkeiten in Behältern zu einem großen Sammelgefäß. Der Weg dorthin war oft "uneben" und mit Schmierseife präpariert. Darüber hinaus versuchte die gegnerische Mannschaft, z.B. durch die Verwendung von Wasserspritzen, den Transport zu verhindern.
    Bis in die 80er/ 90er Jahre nahmen Mannschaften aus 20 Ländern teil, wobei sich die Teilnahme in den späten 60ern und frühen 70ern auf die Länder Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweiz, Großbritannien und die Niederlande beschränkte.
    Peter Gabriel schrieb 1980 seinen Erfolgshit "Game without Frontiers", der im Text mehrfach auf den völkerverbindenden Charakter dieser Spielshow hinweist.
    Auf www.youtube.com werden immer mal wieder einzelne Clips zu diesen auch heute noch sehr unterhaltsamen Sendungen eingestellt, die zu einer Zeit entstanden, in der der europäische Gedanke nach den Schrecken und Erfahrungen des 2. Weltkriegs noch sehr lebendig war.

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    Montag, 12. Dezember 2016, 18:39

    Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft

    feiert heute am 12.12. ihren 60. Geburtstag. Vom Sportreporter Sammy Drechsel und dem Schauspieler und Kabarettisten Dieter Hildebrandt gegründet, feierte die Münchner Lach- und Schießgesellschaft am 12.12.1956 in einem Lokal in der Schwabinger Ursulastraße, nahe der Münchner Freiheit, ihre Premiere. Die Erstbesetzung bestand aus Ursula Herking, Klaus Havenstein, Hans Jürgen Diedrich und Dieter Hildebrandt. Das Programm wurde von der ARD im März 1957 ausgestrahlt. Ich selber sah sie in den 60ern im ARD-Fernsehen in dem jährlichen Kabarettprogramm zum Silvesterabend unter dem Titel "Schimpf vor 12" und dann live in den frühen 80ern während meiner Zeit in München (immer noch in dem gleichen kleinen Theater an der Münchner Freiheit). Der Name dieser Truppe war eine Anspielung auf die Wach- und Schließgesellschaft. Und ja, als Schallplattensammler, habe ich auch einige ihrer Platten aus den frühen 60ern in meiner Sammlung.